Fotokalender Das Hobby als Beruf

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Der Fotograf Emmanuel Zouboulis hat einen Fotokalender mit Motiven aus dem Stuttgarter-Süden veröffentlicht. Der Rundgang reicht vom Marienplatz über den Erwin-Schoettle-Platz bis zum Vogelrain.

Die Zacke ist eines der Motive in dem Kalender über Stuttgart-Süd. Foto: Emmanuel Zouboulis
Die Zacke ist eines der Motive in dem Kalender über Stuttgart-Süd. Foto: Emmanuel Zouboulis

Heslach - Fotografieren ist eigentlich nicht sein Beruf, sondern sein Hobby. Doch im Internet und in sozialen Netzwerken hat Emmanuel Zouboulis sich mit seinen Aufnahmen aus dem Stuttgarter Süden bereits einen Namen gemacht. Gemeinsam mit der Heslacher Galerie artagens hat der 32-Jährige nun einen Fotokunst-Kalender für 2014 mit Motiven aus dem Stuttgarter Süden veröffentlicht. Der Galerist Jürgen Willersinn hatte das Projekt vorgeschlagen, Zouboulis sagte sofort zu.

Den Großteil seines Lebens hat Zouboulis in Heslach verbracht

Auf seinen Fotos versuche er, die Realität so darzustellen, wie sie ihm gefalle, sagt Zouboulis. Am liebsten ist er in seinem Heimatbezirk unterwegs, dem Stuttgarter Süden, gerne in der Nacht. Geboren in Bad Cannstatt, ist der 32-Jährige nach einem kurzen Abstecher über Sillenbuch in den Süden gekommen, genauer nach Heslach. Seither hat er diesen auch kaum noch verlassen. Seine Schulzeit verbrachte er zuerst an der Römerschule, dann an der Schickhardt-Realschule. „Für das Abitur habe ich es gerade noch so in den Westen geschafft“, sagt Zouboulis und lacht. Die letzten drei Jahre verbrachte er auf dem Wirtschaftsgymnasium. Fotograf stand als Berufswunsch da noch nicht auf seiner Liste.

Zuerst habe er es mit einem Studium versucht, erzählt er. Elektrotechnik, dann Agrarwissenschaften. Doch kurz vor Ende seines Studiums kam das erste Kind auf die Welt, eine bezahlte Arbeit stand an erster Stelle. Ein Jahr war er als Facharbeiter bei Porsche tätig. „Zukunftsmäßig war das aber nichts“, sagt er. Aber weil aller guten Dinge drei sind, entschied er sich für ein weiteres Studium – Wirtschaftswissenschaften. Inzwischen ist er damit fast fertig und arbeitet als Teilzeitkraft in einer Firma in Gärtringen als Produktfotograf.

Die erste Kamera kam von der Oma

Zur Fotografie kam Emmanuel Zouboulis über seine griechische Großmutter. Die wohnt zwar in Stuttgart-Süd, lebt aber einen großen Teil des Jahres in Griechenland und wünschte sich immer mehr Fotos vom Enkel. „Ich habe mich immer rausgeredet, dass meine Kamera kaputt ist“, erinnert sich Zouboulis. Dem wollte die Oma Abhilfe schaffen und kaufte ihrem Jungen zum Geburtstag eine neue Kamera. Mit der Canon 400D zog Zouboulis dann zunächst durch den Stadtbezirk und fing an, sich auf urbane Landschaftsmotive zu spezialisieren. „Ich versuche die Dynamik einzufangen, die mit bloßem Auge nicht zu sehen ist“, sagt er. Dabei experimentiert er vor allem mit der Belichtungszeit. Die technischen Details seiner Arbeit hat sich der 32-Jährige selbst beigebracht. „Ich hatte leider nicht den Luxus einer Ausbildung“, bedauert er. Manchmal verbringe er mehrere Tage hinter dem Computer, nachdem er zuvor stundenlang durch die Stadt gezogen sei, um Bilder zu schießen.

Bisher zeigt er seine Fotografien im Internet und bietet sie dort als Poster zum Verkauf an. „Noch ist es ein Hobby, für das ich etwas Geld bekomme“, sagt Zouboulis. Aber weil er schon von vielen Seiten angesprochen wurde, will er nun eine erste Ausstellung planen. Vielleicht wird das sogar in diesem Jahr noch was, sagt er. Nur vom Fotografieren leben zu können, ist mittlerweile sein größter Wunsch.

Nur seine Oma hatte am Ende Pech: Denn Bilder von sich selbst mag Emmanuel Zouboulis trotzdem nicht. „Ich bin auch in keinem sozialen Netzwerk mit Bild von mir zu finden“, erklärt er.

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