Vorurteile abbauen,Vielfalt fördern – darum geht es bei der neuen Fotokampagne der VfB-Stiftung und des Vereins 46Plus zum Weltdownsyndrom-Tag. Die Botschaft ist nicht zu übersehen.
Der VfB Stuttgart mit seiner Stiftung „Brustring der Herzen“ und der Verein 46Plus spielen einen gepflegten Doppelpass. Und das seit drei Jahren. Immer rund um den Welt-Downsyndrom-Tag am 21. März. Für dieses Zusammenspiel braucht es zwei, manchmal auch drei Stars aus der Bundesligamannschaft, ein Mitglied von 46Plus und eine Fotografin.
„Inklusion im Alltag ist für Menschen mit Downsyndrom leider noch immer nicht selbstverständlich. Vorurteile sind nach wie vor präsent.“
Verein 46Plus in einer Mitteilung
Gemeinsam geht’s ins Stadion, und dann wird fotografiert, um abzubilden, was man in einer Fotokampagne ausdrücken will: Menschen mit Downsyndrom gehören selbstverständlich dazu, sind Teil im Team des Lebens und haben ein Recht als gleichberechtigt wahrgenommen und behandelt zu werden.
In diesem Jahr sind es die Nationalspieler Maximilian Mittelstädt und Stürmer Ermedin Demirović, die für dieses Anliegen Gesicht zeigen. Für die Fotoserie nahmen sie die 18-jährige Norea Reusch aus Tübingen in ihre Mitte und posierten am Spielertunnel der MHP-Arena vor der Kamera von Fotografin Conny Wenk. Entstanden sind kraftvolle Bilder. Unter dem Motto „Unser Hattrick: Vielfalt, Respekt und Teamgeist“ sollen sie im März auf City-Light-Plakaten, einem Großplakat in der Königstraße und einem 60 Quadratmeter großen Videoboard beim Cannstatter Carré platziert werden. Bereits seit Montag ist das Trio auch auf einem 400 Quadratmeter großen Plakat am Neckar-Hafen am Rhenus-Tower an der B10 zu sehen. Wenn die Kampagne abgeschlossen ist, sollen die großflächigen Plakate in der Lederschmiede der Caritas in Stuttgart zu Taschen verarbeitet werden.
Für die VfB-Stiftung ist dieses Engagement Ehrensache – auch jenseits der Fotokampagne. Seit dem Jahr 2017 bieten die Stiftung und der Verein 46Plus ein spezielles Training an, das sich inklusive Fußball-Förderung nennt. Betreut von professionellen Trainern kommen Hobby-Kicker mit und ohne Downsyndrom auf dem Fußballplatz zusammen. „Anders als auf dem Platz gibt es im Alltag immer noch Berührungsängste“, schreibt der Verein 46Plus: „Inklusion im Alltag ist für Menschen mit Downsyndrom leider noch immer nicht selbstverständlich. Vorurteile sind nach wie vor präsent.“
Die Fotokampagne, die dritte in drei Jahren, soll helfen, daran etwas zu ändern. „Wir sind sehr glücklich und dankbar, dass wir mit Partnern wie der VfB-Stiftung und der AOK Baden-Württemberg Aufmerksamkeit für unser Anliegen erzeugen zu können“, sagt Petra Hauser vom Vorstand von 46 Plus. Steffen Lindenmaier, Geschäftsführer der VfB-Stiftung, nimmt den Ball auf. Er will „den positiven Geist der Fotos“ in die Gesellschaft tragen und betont: „Das Engagement aller Beteiligten zeigt, welches Potenzial in echter Vielfalt steckt.“ Die Aktion sei „ein klares Zeichen für unseren langfristigen Einsatz für Respekt, Teilhabe und ein inklusives Miteinander“.
46Plus-Down-Syndrom Stuttgart e.V.
Der Verein
Ziel des 2003 gegründeten Vereins 46Plus ist es, rund um das Downsyndrom zu informieren und auf diesem Weg Vorurteile und Berührungsängste abzubauen. Der Verein macht Beratungsangebote, um Eltern darin zu unterstützen, dass ihre Kinder selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Außerdem organisiert er Spiel- und Sportgruppen. Regelmäßig veranstaltet der Verein Feste, Ausstellungen und organisiert Ausflüge. Außerdem verschafft er dem Thema Aufmerksamkeit durch Fotokalender, Kochbücher, Anzeigen- und Plakataktionen und das vereinseigene Espressomobil. Weitere Infos unter: www.46plus.de
Downsyndrom
Bei Menschen mit Downsyndrom ist das Chromosom 21 in jeder Zelle drei- statt zweifach vorhanden, daher spricht man auch von Trisomie 21. In Deutschland kommen nach Angaben des Vereins 46Plus jährlich etwa 1200 Kinder mit Downsyndrom zur Welt. Statistisch gesehen weise eines von 600 bis 700 Babys das Downsyndrom auf. Nur in ganz seltenen Fällen sei dies erblich bedingt. Wichtig ist dem Verein zu betonen, „dass Trisomie 21 eine Genveränderung, aber keine Krankheit ist. Jedes Kind mit Downsyndrom ist einzigartig in Charakter, Persönlichkeit sowie Ausprägung von Intelligenz und Lernfähigkeit“.