Fraktionen schmettern Verwaltungsvorschlag ab Keine Grundschul-Fusion in Degerloch

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Der Verwaltungsausschuss hat mit seinem Veto zu den Plänen der Stadtverwaltung auf Elternproteste reagiert. Somit ist keine Lösung mehr für die Engpässe an Gymnasium und Realschule in Sicht.

Die Alb -und die Filderschule (Foto) bleiben getrennt. In Zuffenhausen gibt es hingegen einen Schulzusammenschluss. Foto: Lg/Leif Piechowski
Die Alb -und die Filderschule (Foto) bleiben getrennt. In Zuffenhausen gibt es hingegen einen Schulzusammenschluss. Foto: Lg/Leif Piechowski

Stuttgart - In Degerloch wird es keine große Grundschule geben. Mit großer Mehrheit hat der Verwaltungsausschuss am Mittwoch den Vorschlag der Stadtverwaltung für eine Zusammenlegung der Alb- und der Filderschule abgelehnt. Nur die Grünen stellten sich hinter diesen Plan von Schulbürgermeisterin Susanne Eisenmann (CDU). Für die ebenfalls zur Entscheidung stehende Zusammenlegung zweier Grundschulen in Mühlhausen stimmte das Gremium hingegen einstimmig – wie zuvor auch der Bezirksbeirat.

Begleitet wurde die Sitzung des Verwaltungsausschusses von zahlreichen Eltern in gelben Warnwesten, die ihre Ablehnung einer Schulfusion in Degerloch durch Szenenapplaus deutlich machten. Auch der Bezirksbeirat Degerloch hatte sich tags zuvor einstimmig gegen die Zusammenlegung dieser Grundschulen ausgesprochen.

Engpässe an Gymnasium und Realschule

Zu Beginn hatte Schulbürgermeisterin Eisenmann deutlich gemacht, weshalb eine Fusion sinnvoll sei: Das Wilhelms-Gymnasium mit seinem G9-Zug und die Fritz-Leonhardt-Realschule mit ihrem bilingualen Angebot seien beide stark gefragt, aber wegen des Raumangebots begrenzt. „Wir brauchen dort eine Alternative“, so Eisenmann. Dort, das hieße in den Räumen der unmittelbar benachbarten Albschule. Doch die Argumente der Bürgermeisterin, dass die Filderschule drinnen und draußen bei weitem mehr Fläche biete als vorgeschrieben, eine sechszügige Grundschule doch bessere pädagogische Angebote machen könne als eine kleine und 30 Minuten Schulweg doch zumutbar sei, zündeten bei der Mehrheit der Fraktionen nicht.

So räumte ihr Parteifreund Fred-Jürgen Stradinger zwar ein, die Raumengpässe bei den weiterführenden Schulen seien „hochakut“ und man müsse die Sache auch wirtschaftlich betrachten. Man müsse „aber auch die Eltern mitnehmen“. Und, im Blick auf die Zunahme der Elterntaxis: „Ich bin ein klarer Gegner von zunehmendem Autoverkehr – wir sehen die Zukunft nicht in einem eng zugepferchten Degerloch.“ Letztlich, so Stradinger, „können wir aus pädagogischen Gründen nicht zustimmen“. Man könne doch über Container als Zwischenlösung nachdenken.

Künftig könnte es in Degerloch drei Grundschulen geben

Eisenmann konterte, das Land fördere keine Neubauten, wenn Schulräume leer stünden – wie durch den Wegfall der Hauptschüler an der Filderschule. Hinzu komme, dass die private Waldschule eine Grundschule eröffnen wolle. Deren Leiter Kai Buschmann bestätigte auf Anfrage: „Wir würden gern im September 2017 damit starten.“ Geplant sei eine zweizügige, inklusive Grundschule mit 160 Kindern im Endausbau. „Die werden sicher nicht alle aus Degerloch kommen“, so Buschmann.

Marita Gröger (SPD) sagte, für Ganztagskinder sei die Filderschule räumlich „nicht sehr üppig“. Sie bat um mehr Vorlauf bei den Beratungen und um einen zeitnahen Vorschlag für die weiterführenden Schulen. Rose von Stein (Freie Wähler) sagte selbstkritisch: „Wenn Eltern entsprechend auftreten, dann machen wir alles.“ Darauf Eisenmann zu den Fraktionen: „Sie schaffen Präzedenzfälle und zusätzlichen Finanzbedarf.“ Ihrer Aussage, dass Degerloch und Mühlhausen vergleichbar seien, widersprachen Stradinger und Gröger: In Mühlhausen hätten Bezirksbeirat und Schulkonferenz einstimmig dafür votiert, in Degerloch wurde der Plan abgelehnt.

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