Fotografien von Bahnhöfen Haltepunkte

Der Dresdner Hauptbahnhof wurde 1898 gebaut und im Jahr 2000 gründlich saniert. Foto: Alexandr Medvedkov/Shutterstock Foto:   6 Bilder
Der Dresdner Hauptbahnhof wurde 1898 gebaut und im Jahr 2000 gründlich saniert. Foto: Alexandr Medvedkov/Shutterstock

Martin Weltner stellt in einem Bildband 150 Zugstationen weltweit vor – vom spektakulären Hauptbahnhof bis zum erstaunlichen Häuschen im Nirgendwo.

Leben: Susanne Hamann (sur)

Stuttgart - Bahnhöfe sind Durchgangsstationen des Lebens. Menschen kommen an und fahren ab. Oft warten sie – auf den nächsten Zug oder auf einen lieben Verwandten. Der Autor Martin Weltner hat aus Hunderttausenden von Bahnhöfen weltweit 150 auf fünf Kontinenten ausgewählt und in einem Bildband versammelt. Mit dabei sind viele Luftbilder, die eine für Fahrgäste ungewohnte Perspektive bieten.

Kathedralen der industriellen Revolution

Die Geschichte der Bahnhöfe ist untrennbar mit der Erfindung der Eisenbahn verknüpft. Erst seit es auf Schienen fahrende Dampfrösser gibt, braucht man Gebäude, um die Fahrgäste abzufertigen. 1826 wurde im nordenglischen Darlington der erste Bahnhof der Welt eröffnet.

Die Stationen der Anfangsjahre waren rein funktional und schlicht. Doch mit dem zunehmenden Reichtum der Eisenbahngesellschaften änderte sich die Architektur ihrer Häuser.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stand die Eisenbahn für Fortschritt – den galt es mit Pomp und Pracht zu feiern. Man errichtete wahre Kathedralen der industriellen Revolution. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Niedergang. Der Zug muss mit anderen Verkehrsmitteln konkurrieren. Manch pompöser Bahnhof wird zum schlichten Haltepunkt degradiert, Strecken werden aufgegeben.

Flucht vor dem Alltag

Wer durch den Bildband blättert, stellt fest: Es gibt jede Menge verschiedene Bahnhöfe. Solche, durch die Züge durchfahren können, und solche, bei denen die Fahrt an einem Prellbock endet. Raus geht’s nur rückwärts. Kopfbahnhof nennt man das – kennt man (noch) aus Stuttgart.

Doch egal, um welche technische Variante es sich handelt: Bahnhöfe üben einen gewissen Reiz aus. Sie signalisieren die Aussicht auf Flucht vor dem Alltag und auf ferne Ziele. Auch im Zeitalter des Flugzeugs kommt man mit dem Zug erstaunlich weit – von Berlin zum Beispiel bis nach Wladiwostok am Pazifik.

Info zum Buch

Martin Weltner: Bahnhöfe der Welt – Spektakuläre Hauptbahnhöfe und erstaunliche Provinzstationen. GeraMond Verlag, 39,99 Euro.




Unsere Empfehlung für Sie