Der Ball rollt wieder bei den Frauen des FSV Waldebene Ost, allerdings nicht mehr unter der Leitung von Emil Berisa. Foto: imago/Sportfoto Zink
Der Verein peilt mit seiner Frauenmannschaft erneut die oberen Tabellenplätze an, doch die unschönen Nebengeräusche sind nicht zu überhören. Auch gilt es den Verlust der Torschützenkönigin erst einmal aufzufangen.
Eineinhalb Wochen noch, dann beginnt für die Frauen des FSV Waldebene Ost in der Fußball-Oberliga die neue Saison. Schon vor dem Anpfiff wartet der Verein mit einem personellen Paukenschlag auf: So ist der Trainer Emil Berisa mit sofortiger Wirkung raus. Der Grund: Am vergangenen Sonntag bat er um die Auflösung seines Vertrags.
„Das Vertrauen und der Respekt aus der Mannschaft waren nicht mehr gegeben, und meine Arbeit wurde vom Verein nicht mehr wertgeschätzt“, sagt Berisa selbst. Er führt Differenzen bezüglich der Spielidee an, außerdem seien des Öfteren Dinge über seinen Kopf hinweg entschieden worden. Was für Berisa das Fass schließlich zum Überlaufen brachte: Vereinsverantwortliche und Spielerinnen hätten hinter seinem Rücken Gespräche geführt. Von Vereinsseite wollte auf Nachfrage unserer Zeitung niemand zu dem Thema Stellung beziehen. Nur so viel: Man willigte zu Berisas Ausstieg ein. Dessen Amtszeit endet damit nach nur acht Monaten. Im Januar war man beim FSV Waldebene froh gewesen, in dem 35-Jährigen endlich wieder eine feste Trainerlösung gefunden zu haben.
27-jährige Ex-Spielerin übernimmt den Trainerposten
Nun übernimmt interimsweise die Ex-Spielerin Lena Mowlai (27), die bereits in der Hinrunde der vergangenen Saison eingesprungen war. „Wir sind happy mit Lena, beschäftigen uns aber mit allen Optionen“, sagt Florian Kapfer, der seit Kurzem Michael Harnisch in der sportlichen Leitung unterstützt. Trotz der Turbulenzen schrauben er und die Seinen die Erwartungen höher: Es soll nicht nur der Abstieg vermieden, sondern eine Platzierung unter den besten fünf Teams werden. Blickt man auf die vergangenen vier Jahre, in denen es am Ende nie schlechter als Rang vier war, scheint dies ein realistisches Ziel. Die klare Favoritenrolle sehen sie freilich auch auf der Waldebene beim großen Stuttgarter Nachbarn. „Mit den Mitteln des VfB können wir nicht mithalten, das ist eine andere Hausnummer“, sagt Kapfer.
Lena Mowlai /privat
Doch war auch sein Verein auf dem Transfermarkt rege unterwegs und verpflichtete eine ganze Elf an neuen Spielerinnen. Vor allem im Sturm war Handlungsbedarf, nachdem sich Lisa Kröper zum Regionalligisten SV Hegnach verabschiedet hat. Mit 17 Treffern war sie zuletzt Torschützenkönigin der Oberliga. „Natürlich tut uns das weh, in ihre Fußstapfen zu treten, ist schwer“, weiß Kapfer. „Das wird eine Teamleistung sein müssen, auch Lisa stand nicht alleine auf dem Platz.“
Wie gut die Mannschaft den Abgang ihrer Topscorerin verkraftet, muss sich im Ligawettbewerb erstmals am 17. September (14 Uhr) zeigen. Dann erfolgt zuhause der Start gegen die zweite Mannschaft des Karlsruher SC. Zuvor absolvieren die Waldebene-Frauen am anstehenden Wochenende einen letzten Test: Sie spielen am Sonntag (14 Uhr) an selber Stätte gegen den Verbandsligisten SV Eutingen.