Stuttgart - Good News für alle Reiselustigen unter 28 Jahren: Diesen Sommer darf jede und jeder, der in Baden-Württemberg, Rheinlandpfalz oder dem Saarland beheimatet ist, ein Stück Frankreich entdecken – und das kostenlos!
Mit dem Deutschlandticket bis Paris: Wie funktioniert das Ganze?
Nachhaltig, ohne Auto und vor allem kostenlos in französische Städte wie Straßburg und Paris reisen – das ist diesen Sommer für viele junge Menschen möglich. „Pass Jeune Grand Est Grenzenlos“ ist der etwas umständliche Name der Sommer-Aktion und beschreibt auch gleich ihre Grenzen: Denn die kostenfreien Zugstrecken beschränken sich lediglich auf die Region Grand Est, also auf die an Deutschland angrenzenden Region in Ost-Frankreich. Städte, die hier dazugehören sind unter anderem Straßburg, Mulhouse, Colmar, Reims – aber dazu später mehr. Kommen wir aber erstmal zu den Hard Facts: Das Angebot gilt den ganzen Juli und August und ist ausschließlich für Menschen unter 28 Jahren gedacht. Stimmt das Alter, müssen sie ihren Wohnsitz in Baden-Württemberg, Rheinlandpfalz oder dem Saarland belegen können. Nur diesen drei Bundesländern ist die Sommer-Aktion nämlich vergönnt. Wichtig ist deswegen: Perso bereithalten! Der wird bei der Zugfahrt als Nachweis des Wohnortes verlangt.
Welche Züge darf man nutzen?
Wer nun einen Sommer-Trip nach Frankreich planen möchte, kann sich allerdings nicht gedankenlos in irgendeinen Zug setzen. Ähnlich wie beim Deutschlandticket ist auch beim „Pass Jeune Grand Est Grenzenlos“ die Zugauswahl beschränkt. So darf man ausschließlich den TER (Train Express Régional) und die Busse im sogenannten Fluo-Netz nutzen.
Das Gute: Das TER-Fluo-Netz bringt Reisende von den Grenzstädten Straßburg oder Mulhouse sogar bis in die französische Hauptstadt. Wer sich für eine Fahrt auf den Strecken Straßburg-Châlons-Epernay-Paris oder Mulhouse-Chaumont-Troyes-Paris entscheidet, braucht allerdings eine Reservierung. Glücklicherweise ist die aber kostenlos und kann ganz einfach über die App "SNCF Connect" der französischen Bahn gebucht werden.
Straßburg, Colmar, Paris – wohin soll’s diesen Sommer gehen?
Jetzt wo die Fakten klar sind, stellt sich nur noch eine Frage: Wohin soll es für den nächsten Städtetrip gehen? Die Auswahl ist recht vielfältig, denn die Region Grand Est hat nicht umsonst das Wort „grand“ (zu deutsch: groß) im Namen. Straßburg, Reims, Colmar, Nancy… Um es euch ein bisschen einfacher zu machen, haben wir uns fünf Reiseziele herausgesucht – und die schönsten Sehenswürdigkeiten und To Do’s gleich mit!
Zwischen Nostalgie und Flammkuchen: Ab nach Straßburg!
- Spaziergang durch das Gerberviertel „La Petite France“: Hier gibt es wunderschöne Fachwerk-Bauten zu entdecken, man kann am Fluss Ill entlangschlendern und das Viertel erkunden.
- Ein Abstecher zum „Strand“ von Straßburg: Na gut, genau genommen ist die Bezeichnung etwas irreführend. „La Plage“ besteht nämlich eigentlich aus drei Booten am „Quai des Pecheurs“. Hier kann man sich auf dem Liegestuhl in der Sonne fläzen, Kaffee trinken und zwischen Straßburger Student:innen das Leben genießen.
- Nostalgisch werden am Gutenbergplatz: Der Platz im Zentrum ist mit Sicherheit ein Eyecatcher. Hier steht nämlich ein wunderschönes, altes Karussell, außerdem warten viele Restaurants auf einen Besuch.
- Typisch elsässischen Flammkuchen essen: zum Beispiel im Mama Bubbele oder in der Binchstub Broglie. Beide sind für ihre leckeren und vielfältigen Flammkuchenvariationen bekannt.
- Nachtleben im Quartier Krutenau erleben: Das lebendige Viertel ist mit seinen zahlreichen Kneipen, Bars und Restaurants ein prima Anlaufpunkt für alle Nachtschwärmer.
Elsässische Fachwerkhaus-Romantik erleben in Colmar
- „Klein Venedig“ erleben: Die vielen Brücken, die sich über dem Fluss Lauch biegen, brachten den Gassen der Stadt Colmar den Spitznamen ein. Wer den Teil der Stadt gerne aus einer anderen Perspektive sehen möchte, kann auch eine Kahnfahrt machen.
- Die Altstadt entlang der Rue des Marchands entdecken: Die Straße führt einmal mitten hindurch und ist gesäumt von süßen Fachwerkhäusern, kleinen Läden und Cafés. Außerdem steht hier auch das „Maison Pfister“, das zu den historischen Sehenswürdigkeiten Colmars zählt.
- Staunen im Unterlinden-Museum: Kunstinteressierte finden hier Schätze aus dem Mittelalter und der Renaissance, archäologische Funde, Kunst und Dekor des Alltags, Werke aus dem 19. Jahrhundert und Moderne Kunst. Aber auch das Gebäude an sich ist beeindruckend: Das Musée Unterlinden war nämlich einst ein Kloster aus dem 13. Jahrhundert.
- Schlendern durch die historische Markthalle Marché Couvert: Wer in Colmar zu Besuch ist, sollte auch unbedingt der überdachten Markthalle einen Besuch abstatten. Hier kommen Feinschmecker auf ihre Kosten und es gibt viele kleine Cafés und Restaurants, in denen man prima ein Päuschen einlegen kann.
- Ein Gläschen Wein genießen – oder zwei: Nicht umsonst ist Colmar auch als „Hauptstadt der Elsässischen Weine“ bekannt. Zum Probieren eignen sich zum Beispiel der heimische Riesling, Gewürztraminer oder Pinot Gris.
Lothringens Hauptstadt erkunden: Metz
- Die Kathedrale Saint-Étienne bewundern: Der Stephansdom, wie er auch genannt wird, ist vor allem berühmt für seine Fenster. Man nennt ihn deswegen auch „die Laterne Gottes“. Für alle Kunstkenner:innen: Die Fenster wurden teilweise vom berühmten französischen Künstler Marc Chagall entworfen.
- Kaffee trinken am Place St. Jacques: Der rechteckige Platz mitten in der Altstadt ist umringt von Bars und Restaurants, die bei schönem Wetter auch draußen bestuhlen. Wer hier sitzt, kann nebenbei die vielen Häuser im Jugendstil bestaunen.
- Die Street-Art von Metz entdecken: Wer genau hinschaut, wird schon durch Zufall immer wieder kleine Kunstwerke an den Fassaden erspähen. Für alle, die’s ernst meinen, gibt es aber auch einen vier Kilometer langen Rundweg namens „Street Art“, der durch die Stadt führt.
- Kunst gucken im Centre Pompidou-Metz: Allein das Gebäude mit seinem geschwungenen Dacht ist schon ein Kunstwerk. Das Museum zeigt moderne und zeitgenössische Kunst und ist für alle unter 26 Jahren kostenlos.
- Fotos knipsen am Temple Neuf: Wer ein schönes Fotomotiv sucht, ist hier richtig. Die Kirche „Temple Neuf“ steht nämlich auf einer kleinen Insel, umflossen von der Mosel. Hier befindet sich ebenfalls der Jardin d’Amour (zu deutsch: Liebesgarten“) und der Place de la Comédie mit dem Opern- und Schauspielhaus von Metz.
Kunst und Süßigkeiten im wunderschönen Nancy
- Zählt als einer der schönsten Plätze der Welt: die Place Stanislas. Der zentrale Punkt in Nancy ist aber nicht nur schön anzusehen, sondern hat mit dem Rathaus, der Oper und dem Fine Arts Museum auch einiges zu bieten. Gemeinsam mit der angrenzenden Place de la Carrière und der Place d’Alliance wurde sie 1983 zum Unesco Weltkulturerbe erklärt.
- Ab ins Museum: Musée de l’École und Musée des Beaux-Arts. Wer Kunst liebt, wird sich in Nancy wohlfühlen. Hier warten einmal das Musée des Beaux-Arts (auf deutsch: „Museum der Schönen Künste“), direkt am Place Stanislas, das Kunst vom 14. bis ins 21. Jahrhundert zeigt. Wer mehr zum Jugendstil, der die Stadt prägt, lernen möchte, macht am besten einen Abstecher ins Musée de l’École.
- Ein Traum für alle Schleckermäuler: Wer nach Nancy kommt, sollte auf jeden Fall die zahlreichen Süßigkeiten probieren. Dazu gehört zum Beispiel der Gâteau Saint-Epvre, ein Kuchen, der aus zwei Mandel-Schaumgebäckscheiben besteht und in der Mitte mit Vanillecreme und Krokantsplittern gefüllt ist. Für die Spezialität bekannt ist unter anderem die Pâtisserie Adam. Macarons-Liebhaber:innen werden hingegen bei „La Maison des Soeurs Macarons“ fündig. Ebenfalls typisch für Nancy und die Region Lothringen sind der rumgetränkte Kuchen „Baba au rhum“, die Bonbons „Bergamottes de Nancy“ oder die bekannten „Madeleines“.
- Lothringische Spezialitäten kosten im Restaurant Les Frères Marchand oder der Brasserie L’Excelsior: Beide Lokale sind bekannt für ihre landestypische Küche. Während das Les Frères Marchand vor allem für guten Käse und schnuckelige Einrichtung bekannt ist, geht’s im L’Excelsior eher schick zu. Hier tragen die Kellner:innen Fliege und man kommt aus dem Staunen in dem historischen Jugendstilgebäude kaum mehr raus.
- Die Altstadt entdecken: Bei einem Spaziergang durch Nancy sollte man auf jeden Fall auch der wunderschöne Platz „Place Saint Epvre“, dem Museum „Palais des Ducs de Lorraine“ und dem historischen Stadttor „Porte de la Craffe“ einen Besuch abstatten.
Ausflug in die Stadt der Liebe: Paris
- Spaziergang durch das Künstlerviertel Montmartre: Egal ob tagsüber bei Sonnenschein und blauem Himmel oder abends, wenn die Sonne untergeht: Auf den Stufen vor der Basilika Sacre Coeurs kann man eine der schönsten Aussichten auf Paris genießen! Außerdem kann man in der Rue Véron nach Street-Art Ausschau halten oder am Place du Tertre Kunst shoppen und Künstler:innen bei der Arbeit zusehen.
- Picknick à la français: Mit Baguette, Käse und Wein den Tag ausklingen lassen? Na, wenn das mal nicht typisch französisch klingt! Die schönsten Picknick-Spots sind unter anderem am Champs de Mars (direkt vor dem Eiffelturm), an der Seine (zwischen dem Place Saint Michel und der Brücke Pont de Sully) und auf den Wiesen direkt am Canal Saint-Martin.
- Alle gehen in den Louvre, wir gehen lieber ins Musée d’Orsay: Zu Recht ist der Louvre eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in Paris – mindestens genauso schön ist aber das Musée d’Orsay. Ursprünglich befand sich hier mal ein Bahnhof, was vor allem die große Bahnhofhalle inklusive Uhr noch erahnen lässt.
- Schlendern durch die gedeckten Passagen: Eine wunderschöne Besonderheit in Paris sind die überdachten Passagen, in denen es vor kleinen Restaurants, Cafés und Läden nur so wimmelt. Besonders schön sind zum Beispiel die Galerie Véro-Dodat, die Passage des Panoramas oder die Passage Jouffroy.
- Abendprogramm in den Varietés oder Kabaretts genießen: Vielen ist vor allem das Moulin Rouge ein Begriff – es gibt aber auch viele andere Theater, die man in Paris gesehen haben sollte! Dazu gehören unter anderem das „Chez Michou“, das „La Main au Panier“ oder das „Crazy Horse“.