Französischer Markt in Ludwigsburg Zwischen Macarons, Oliven und Lavendelseife

Seifen, Honig, Bonbons: Wie im Frankreich-Urlaub. Foto: Simon Granville

Leben wie Gott in Frankreich: Der französische Markt ist bis Samstag auf dem Rathaushof in Ludwigsburg. Acht französische Händler bieten allerlei Kulinarisches.

Ludwigsburg: Sandra Lesacher (sl)

Am wärmsten ist es bei den Macarons. Die kleinen, knallbunten gefüllten Mandelbaiser-Kekslein sind nämlich empfindlich. Sie mögen keine nasse Kälte wie an diesen eher trüben Herbsttagen. Macarons mögen überhaupt wenig. Gleich nach dem Backen sind sie zu hart, bei hoher Luftfeuchtigkeit werden sie matschig . . . Deshalb isst man sie am besten gleich. Was ja nicht so schwer ist. Nur die Auswahl könnte schwer fallen. Elf Sorten gibt es an dem Stand auf den französischen Markt in Ludwigsburg – von Karamell mit gesalzener Butter über Bitterschokolade bis hin zu Kirsche, Zitrone oder Nutella.

 

Apropos: Die Nuss-Nougat-Creme scheint die Füllung der Wahl am Crêpes-Stand zu sein. Der ist neu auf dem französischen Markt. Angesichts der Stapel von Nutella-Gläsern dürften die bretonischen Pfannkuchen mit der Schokocreme des italienischen Herstellers besonders gut laufen.

Nebenan gibt es Pain au chocolat und Croissants. Natürlich echte, französische. „Deutsche Croissants haben in der Regel zu wenig Butter“, sagt Horst Brauner, der Organisator des französischen Marktes. „Die Papiertüte muss richtig fettig werden.“ Das tut sie.

Für die schlanke Linie ist das meiste hier freilich nichts. Aber der französische Markt kommt ja auch nur zweimal im Jahr nach Ludwigsburg. „Es muss etwas besonderes bleiben“, sagt Horst Brauner. Er hatte vor 19 Jahren im Frankreichurlaub die zündende Idee. Auf der Île de Ré an der französischen Westküste sah er die klitzekleinen Märkte dort und dachte sich: „Das könnte funktionieren.“ Er trommelte ein paar Händler aus ganz Frankreich zusammen und stellte mit ihnen französische Märkte in ganz Deutschland auf die Beine.

In Ludwigsburg ist der französische Markt zum vierten Mal

Ein Konzept, das so gut ist, dass es Nachahmer hat. Was nicht weiter schlimm wäre. Allerdings haben einige der Mitbewerber in jüngster Zeit mehrfach den Versuch unternommen, Horst Brauner und seinen Händlern die Standorte streitig zu machen. Seither werden die Termine der Märkte nicht mehr im Internet veröffentlicht.

In Ludwigsburg ist der französische Markt jetzt zum vierten Mal. „Ein eingeführter, guter Standort“, sagt der Organisator über den Rathaushof in der Barockstadt. Das Wetter war dem Markt zwar nicht immer hold – bei der Premiere im Februar vergangenes Jahr fegten Windböen sogar die Zelte weg. Aber die frankophile Kundschaft ist eindeutig da und kauft Quiche, Flammkuchen, Oliven, Terrinen, luftgetrocknete Würste und Käse . . .

„Oh, dieser Käse“, schwärmt Horst Brauner. „Das ist nichts, was man irgendwo im Supermarkt bekommt.“ Genauso wie das Nougat nebenan. Mit Pistazien. Oder mit Waldbeeren. Mit exotischen Früchten. Oder mit Kastanien . . . Délicieux!

„Französische Waren haben eine gute Reputation“, erklärt der Organisator des Marktes sein Erfolgsrezept. Und zwar bei allem, was das Schöne im Leben angeht. Der Duft von Lavendel – pur oder als Seife, Wein von den Côtes du Rhône, Crêpettes mit Vanille, Mini-Croissants mit Rum, Enten-Rillette oder Reh-Terrine mit Steinpilzen . . . „Das ist wie Urlaub“, sagt Brauner. „Das ist das Gefühl, das ich auslösen will.“ Es scheint zu gelingen. Darauf ein Macaron. Und ein Gläschen Champagner.

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