Wer sind die Gesichter dieser Zeitung? Woher kommen sie, wofür brennen sie? Acht Kolleginnen und Kollegen stehen Rede und Antwort.
Warum wurden Sie Journalistin?
Die Welt ist nicht schwarz und weiß. Sie ist ein faszinierendes, chaotisches Durcheinander – und ich finde es spannend, dort für einen Moment Ordnung reinzubringen. Und wer könnte einem Job widerstehen, bei dem man die Lizenz zum Fragen hat?
Welches Ereignis in dieser Zeit hat Sie am meisten geprägt?
Russlands Überfall auf die Ukraine. Zu dieser Zeit arbeitete ich für die Titelseite. Bereits am Abend davor habe ich mit Kollegen gebannt die Lage verfolgt – am nächsten Morgen herrschte Gewissheit, dass es Krieg in Europa gibt.
Wie hat sich die Arbeit seit Ihrer Ausbildung verändert?
Als ich vor sechs Jahren mein Volontariat begann, waren Diensthandys rar. Jetzt ist es undenkbar, zu einem Termin ohne Smartphone zu gehen – neben Texten gilt es auch Videos mitzudenken.
Welche Schlagzeile sollte man in der StZ nie lesen und warum?
Sag niemals nie – ich würde in dieser Welt nichts kategorisch ausschließen; im Guten wie im Schlechten.
Wie sieht der Journalismus in zehn Jahren aus?
Nachrichten werden noch stärker auf individuelle Interessen, Bedürfnisse und Standorte der Nutzer zugeschnitten. Zeitungslektüre erweitert den Horizont. Wo sonst lese ich Artikel über Schlemmers Triadisches Ballet? Ein Algorithmus würde zumindest mir das nie vorschlagen.