Fotoshow in Holzgerlingen Dem Afrikavirus verfallen

Gerhard Henkel macht auf der Kenia-Reise mit seiner Frau mal eben Pause – und hat auch schon gefiederte Gesellschaft bekommen. Foto: Renate Henkel

Von 2006 bis 2016 sind Renate und Gerhard Henkel zusammengerechnet rund dreieinhalb Jahre in einem Geländewagen durch Süd- und Ostafrika gereist. In der Holzgerlinger Stadthalle zeigen sie eine Fotoshow über ihren Trip nach Kenia.

Renate und Gerhard Henkel sind in Holzgerlingen bekannt wie bunte Hunde. Kein Wunder: ein reise- und abenteuerlustigeres Ehepaar wird man in dem Städtchen vermutlich kaum finden.

 

Von 2006 bis 2016 sind die beiden zusammengerechnet rund dreieinhalb Jahre in einem Geländewagen durch Süd- und Ostafrika gereist, haben danach Island erkundet, die Antarktis und Arktis besucht und in Alaska aus nur drei Metern Entfernung Bären fotografiert. Dass Renate Henkel bereits Anfang 80 und ihr Mann 76 Jahre alt ist, spielt dabei keine Rolle. „Wir sind ja noch fit“, winkt die Holzgerlingerin ab.

Die Sehnsucht nach Afrika war zu groß

Mit Afrika hatten die Henkels eigentlich abgeschlossen. Durch ihre regelmäßigen Reisen hatten sie dort vermeintlich schon alles gesehen, was die Nationalparks, Landschaft und Tierwelt zu bieten haben. „Aber wir sind, so wie eigentlich jeder, der diese Länder schon mal besucht hat, dem Afrikavirus verfallen“, sagt Renate Henkel. Und 2021, nach fünf Jahren Pause, wurde die Sehnsucht nach ihrem Herzens-Kontinent einfach zu groß. Gemeinsam mit einer Freundin ging es noch einmal zurück nach Kenia, zu vier ganz bestimmten Zielorten. In die Masai Mara, ein Naturschutzgebiet, das die direkte Fortsetzung der Serengeti in Tansania bildet und bekannt für die eindrucksvollen Herdenwanderungen der Gnus ist. In das Samburu National Reserve und das Ol Pejeta Schutzgebiet. Und in den Amboseli Nationalpark unterhalb des Kilimanjaro.

Neben dem Reisen die zweite große Leidenschaft: die Fotografie

Renate und Gerhard Henkel reisen allerdings nicht nur, um die Natur zu genießen. Eine weitere große Leidenschaft der beiden ist nämlich die Fotografie. Und wo kann man diese Passion besser ausleben als in Afrika? Mithilfe von einheimischen Guides, die genau wissen, wo man die Tiere am besten vor die Linse bekommt, sind den Henkels beeindruckende Foto- und Videoaufnahmen gelungen. Eine Elefantenherde vor dem Kilimanjaro, spielende Löwenbabys, farbenprächtige Vögel und aufregende Jagdszenen. Fotos, hinter denen eine Menge Zeit steckt, denn Hektik hat in der Fotografie nichts zu suchen. „Wir gehen deshalb nie auf Gruppenreisen, sondern ziehen immer nur alleine los, oder buchen direkt eine Fotoreise“, erklärt Renate Henkel. „So können wir uns alle Zeit lassen, die wir brauchen.“

Beeindruckende Fotoshow mit zusätzlichen Ton- und Filmaufnahmen

Fotos knipsen Gerhard und Renate Henkel eigentlich schon seit ihrer ersten Reise. „Damals waren das aber noch diese Analogbilder, bei denen man bis zur Entwicklung gar nicht wusste, was daraus geworden ist“, erinnert sich Gerhard Henkel. Trotzdem gaben die Motive genug her, um aus ihren Reiseeindrücke eine Fotoshow für andere Holzgerlinger zusammenzustellen. Im Publikum saßen damals auch Mitglieder des örtlichen Fotoclubs Blende96, die Renate und Gerhard Henkel im Anschluss wertvolle Tipps geben konnten. „Wir sind dem Fotoclub inzwischen auch beigetreten, was uns extrem weitergebracht hat“, sagt Renate Henkel. In den regelmäßigen Treffen des Vereins ist es nämlich gang und gäbe, dass die Mitglieder ihre Fotos untereinander präsentieren und diese auch bewerten. „Dadurch haben wir sehr viel dazu gelernt und sind vor allem sehr selbstkritisch geworden – verschwommene Bilder werden sofort aussortiert, selbst wenn es kein anderes Foto von diesem Motiv mehr gibt.“ Inzwischen teilen Renate und Gerhard Henkel ihre Reiseabenteuer fast jedes Jahr in Form von Fotosafaris mit interessierten Mitbürgern. Neben den eindrucksvollen Fotos, die mit Ton- und Musikuntermalungen sowie Live-Kommentaren des Ehepaars untermalt werden, erwartet das Publikum hier auch eine Reihe von Filmaufnahmen. Gerhard Henkel ist mittlerweile nämlich auch dazu übergegangen, einzelne Szenen der Reisen auf Video festzuhalten. „Manche Erlebnisse sind als bewegte Bilder einfach viel eindrucksvoller“, sagt er. Die Fotoshows haben übrigens mittlerweile schon ein richtiges Stammpublikum, das regelrecht auf die Veranstaltung hin fiebert. „Beim Einkaufen werden wir ganz oft angesprochen, wohin unsere nächste Reise geht“, sagt Renate Henkel schmunzelnd. Und was kommt nach Bären in Alaska und Gnu-Herden in Afrika? „Tiger in Indien“, lautet die verschmitzte Antwort.

Ihre Keniaerlebnisse werden Renate und Gerhard Henkel am 25. Januar von 19:30 Uhr bis 21.30 Uhr in der Mensa der Holzgerlinger Stadthalle präsentieren. Karten kann man vorab für 13 Euro bei der VHS Holzgerlingen oder an der Abendkasse erwerben.

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