Die EWS-Arena in Göppingen wird kein Schauplatz der Frauenhandball-Weltmeisterschaft 2017 sein. Der Deutsche Handballverband entschied sich für einen Mitbewerber.

Region: Corinna Meinke (com)

Göppingen - Das Tauziehen hat ein Ende: Nur eine der fünf Bewerbungen aus Württemberg, Austragungsort der Frauenhandball-Weltmeisterschaft 2017 zu werden, war erfolgreich. Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg) hatte die Nase vorn, während Göppingen, Stuttgart, Ludwigsburg und Ulm keinen Stich machten. Mit Enttäuschung hat Mario Kreh die Nachricht des Deutschen Handballbunds (DHB) aufgenommen. Der Geschäftsführer der Göppinger EWS-Arena macht dafür auch die mangelnde räumliche Infrastruktur verantwortlich.

Eine sehr gute Göppinger Bewerbung

Göppingen habe eine sehr gute Bewerbung abgegeben, sagte der DHB-Generalsekretär Mark Schober, und sein Präsident Andreas Michelmann ergänzte, der Verband sei bei Länderspielen sehr gerne Gast in Göppingen. Letztlich habe das Bietigheimer Paket aber besser gepasst.

Zu wenig Umkleiden, zu wenig Platz für die Presse

Zwar fasst die Göppinger EWS-Arena 5600 Zuschauer und erfüllt damit die DHB-Anforderungen, die in der Vorrunde bei 3000 Sitzplätzen liegen. Aber die Umkleideräume reichen nicht, wie bei dem hochrangigen Turnier benötigt, für sechs Mannschaften aus. Zu gering seien zudem die Zahl der Presseplätze, das Angebot an Nebenräumen und die Flächen für die Medien insgesamt, sagte Kreh. „Wir hätten das mit mobilen Bauten lösen können“, betonte er. Beispielsweise habe man angeboten, die Logen in Fernsehstudios umzubauen.

Auch das Thema Hotelbetten hat nach Schobers Worten bei der Entscheidung eine Rolle gespielt. Mindestens 90 Zimmer bräuchten alleine die Mannschaften. Ausreichend Zimmer zu finden sei im nördlichen Teil des Großraums Stuttgart deutlich einfacher.

Auch das Geld wird eine Rolle gespielt haben

Nur spekulieren lässt sich laut Kreh , wie stark ökonomische Faktoren bewertet wurden. Während Leipzig und das Land Sachsen gemeinsam eine halbe Million Euro Zuschuss avisiert hatten und den Zuschlag für Vor- und Hauptrundenspiele erhielten, gab es von der Stadt Göppingen eine Zusage über 20 000 Euro, angefragte Sponsorengelder seien noch nicht beziffert. Konkrete Zahlen wollte ein Sprecher der Stadtwerke Bietigheim, die die vom DHB ausgewählte Ege-Trans Arena betreiben, nicht nennen, sprach aber von einem Gesamtpaket mit Leistungen des Handballsponsors Olymp und dem städtischen Busunternehmen.

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