Frauen-Hallenfußball-Gala Triumph für den VfL Herrenberg

Das Siegerteam vom VfL Herrenberg durfte sich über ein Preisgeld von 600 Euro freuen. Foto: Harald Rommel

Die Spielerinnen des VfL Herrenberg küren sich ungeschlagen zum Sieger der fünften Ausgabe der Sindelfinger Frauen-Hallenfußball-Gala im Glaspalast.

Spielfreude, Leidenschaft, hohes Tempo – die fünfte Ausgabe der Frauen-Hallenfußball-Gala im Sindelfinger Glaspalast hatte alles zu bieten, was das Fußballherz begehrt. Doch auch das Fairplay kam beim Kräftemessen mit Teams aus ganz Süddeutschland nicht zu kurz: Nicht eine einzige Zeitstrafe wurde in den 56 Spielen verhängt. „Druck nein, Spaß haben ja“, lautete ein Teil des Erfolgsrezept von Steven Riechers, dem Trainer des VfL Herrenberg. Seine Spielerinnen entschieden das Finale gegen den SC Biberbach mit 2:1 für sich und konnten sich über einen Scheck in Höhe von 600 Euro freuen.

 

Vorrunde

Einen perfekten Turnier-Start legten die Gastgeberinnen der VfL Sindelfingen Ladies mit einem glasklaren 4:0 in der Gruppe A über die Futsal-Spezialistinnen des TSV Weilimdorf auf dem Kunstrasen hin. Die VfL-Ladies, die als Zweiter in der Verbandsliga überwintern, standen jedoch nach der unerwarteten 0:2-Niederlage gegen die SpVgg Feuerbach aus der Regionenliga bereits mächtig unter Druck. Im nächsten Spiel wartete dann kein geringerer als Lokalrivale VfL Herrenberg. Eine Mannschaft, die es in allen vier Auflagen zuvor stets in die Geldränge geschafft hatte und mit den ungefährdeten Siegen gegen TSV Weilimdorf (6:0) und SV Hoffeld (4:0) bereits mit einem Bein in der Zwischenrunde stand. Im kreisinternen Duell warfen die VfL-Ladies alles in die Waagschale und erreichten ein respektables 1:1 gegen die Herrenbergerinnen. Diese durften sich nach dem 5:0 im Duell mit Feuerbach über den Gruppensieg freuen.

Um den zweiten Platz, der ebenfalls den direkten Einzug in die Zwischenrunde bedeutete, ging es in der abschließenden Partie zwischen Hoffeld und Sindelfingen. Und hier drehte der klassentiefere SV Hoffeld den VfL-Ladies mit 2:1 eine lange Nase. Sehr zum Ärgernis auch von Sindelfingens Coach Niko Koutroubis, der das Geschehen von der Tribüne aus verfolgte und sich sicher war: „Das Weiterkommen wäre allemal möglich gewesen.“ Das Coaching überließ er seinem Co-Trainer Danial Omaj, dessen Urteil lautete: „Nächstes Jahr müssen wir es wieder besser machen.“ Koutroubis war indes gleich mit zwei Teams an den Start gegangen. Neben den VfL-Ladies trainiert er auch noch Oberligist SV Hegnach, der in der Gruppe B ebenfalls ersatzgeschwächt an den Start ging und nicht über einen enttäuschenden vierten Platz hinaus kam.

Auch ohne Sieg ein gelungener Jahresabschluss für den TSV Grafenau

Das olympische Motto „Dabei sein ist alles“ genoss beim TSV Grafenau um Trainerin Nina Steger hingegen oberste Priorität. „Als Nachbar und Kreisverein ist es doch eine Selbstverständlichkeit, hier an den Start zu gehen“, sagte sie und war nicht unzufrieden mit dem Auftritt ihrer Schützlinge. Sowohl gegen den FC Augsburg als auch gegen den späteren Vierten TSV Frommern verloren sie nur hauchdünn mit 0:1. Dafür reichte es gegen den Bedburger Ballspielverein, einer Mannschaft die extra aus dem Rheinland angereist war, dank des Treffers von Anett Wolf zu einem 1:1-Achtungserfolg. Ein solcher lag auch gegen den SV 67 Weinberg in der Luft, doch nach dem eigenen Führungstreffer von Maja Gerlach drehte der Regionalligist den Spieß noch in ein 3:1 um. „Für uns kann es keinen besseren und schöneren Jahresabschluss geben, als sich hier im Glaspalast mit höherklassigen Klubs zu messen“, betonte Nina Steger trotz des Ausscheidens in der Vorrunde.

Zwischenrunde

In der ersten K.o.-Runde zeigte sich der VfL Herrenberg gegen den 1. FC Schweinfurt von seiner Schokoladenseite. Rückkehrerin Tiffany Schiewe steuerte bei ihrem Comeback im VfL-Trikot gleich zwei Tore zum 4:1-Sieg gegen das Team aus Unterfranken bei. Außerdem trafen Jennifer Marquart und Nelly Buchholz. Im darauffolgenden Spiel gegen den TSV Münchingen sorgte Katharina Baumann für das erlösende 1:0 und damit den Endstand. Als Gruppensieger zog das Team ins Halbfinale ein.

Halbfinale

In der ersten Halbfinalpartie behielt der SC Biberbach mit 1:0 über die Polizeiauswahl Baden-Württemberg, bei der unter anderem die ehemalige Herrenbergerin und Sindelfingerin Selina Bürk (jetzt SG Jebenhausen/Bezgenriet) antrat, die Oberhand. In der zweiten Begegnung schlug die große Stunde von Maja Delisimunovic, die mit einem Hattrick den 3:0-Sieg des VfL Herrenberg gegen den chancenlosen TSV Frommern besorgte. Später wurde sie zudem zur besten Spielerin des Turniers gewählt.

Spiel um Platz drei

Hier schlug Jule Bianchi von der Polizeiauswahl BW, die ansonsten für St. Georgen in der Oberliga antritt, zwei Fliegen mit einer Klappe. Mit den beiden Treffern zum 2:0 über TSV Frommern sicherte sie den Polizistinnen nicht nur Bronze, sondern durfte sich mit insgesamt sieben Buden auch noch über die Torjägerkanone freuen.

Endspiel

„Das war nochmals eine knifflige Angelegenheit“, sagte Steven Riechers über die Finalpartie gegen den SC Biberbach und war hochzufrieden mit der Leistung seiner Schützlinge. Lisa Marie Sock brachte die Grün-Weißen in Front. Nach dem Ausgleichstreffer deutete vieles auf eine Verlängerung hin. Doch 17 Sekunden vor Ertönen der Schlusssirene fasste sich Sock abermals ein Herz und überwand erneut die zur besten Torhüterin der Gala gekürte Mona Lichtenstern, die sogar über ein Zweitspielrecht für den FC Bayern München verfügt. „Die Mädels haben es sich redlich verdient“, sagte der Steven Riechers angesichts der nahezu makellosen Bilanz und sprach von „einem souveränen Auftritt.“

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