Francesco Farioli Deshalb lobt der Coach des FC Porto den VfB in den höchsten Tönen

Der Respekt vor dem VfB Stuttgart ist groß: Francesco Farioli, italienischer Cheftrainer des FC Porto. Foto: Imago/ZUMA Press Wire

Der VfB trifft im Achtelfinale der Europa League auf den FC Porto. Dessen Coach Francesco Farioli hat großen Respekt vor dem Bundesligisten – nur bei einer Frage weicht er aus.

Sport: Jochen Klingovsky (jok)

An Selbstbewusstsein fehlt es Francesco Farioli (36) nicht, was auch kein Wunder ist – denn es läuft alles andere als schlecht für den italienischen Cheftrainer des FC Porto. Sein Club führt die Tabelle der portugiesischen Liga mit vier Punkten Vorsprung auf Sporting Lissabon an, hat nur eines seiner 25 Spiele verloren, erst zehn (!) Gegentore kassiert und sich in der Europa League als Fünfter direkt fürs Achtelfinale qualifiziert. „Der Anspruch des FC Porto ist, jedes Spiel zu gewinnen, das gehört zu unserer Identität“, meinte Francesco Farioli während der Pressekonferenz in der MHP-Arena mit Blick auf das Hinspiel beim VfB Stuttgart an diesem Donnerstag (18.45 Uhr). Er sagte aber auch: „Unser Respekt vor dem Gegner ist groß!“ Und dafür gibt es Gründe.

 

Francesco Farioli betonte mehrfach, dass sein Team es mit einem Verein zu tun bekomme, der vor kurzem in der Bundesliga Vizemeister geworden sei, Champions League gespielt und den Pokal gewonnen habe. „Das sagt schon viel aus. Der VfB ist einer der besten fünf Clubs in Deutschland“, erklärte der Italiener, den Experten auch schon als „modernen José Mourinho“ bezeichnet haben, „und eine der interessantesten Mannschaften in der Europa League.“

Farioli gefällt das hohe Pressing des VfB: „Das lieben auch wir“

Besonders beeindruckt hat Francesco Farioli bei der Vorbereitung auf das Spiel in Stuttgart das hohe Pressing des VfB („Das lieben auch wir“), dessen gute Struktur auf dem Platz, die individuellen Stärken, das Zweikampfverhalten. „Für uns ist der VfB eine sehr große Herausforderung“, meinte der Coach des FC Porto, „wir müssen die ganze Leidenschaft zeigen, die wir für dieses Spiel haben.“

Ein Trainer mit Temperament: Francesco Farioli Foto: Imago/ZUMA Press Wire

Das gelang zuletzt im Top-Duell der portugiesischen Liga beim Dritten Benfica Lissabon (mit Trainer José Mourinho) 70 Minuten lang nahezu perfekt. Der Spitzenreiter dominierte die Partie und führte 2:0, ehe Benfica erst das Anschlusstor und zwei Minuten vor dem Ende auch noch den Ausgleich erzielte. „Trotzdem kann uns dieses Spiel Selbstvertrauen geben, denn wir hatten eine sehr aggressive Haltung – lange ging es nur in eine Richtung, deshalb können wir aus dieser Partie viel Energie mitnehmen“, erklärte Francesco Farioli. Er meinte allerdings auch: „Einiges müssen wir möglichst schnell lernen. Wir haben mehrfach die Chance, das Spiel für uns zu entscheiden, ungenutzt gelassen. Dafür haben wir am Ende bezahlt.“

In Stuttgart („Beide Teams sind sich in ihrer Herangehensweise sehr ähnlich, haben in ihren Ligen die besten Parameter“) erwartet Francesco Farioli ein „offenes Spiel“ – und eine Auseinandersetzung auf hohem Niveau. „Alle meine Jungs müssen ihr Maximum geben“, sagte der Coach des FC Porto, „denn vom Level, auf dem die beiden Teams agieren, könnte das auch ein Champions-League-Spiel sein.“ Trotz dieser klaren Aussage waren in der Pressekonferenz noch nicht alle Themen abgehandelt.

Als er gefragt wurde, welchen Spieler des VfB er denn gerne in seinem Team hätte, wich Francesco Farioli geschickt aus. Er erklärte, dass er Badredine Bouanani, den er in der Saison 2023/24 bei OGC Nizza trainiert hat, für einen sehr talentierten Flügelspieler halte, sagte aber auch: „Es wäre meinen Spielern gegenüber nicht fair, jetzt einen Namen zu nennen. Ich habe großen Respekt vor dem VfB Stuttgart, bin aber auch sehr stolz auf mein Team – weil es genau die Einstellung repräsentiert, die ich zum Fußball habe.“

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