Freche Comic-Variante der Bibel: „In God we trust“ Bislang Unbekanntes vom Allmächtigen

Gott als zeitweilig Depressiver, Jesus als Terminator, Adam als Pornodarsteller: der französische Comic-Künstler Winshluss provoziert ganz ordentlich. Aber seine ulkige Bibelvariante „In God we trust“ wird mehr von der Sehnsucht nach einem vorstellbaren Gott geprägt als vom Hass aufs Himmlische.

Wie weit her ist es eigentlich mit Gottes Allmacht? Der Comiczeichner Winshluss setzt den Kraftmaxe Superman ein, um das zu testen. Ein Unentschieden kann es da nicht geben. Foto: Avant-Verlag
Wie weit her ist es eigentlich mit Gottes Allmacht? Der Comiczeichner Winshluss setzt den Kraftmaxe Superman ein, um das zu testen. Ein Unentschieden kann es da nicht geben. Foto: Avant-Verlag

Stuttgart - Jeden Tag nur paradiesische Zustände, das wird auf Dauer auch langweilig. Adam im Garten Eden bekommt das zu spüren. Weil Gott ein netter Kerl ist, erfindet er für die Krone seiner Schöpfung auch noch das Federballspiel. So jedenfalls erzählt das – mit einer kleinen Abweichung von der alttestamentarischen Überlieferung – der französische Comic-Künstler Winshluss in seiner kecken Bibel-Bearbeitung „In God we trust“. Winshluss‘ Bilder machen klar, dass der Allmächtige so wenig Freude am Federballspielen hat wie Adam an ewiger Geruhsamkeit.

Gott ist hier ein freundlicher, aber auch jähzorniger und leicht depressiver Bierwampenträger mit langen blonden Haaren und verwuchertem Bart. Er könnte gut und gerne als Landkommunen-Altfreak durchgehen. Wenn man mal davon absieht, dass Altkommunarden nicht bloß ein großes Auge in der Mitte der Stirn haben.

Der erste Pornofilm der Welt

In Gottes Hand wirkt der Federballschläger klein wie ein Cocktailschirmchen, die Bespaßung Adams wird also auf Dauer unbequem. Erst das bringt den Höchsten auf die Idee, dem Menschen eine Gefährtin zu erschaffen. Die auch bei Winshluss als Schlange auftretende Versuchung hat übrigens die Instinkte eines Pornofilmproduzenten. Kaum ist der verbotene Apfel der Erkenntnis vernascht, hält die Schlange beim ersten Sex der Welt die Kamera drauf.

„In God we trust“ wird buchstabengläubigen Frommen kaum als Lobpreisung des Herrn erscheinen. Ein trinkfreudiger Heiliger mit dem Pfeil seines Martyriums quer durch den Schädel führt uns von einer Wolke herab durch einige Kernepisoden der Bibel, deren fragwürdige Aspekte deutlich herausgestellt werden. Die Opferung Isaaks etwa geht gründlich schief, was aber nur illustriert, wie fremd unserem heutigen Denken die manipulativen Spiele mit den Menschen sind, die Gott vom Alten Testament zugeschrieben werden. Jehovah legt eine recht irdische Kurzaffäre mit Maria hin, Jesus kehrt als Terminator und Zombie-Erwecker zum verfrühten Jüngsten Gericht auf Erden zurück.