Frauen im Fokus 7 Anwärterinnen auf große Karrieren in Film, Medien und Musik

Die neue Agentin 007: Dieses Bild von Lashana Lynch im verschobenen neuen Bond-Film „No Time to Die“ hat das Studio im April 2020 veröffentlicht. Foto:  
Die neue Agentin 007: Dieses Bild von Lashana Lynch im verschobenen neuen Bond-Film „No Time to Die“ hat das Studio im April 2020 veröffentlicht. Foto:  

Eine junge „Tatort“-Kommissarin, eine schwarze Agentin 007, eine neue Queen Elizabeth. Wir listen sieben Frauen auf, die die Durchstarterinnen des Jahres 2021 werden könnten.

Berlin - Wer wird in Film, Musik, Fernsehen und Medien die Schlagzeilen bestimmen im neuen Jahr? Diese sieben Frauen stehen in den Startlöchern.

1. Lashana Lynch – eine Frau als Agentin 007

Als erste Frau und als erste Schwarze soll Lashana Lynch im neuen James-Bond-Film „No Time To Die“ die Agentin 007 spielen. Dass die 32-jährige Britin in ihrer Rolle als Nomi die berühmte Dienstnummer bekommt, sorgt für Aufsehen. „Es gibt viele sehr starke weibliche Rollen in der Bond-Reihe“, sagte Lynch. „Wir wollten, dass Nomi das fortsetzt und etwas wirklich Einzigartiges und Starkes mitbringt.“

Als taffe Pilotin Maria Rambeau in der Comic-Verfilmung „Captain Marvel“ wurde die Londonerin mit jamaikanischen Wurzeln 2019 einem breiten Publikum bekannt. Mit Bond folgt der nächste Kino-Blockbuster, der nach Corona-bedingter Verschiebung Ende März starten soll.

Nachfolgerin von Daniel Craig wird Lynch aber nicht. „Eine ,#MeToo-Version’ von James Bond? Ich glaube, das gibt es nicht“, versichert sie. Die Nummer 007 bekommt Nomi, weil sich Bond zu Filmbeginn im Ruhestand befindet. Dass die Agentin ihm Paroli bieten wird, ist aber schon im Trailer zu sehen. „Kommen Sie mir nicht in die Quere“, droht sie Bond. „Wenn doch, jage ich Ihnen eine Kugel ins Knie.“

2. Jasna Fritzi Bauer – Schauspielerin, Dichterin, Kommissarin

Als Kommissarin Liv Moormann geht Jasna Fritzi Bauer erstmals im Frühsommer 2021 im Ersten an die Arbeit, wenn sie mit ihren Kollegen Luise Wolfram und Dar Salim im Bremer Tatort (Arbeitstitel: „Neugeboren“) ermittelt. „Eventuell wird 2021 auch noch ein zweiter Fall im Ersten zu sehen sein, wenn wir schnell genug sind“, sagt die 31-Jährige.

Die in Wiesbaden geborene und in Berlin lebende Schauspielerin hat die schweizerische und chilenische Staatsangehörigkeit. Sie spielte auf der Volksbühne Berlin und im Burgtheater Wien. Im Dezember 2019 kam die Nachricht von Radio Bremen, dass sie zum neuen Ermittler-Trio gehört. Was man für einen Tatort braucht? „Tolle Kollegen“ und ein „bisschen Wahnsinn“, verrät die 1,58 Meter große Schauspielerin.

Aber der Tatort ist nur ein Highlight für sie im nächsten Jahr. Sie sei sehr glücklich, „dass ich auch 2021 weiter an meinen Herzensprojekten arbeiten kann. Zum einen das Kulturprojekt „Heute schreibe ich Gedichte“ (Instagram: @heuteschreibeich) und zum anderen den Podcast „Unter Dry“, den ich gemeinsam mit Anna Maria Mühe und Cristina do Rego aufnehme.“

3. Buzzy Lee – Steven Spielbergs talentierte Tochter

Sie hätte sich den Karrierestart mit dem Nachnamen des weltberühmten Vaters auf ihrem Studio-Debütalbum wohl einfacher machen können. Doch als Musikerin versteckt sich Sasha Spielberg (30), die Tochter des Hollywood-Regisseurs Steven Spielberg und der Schauspielerin Kate Capshaw, hinter dem Pseudonym Buzzy Lee. Was dieser Künstlername nicht verbergen kann, ist das riesige Talent der in Los Angeles geborenen Sängerin, die seit 2004 in mehreren Spielberg-Filmen mitwirkte.

Stimmlich kommt sie wie eine US-Version von Kate Bush daher. Und auch der geheimnisvoll-ätherische Sound des Ende Januar erscheinenden, von Nicolás Jaar produzierten Buzzy-Lee-Werks „Spoiled Love“ lässt an die britische Pop-Ikone denken. „Dieses Album entstand aus einer Trennung heraus, und es wurde von den vorbeiziehenden Jahreszeiten geprägt“, erzählt Sasha Spielberg über die neun in Kalifornien und Norditalien entstandenen, sehr atmosphärischen Lieder.

Mit dem Elektro-Experimentalkünstler Jaar hatte sie vorher schon im Projekt Just Friends zusammengearbeitet, ehe sie bei Live-Auftritten und als Buzzy Lee mit ersten eigenen Songs überzeugte. Nun gilt Steven Spielbergs begabte Tochter als eine der Popmusikerinnen, die 2021 den Durchbruch schaffen dürften. Promi-Bonus braucht sie nicht.

4. Leni Klum – auf Mamas Spuren?

Ihre vier Kinder hat Model und TV-Star Heidi Klum stets aus der Öffentlichkeit herausgehalten. Auch Leni, das älteste Klum-Kind und Tochter des früheren Formel-1-Managers Flavio Briatore, blieb bislang privat. Doch das könnte sich nun ändern: Leni soll einen Part in der neuen Staffel der Klumschen Castingshow „Germany’s Next Topmodel“ bekommen. Geheimnisvoll kündigte die Mama dazu neulich bei Instagram an: „Bring-dein-Kind-zur-Arbeit-Tag“ und dazu den Hashtag der Sendung #GNTM. Dazu postete Klum ein Foto von sich und der 16-Jährigen. Richtig zu sehen bekamen die Follower Leni allerdings nicht, auf den wenigen Bildern trägt sei eine Mund-Nasen-Bedeckung.

In den Fokus rückt sie dennoch zunehmend: Sie selbst hat inzwischen einen Instagram-Account, auf dem sie hin und wieder Einblicke in ihren Alltag gibt. Auch Heidi zeigt ihre Älteste verstärkt – tanzend im Garten in Los Angeles oder beim Spaziergang durch Berlin. Aber: Lenis ganzes Gesicht bekamen Fans bislang nur auf jahrealten Kinderfotos zu sehen. Womöglich kommt im kommenden Jahr in der Pro7-Show die Enthüllung der Supermodel-Tochter.

5. Christine Strobl – neue ARD-Film-Chefin

Schaut man einen Film im Ersten oder in den dritten Programmen der ARD, ist Christine Strobl mit hoher Wahrscheinlichkeit daran beteiligt gewesen. Die Filmexpertin steht seit Jahren an der Spitze der Degeto Film GmbH. Die ARD-Gemeinschaftseinrichtung kauft fiktionale Programminhalte und lässt auch viele Filme produzieren. Im Ersten zum Beispiel verantwortet die Degeto nach eigenen Angaben rund 80 Prozent aller fiktionalen Filme.

Jetzt macht die Medienmanagerin und Tochter von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) den nächsten Sprung – an die Spitze der ARD-Programmdirektion als Nachfolgerin von Volker Herres. Im Mai geht es los. In ihr Gebiet fallen das Erste und die ARD-Mediathek, und Strobl kümmert sich auch um den Bereich von linearen und nonlinearen Videoangeboten. Das ist eine entscheidende Stelle – denn Streaming boomt weltweit und in Deutschland. Die öffentlich-rechtlichen Sender haben zuletzt das Angebot ihrer Mediatheken massiv ausgebaut.

Die 49-Jährige, die mit dem baden-württembergischen Innenminister Thomas Strobl (CDU) verheiratet ist, gilt als sehr gut vernetzt in der Film- und Fernsehbranche.

6. Imelda Staunton – Königin auf Netflix

Fans der Royals dürften 2021 besonders gespannt auf Imelda Staunton sein, die in der fünften Staffel der Netflix-Serie „The Crown“ Königin Elizabeth II. spielen wird. Die 65-Jährige übernimmt die Rolle von Olivia Colman (46), die in der dritten und vierten Staffel die Monarchin spielte. Zuvor hatte Claire Foy (36) die Queen verkörpert. Da „The Crown“ das Leben der britischen Royals über mehrere Jahrzehnte erzählt, wechseln die Schauspieler, damit die Charaktere authentisch altern.

In einem Fernseh-Interview in der britischen Sendung „This Morning“ gab Staunton im Oktober zu, angesichts der Aufgabe auch etwas Druck zu verspüren – aber ebenso viel Vorfreude. „Ich trete in die Fußstapfen von zwei außergewöhnlichen Schauspielerinnen, aber auch in die eines außergewöhnlichen Menschen.“ Obwohl die Dreharbeiten erst im Sommer 2021 anfangen sollen, sei sie schon dabei zu üben.

Auf der großen Leinwand erschien die in London geborene Britin bisher unter anderem in „Harry Potter und der Orden des Phönix“ und in Mike Lees anrührendem Drama „Vera Drake“ von 2004. Darin spielt sie eine Frau, die heimlich Abtreibungen durchführt.

7. Arlo Parks – Sängerin mit prominenten Fans

Mit ihren 20 Jahren klingt die Britin Arlo Parks schon wie ein Soul-Star. Dabei hat die Musikerin, die mit bürgerlichem Namen Anaïs Oluwatoyin Estelle Marinho heißt, noch nicht einmal ein Album herausgebracht. Das hat die BBC dieses Jahr nicht davon abgehalten, Parks auf die Liste der „Breakthrough Artists“ zu setzen. In gefeierten Singles wie „Eugene“ oder „Hurt“ verpackt Parks melancholische Texte in eingängigen Indie-Pop und groovende R&B-Rhythmen. Nebenher schreibt sie Gedichte.

Ihr Vater stammt aus Nigeria, ihre Mutter wurde in Frankreich geboren, wie Parks dem britischen „Guardian“ erzählte. „Wir wurden immer dazu motiviert, über unsere Gefühle zu sprechen.“ Ihre erste EP nannte sie „Super Sad Generation“. Doch als Stimme ihrer Generation wolle sich die Musikerin, die in ihren Liedern auch ihre Bisexualität thematisiert, nicht verstanden wissen.

Auch die ehemalige First Lady Michelle Obama ist bereits Fan: „Eugene“ ist Teil ihrer offiziellen Playlist auf Spotify. Im Januar 2021 soll das Debütalbum der Londonerin erscheinen.




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