Mehr als Ergebniskosmetik war für die HSG Leinfelden-Echterdingen nicht mehr drin: Wie erwartet haben die Regionalliga-Handballerinnen am Samstagabend gegen den Aufstiegskandidaten HC Schmiden/Oeffingen mit 24:28 verloren. Damit endet für das Team von Trainerin Mona Binder eine unbefriedigende Hinrunde. „Ich habe mir mehr erhofft“, sagt die Trainerin. Nach elf Spielen belegt das Filder-Team den drittletzten Tabellenplatz.
Schon vor der Runde hatte die neu eingestiegene Trainerin angekündigt, dass es einige Zeit brauche, bis die Abläufe völlig passen. Und tatsächlich: Gegen die favorisierten Gäste lief bei der HSG bereits auch einiges sehr gut. „Wenn wir so gegen die vorherigen Gegner gespielt hätten, hätten wir gegen alle gewonnen“, sagt Binder. Diesmal klappte es anfänglich auch mit dem schnellen Umschaltspiel und der Chancenverwertung. Durch die gute offensive Leistung in der Anfangsphase hielt die Truppe vom Sportpark Goldäcker lange mit und führte zeitweise sogar mit zwei Toren. „Wir haben den Ball mehr laufen lassen. Wenn wir das machen, dann klappt es um einiges besser“, sagt Binder. Zudem zeigten die Filder-Handballerinnen mehr Emotionen auf und neben dem Feld. „Das haben wir in den vorherigen Spielen etwas vermisst. Heute haben wir es aber auf die Platte gebracht“, lobt die Trainerin.
Dann aber gibt es die Dinge, die bislang immer noch nicht so gut laufen und die HSG abermals um Punkte gebracht haben. Vor der Pause leisteten sich die Echterdingerinnen eine kleine Schwächephase und gingen deshalb mit einem 13:14-Rückstand in die Pause. Zu Beginn der zweiten Hälfte agierten die Gastgeberinnen deutlich unsicherer und fanden keine Lösung auf den frühen Druck, den die Verteidigung der HC Schmiden/Oeffingen auf die Rückraumspielerinnen um Leonie Strack ausübte. Zudem vereitelte Gäste-Keeperin Chantal Schmid mehrere aussichtsreiche Chancen.
„Wir sind mental noch nicht stark genug, dass wir uns nach drei, vier schlechteren Aktionen direkt wieder aufrichten“, sagt die ehemalige Drittliga-Handballerin Mona Binder. In der Mannschaft fehle jemand, der die anderen aufrüttelt. So zogen die Gäste innerhalb der ersten zehn Minuten des zweiten Abschnittes auf 17:13 davon. Der Knackpunkt des Spiels, denn den Vier-Tore-Rückstand konnte die HSG Leinfelden-Echterdingen nicht mehr wettmachen. Zumal sie sich eine weitere Schwächephase erlaubten. „Das waren aber keine Pflichtpunkte“, sagt Binder.
Spielerisch besser als die Tabelle aussagt
Der Auftritt macht aber dennoch Mut für die am 10. Januar gegen den TSV Bönnigheim beginnende Rückrunde. „Wir sind spielerisch besser, als wir dastehen“, sagt Binder. In die gleiche Kerbe schlägt Gästetrainerin Anja Itterheim: „Sie sind deutlich besser, als die Tabelle aussagt.“ Das möchte Mona Binder in der Rückrunde auch deutlich machen und die vielen engen Spiele diesmal auf die Seite der HSG Leinfelden-Echterdingen ziehen. „Wo wir am Ende landen, wird man dann sehen“, sagt die Trainerin.
Auch die Sportliche Leiterin Lena Fink möchte nach der durchwachsenen Hinrunde kein klares Tabellenziel mehr ausgeben, korrigiert das vorherige Ziel „Platz sechs oder besser“ jedoch nach unten: „Für uns geht es jetzt um das Mittelfeld.“ Dafür müsse man insbesondere in den ersten fünf Spielen der Rückrunde ordentlich punkten. „Aktuell machen wir uns keine Gedanken um den Abstieg“, sagt Fink. Geht der Rückrundenstart jedoch in die Hose, dann müsse man sich ab Februar damit auseinandersetzen. „Ich bin aber fest davon überzeugt, dass wir damit nichts zu tun haben werden“, bekräftigt Fink.
HSG hält am Trainerteam um Mona Binder fest
Überzeugt ist die Sportliche Leitung nach wie vor von Trainerin Mona Binder und Co-Trainer Benjamin Schwarz. „Grundsätzlich passt es zwischen den Spielerinnen und dem Trainerteam. Da gibt es absolut keine Zweifel, dass es nicht weitergehen wird“, sagt Fink.
HSG Leinfelden-Echterdingen: Thellmann, Lieb; Strack (3), Seiter (6), Allmendinger, Schuck (2), Fischer, Elsäßer (5), Kriessler (4), Rienhardt, Amor, Prang, Biehl (3), Knapp (1).