Frauenhaus Ludwigsburg Breite Allianz für Finanzierung – nur die Freien Wähler zögern

Jeden Tag muss das Frauenhaus bedrohte Frauen abweisen. Foto: Imago/Funke Foto Services

Zwei Millionen Euro soll der Kreis Ludwigsburg im nächsten Haushalt bereitstellen. Dafür gibt es inzwischen eine breite Allianz. Der Umbau des alten Kurhotels in Hoheneck kostet 3,8 Millionen Euro.

Ludwigsburg: Karin Götz (kaz)

Gute Nachrichten für das Projekt Frauenhaus. Auch wenn am Sonntag Wahl ist und sich die Fraktionen im Kreistag – personell und womöglich auch in der Stärke – verändern werden. Aktuell ist klar: SPD, Grüne, Linke und FDP wollen, dass der Kreis für die Erweiterung des Frauenhauses zwei Millionen Euro in den Haushalt einstellt. Auch von der CDU gibt es positive Signale, lediglich bei den Freien Wählern muss noch Überzeugungsarbeit geleistet werden.

 

Er selbst stehe hinter der finanziellen Unterstützung, versicherte Rainer Schäuffele von den Freien Wählern am Dienstag bei der Podiumsdiskussion, zu der der Verein Frauen für Frauen je einen Vertreter der Fraktionen ins Frauenhaus eingeladen hatte. „Wir sind viele Köpfe und auch viele Bürgermeister“, machte Schäuffele, der selbst Rathauschef in Erligheim ist, den Versuch einer Erklärung. Am Bedarf habe man keine Zweifel, doch was den Standort angehe, so gebe es bei den Freien Wählern viele Fragezeichen.

Gemeint ist das ehemalige Kurhotel in Hoheneck, das die Wohnbau freihält. Das ist nach sorgfältiger Prüfung durch den Verein sowohl von der Lage, als auch von der Immobilie her perfekt. Der Umbau in ein Frauenhaus würde rund 3,8 Millionen Euro kosten. Mit zwei Millionen Euro vom Kreis, den Rücklagen des Vereins und Geld aus Spenden beziehungsweise Stiftungen werde die Umsetzung zwar kein Kinderspiel, aber leistbar, ist Arezoo Shoaleh, Pädagogische Leitung des Vereins, überzeugt.

Im Gespräch von rechts: Erika Schellmann (FDP), Rainer Schäuffele (FW), Claus-Dieter Meyer (CDU), Arezoo Shoaleh, Alexandra Metzger (SPD), Christine Knoß (Grüne) und Andreas Frisch (Linke). Foto: Karin Götz

Im März hieß es aus dem Kreishaus: Mit Unterstützung der Kreissparkasse wolle man den Immobilienmarkt noch einmal ausloten. „Bisher hat uns die KSK ein Objekt vermittelt“, sagt Shoaleh. „Aber das kostet auch 1,8 Millionen Euro und muss kernsaniert und umgebaut werden, und am Ende liegt man dann über 3,8 Millionen Euro.“

Kommende Woche kann Shoaleh die Fraktion der Freien Wähler überzeugen. Denn sie kommt – wie es die der anderen Parteien schon waren – zu einem Gespräch ins Frauenhaus. Es gehe nicht einfach um ein Dach über dem Kopf irgendwo in einem Hotel oder in einer Wohnung für die Frauen, machte Shoaleh am Dienstagabend noch einmal deutlich. „Die Frauen werden bedroht und verfolgt. Es geht um Schutzräume“

Und die braucht es dringend. Beim Katastrophenschutzzentrum, das 20 Millionen Euro kosten wird, sei alles ganz schnell gegangen, war sich die Runde einig. Das zeige, dass – wenn man etwas unbedingt wolle – es auch schnell gehen könne. „Und beim Frauenhaus geht es zu langsam voran“, so Schäuffele. „Denn die Situation der Frauen ist eine Katastrophe, die schon da ist.“

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