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Freibad-Fakten Jeder Fünfte pinkelt ins Becken

Von red  

Diese Spezies ist kein Mythos: Die Beckenpinkler. Statistisch gesehen verrichtet nämlich jeder fünfte Badegast seine Notdurft im Wasser. Doch wie sauber ist das Badewasser im Freibad eigentlich? Und wie erkennt man ein verunreinigtes Becken? Hier gibt es alle Daten und Fakten.

Wer im Freibad seine Runden dreht, der schluckt nicht nur Wasser und Chlor - sondern eben auch Urin. Foto: SWBB
Wer im Freibad seine Runden dreht, der schluckt nicht nur Wasser und Chlor - sondern eben auch Urin. Foto: SWBB

Manchmal will man mit Wahrheiten nicht direkt konfrontiert werden. Zum Beispiel, dass Schokolade nicht dick macht, Schnaps nach einem fetthaltigen Essen die Verdauung anregt oder ein Bier dank der isotonischen Wirkung gesund ist. Und dass das Badewasser im Schwimmbad sauber ist. Ist es aber leider nicht.

Diese Tatsache ist zwar nicht die erfreulichste, aber sie ist erforscht und nachweislich belegt. Denn es gibt sie: Die Beckenpinkler. Statistisch gesehen ist sogar jeder fünfte Badegast ein Beckenpinkler.

Wie sauber ist das Badewasser wirklich?

Wer an einem heißen Sommertag verschwitzt ins kühle Wasser hüpft, der schluckt nicht nur Wasser und Chlor, sondern auch Urin. Wie stark das Wasser verschmutzt ist, kann jeder Schwimmer vor dem Sprung ins verunreinigte Wasser selbst feststellen. Riecht es stark nach Chlor, ist eine hohe Menge an Harnstoff im Wasser. Denn Chlor selbst riecht kaum. Der typische „Schwimmbadgeruch“ entwickelt sich erst, wenn Chlor mit Harnstoff, Hautschuppen und Schweiß reagiert, es entstehen Chlorverbindungen, sogenannte Chloramine.

Wenn man einen Chlorgeruch im Freibad wahrnimmt, denkt man das Wasser ist sauber. Doch das ist ein Trugschluss. Je stärker der Chlorgeruch, desto stärker die Belastung des Wassers.

So verhält man sich richtig im Freibad

Allerdings reicht es nicht, dass Badegäste nur zur Toilette gehen. Denn Harnstoff gelangt nicht nur über Urin ins Wasser, sondern auch über die Haut und den Schweiß. Nur wenn sich alle Schwimmer vor dem Sprung ins kühle Nass duschen, bleibe den anderen Badegästen der Schluck Pipi erspart.

Vor dem Sprung in das erfrischende Nass, bitte einmal gründlich abbrausen. Duschen entfernt mehr als 90 Prozent des Harnstoffgehalts auf der Haut. Hautschuppen und Sonnenmilchreste werden über das Abwasser in der Dusche entfernt.

Was das Chlor im Wasser macht

Chlor wird als Desinfektion im Schwimmbad eingesetzt. Es tötet Keime ab und verbindet sich mit den Zerfallsprodukten von Harnstoff und anderen stickstoffhalteigen Verbindungen im Badewasser. Dabei entstehen nach zwei Reaktionsabläufen Trichloramin – der Stoff, der für den typischen Schwimmbadgeruch verantwortlich ist. In Hallenbädern kann die Konzentration dieser Chloramine für Babys und Asthmatiker problematisch werden und ist verantwortlich für die roten Schwimmeraugen.

Über die Beckenpinkler

Wie viel Urin in einem Wasserbecken landet, hängt von der Anzahl der Personen, der sportlichen Aktivität und der Wassertemperatur ab. Im angenehm temperierten Wärmebecken eines Hallenbades ist die Konzentration deutlich höher als in einem kühlem Becken an der frischen Luft. Urin enthält zwar hauptsächlich Wasser, aber auch stickstoffhaltige Verbindungen.

Das Desinfektionsmittel Chlor geht mit dem Harnstoff, der Harnsäure, sowie dem Eiweiß-Abbauprodukt Kreatinin Verbindungen ein, die teilweise unschöne Wirkungen haben. Sie riechen nicht nur unangenehm, sondern reizen auch die Haut und Schleimhäute. Im Freibad ist dies nicht so problematisch wie im Hallenbad.

Wer seine Blase leert, scheidet durchschnittlich 350 Milliliter aus. Da nicht jeder Badegast so hemmungslos ist, haben Wissenschaftler einen Durchschnittswert von 50 Milliliter pro Badegast und Stunde ermittelt. Anders ausgedrückt: 14 von 100 Badegästen pinkeln ins Wasser.

Strenge Hygienevorschriften in Bädern

Wem es trotzdem vor dem Pipi fremder Menschen im Badewasser ekelt, dem sei gesagt: Urin ist nahezu steril. Und die beste Prävention ist, beim Schwimmen möglichst wenig Wasser zu schlucken. Außerdem kontrollieren die Bademeister ständig die Belastung des Wassers und sorgen für die höchste Sauberkeit in den Bädern und ein unbedenkliches Badevergnügen.