Fotografieren auf Reisen Die perfekten Urlaubserinnerungen

Von FotoTOTAL GmbH, INFOMAX21 GmbH 

Reisefotografie ist der Blick vom Alltag in die Ferne. Wir geben Ihnen sieben Tipps und praktische Checklisten, mit denen Sie garantiert richtig gute Urlaubserinnerungen mit nach Hause nehmen.

 Foto: fotolia, Hersteller, unsplash, privat 8 Bilder
Foto: fotolia, Hersteller, unsplash, privat

1. Die Ausrüstung

Beim Packen der Fototasche sind Reiseziel und auch die damit verbundenen Aktivitäten ausschlaggebend für den Inhalt. Eine wichtige Frage ist vorab zu klären: Will man nebenbei ein bisschen fotografieren, oder soll es ein intensiver Fotourlaub oder -trip werden, bei dem das Fotografieren eine der Hauptbeschäftigungen sein wird?

Ob Kompakt-, System- oder Spiegelreflexkamera – technisch bieten sie alle die Voraussetzung für gute Fotos. Allerdings sollte der Fotograf seine Kamera aus dem EffEff beherrschen und ihre Funktionen kennen, um auch mal spontan reagieren zu können. Die Frage, ob Festbrennweite oder Zoom-Objektiv auf Reisen besser sind, ist durch eine erhebliche Verbesserung der Bildqualität von Zoom-Objektiven nicht mehr von großer Bedeutung.

Wer auf hochwertige Zoomobjektive setzt, kann mit ihnen mittlerweile ebenso exzellente Ergebnisse erzielen wie mit Festbrennweiten. Für viele Reisefotografen hat sich folgende Objektivpalette als sinnvoll erwiesen:

Praktisch sind auch ein 1,4-fach und 2-fach Konverter. Allerdings sollten Sie beachten, dass Konverter zwei bis drei Blendenstufen Licht schlucken. Außerdem sollte man zugunsten der Bildqualität nochmals um eine mindestens eine Blendenstufe abblenden. Konverter machen also nur in Verbindung mit lichtstarken Objektiven von mindestens f/2.8 Sinn.

2. Filter, Fernauslöser und Stativ - notwendig oder nicht?

Neben Kamera und Objektiven gehören einige Zubehörteile in die Urlaubs- Fototasche. So sollte ein Polarisationsfilter zu Ihrer Standardausrüstung gehören, weil er nahezu jedes Foto knackiger und plastischer erscheinen lässt. Da er Streulicht wegfiltert, profitieren vor allem Landschaftsaufnahmen mit großem Himmelsanteil davon: Das Himmelblau wirkt intensiver.

Auch Pflanzen- oder Architekturaufnahmen wirken plastischer und dreidimensionaler, Wolkenformationen bekommen mehr Zeichnung und Tiefe und morgendlicher Dunst mehr Transparenz. Möchten Sie vor allem Landschafts- und Makroaufnahmen machen, dann ist ein Fernauslöser hilfreich, ein gutes Reisestativ aber Pflicht, vor allem bei Nachtaufnahmen.

Ein weiterer Grund, der für die Mitnahme eines Stativs spricht, ist der bewusstere Bildaufbau. Mit Stativ lässt sich der Bildausschnitt bewusster wählen und man achtet genauer auf winzige Details, als bei Freihandaufnahmen. Wichtig ist, dass das Reisestativ stabil und vor allem leicht ist, sonst nehmen Sie es im Zweifelsfall ja doch nicht mit.

Zuberhörtipp: Das Rollei C5i aus Carbon mit 3D-Kugelkopf hat eine Wasserwaage zur professionellen vertikalen und horizontalen Ausrichtung. Es kann zu einem Einbeinstativ umgebaut werden und ist dank drehbarer Mittelsäule auch für die Makrofotografie geeignet.

3. Planung vor der Reise 

Wer seine Reise dazu nutzen möchte, intensiv zu fotografieren, muss besser planen als der gemeine Urlauber. Als erstes sollte man sich, wie schon erwähnt, über seine fotografischen Ziele klar werden. Da auch in Schönwetterregionen dieses nicht immer garantiert ist, richten Sie auch auf schlechtes Wetter ein. Oft entstehen hierbei die ganz besonderen Fotos. Ist es mal diesig und grau, fotografieren Sie halt in Schwarzweiß.

WICHTIG: Man sollte sich vor Reiseantritt ein persönliches Bild des Reiseziels machen. Eine große Hilfe dabei ist, Bildbände zu studieren und sich inspirieren zu lassen. Machen Sie sich Notizen, welche Motive und welche Stimmung Sie einfangen möchten. Setzen Sie sich am besten Schwerpunkte fotografischer Art, wie Sie Ihre eigene Sichtweise auf die Landschaft und/oder die Menschen aufs Foto bringen möchten.

4. Landschaftsfotografie in den Bergen

Das Erleben einer Landschaft (am besten zunächst ohne Kamera in der Hand) ermöglicht es dem Fotografen erst, Motive zu entdecken. Neben der Motivsuche gehört auch die Planung des besten Standpunktes und das Wissen, wie sich die Lichtverhältnisse und das Wetter entwickeln. Insbesondere das Morgen- und Abendlicht verhilft zu einer bewussten Gestaltung von Landschaftsfotos.

In Gegenden mit stark strukturierter Landschaft wie etwa der Alpengegend, ändert sich das Bild mit dem Verlauf der Sonne. In den ganz frühen Morgenstunden, kurz vor Sonnenaufgang, zeichnet sich das Licht durch einen weichen, diffusen Eindruck aus und kreiert mit aufsteigender Sonne immer mehr Kontraste zwischen angestrahlten und im Schatten liegenden Bildbereichen. Damit können Sie dem gleichen Motiv immer wieder ein neues „Gesicht“ verleihen und es unverwechselbar machen.

5. Belichtungszeit bei bewegtem Wasser

Ein sehr beliebtes Motiv ist das Ablichten von bewegtem Wasser. Hier hat der Fotograf mehrere Möglichkeiten. Bei einer Belichtungszeit ab etwa 1/250 s wird das fließende Wasser größtenteils scharf abgebildet, ab 1/1.000 s wirkt das Wasser wie eingefroren. Einzelne Wasserspritzer sind klar erkennbar, es wirkt kraftvoll und dynamisch. Im Gegenteil dazu, wirkt fließendes Wasser ab einer Belichtungszeit von 1/2 s und länger weich und hinterlässt einen Schleier. Verwenden Sie unbedingt ein Stativ, um Verwacklungen zu vermeiden, stellen die Kamera auf den Modus M und justieren den Fokus manuell.

Der ISO-Wert sollte so niedrig wie möglich eingestellt und die Blende geschlossen sein, damit eine große Schärfentiefe entsteht und länger belichtet werden kann (weniger Lichteinfall auf Sensor). Stellen Sie die Belichtungszeit nun auf 2-15 Sekunden, je nachdem wie weich das Wasser aussehen soll. Machen Sie nun Testbilder und passen die genannten Werte dem Umgebungslicht an.

6. Städtefotografie

Städte bieten unterschiedlichste Motive. Versuchen Sie nicht nur architektonische Meisterwerke zu fotografieren, sondern auch mal das authentische Bild einer Stadt einzufangen. Schlendern Sie durch die Gassen, beobachten die Menschen und erleben das Leben auf der Straße. Sehen Sie das Alltägliche: Wäscheleinen, Blumentöpfe, Schuhe auf der Fensterbank, alte Stühle oder klapprige Fensterläden.

Neben Street- bietet sich aber auch die Architekturfotografie an. Tipp: Um den Gemäuern Struktur und Lebendigkeit zu verleihen sollte das Licht schräg von der Seite einfallen. Spielen Sie mit der Perspektive, nutzen Sie stürzende Linien auch mal als gestalterisches Mittel.

Wenn Sie Sehenswürdigkeiten und auch solche alltäglichen Dinge fotografieren, konzentrieren Sie sich auch auf Details, verwenden dabei lange Brennweiten und achten auf durchgehende Schärfentiefe. Wenn möglich reduzieren Sie die Motive auf geometrische Grundformen, so wirkt es auf den Betrachter interessanter. Architekturaufnahmen und solche intimeren Fotos einer Stadt, runden Ihr Fotoalbum schön ab.

7. Menschen poträtieren

Lachende, ernste und markante Gesichter faszinieren jeden Betrachter. Dabei sind Bilder von der Lebensweise, dem kulturellen und sozialen Umfeld besonders beeindruckend, da sie den Charakter eines Landes widerspiegeln wie kein anderes Motiv.

Wichtig: Holen Sie sich erst das Einverständnis Ihres Models. Meist gibt es sprachliche Barrieren oder auch religiöse Verhaltensregeln, über die Sie sich vor Reiseantritt informieren sollten. Nehmen Sie Augenkontakt auf, die emotionale Sprachebene ist international. Bekommen Sie eine positive Antwort, wird Ihnen meist noch ein Lächeln geschenkt.

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