Freibad Göppingen Die Saison fällt komplett ins Wasser

S o präsentiert sich die Göppinger Freibadbaustelle derzeit von der neuen Rutsche aus gesehen. In diesem Jahr fällt die Badesaison flach. Foto: Stadtwerke Göppingen Foto:  

Nicht wegen des jüngsten Hochwassers, aber wegen des vielen Regens insgesamt sind die Bauarbeiten im Göppinger Freibad noch nicht fertig. Zudem verhindern Lieferengpässe, dass das Bad in dieser Saison geöffnet wird.

Nach der bereits einmal verschobenen Saisoneröffnung sollten die Umbauarbeiten im Göppinger Freibad jetzt eigentlich fertig sein und die ersten Badegäste ins Wasser springen. Doch das wäre eine harte Landung – die Becken sind leer. Schlimmer noch: Das ganze Bad gleicht noch einer Großbaustelle. Im Gemeinderat ließ Martin Bernhart, der Chef der Stadtwerke, jetzt die Bombe platzen: Aus der Badesaison 2024 wird im größten Freibad des Landkreises nichts mehr.

 

Ausnahmsweise ist aber nicht das Hochwasser schuld, die miese Witterung der vergangenen Wochen allerdings schon. Um darzustellen, wie es zu der Misere kam, hatte sich Bernhart extra die Regentage seit Baubeginn im vergangenen Oktober auflisten lassen: Von 124 Arbeitstagen seien 54 verregnet gewesen. „Wenn es regnet, kann man keinen Edelstahl schweißen“, erklärte er. Die Entscheidung, die Becken mit Metall statt Fliesen auskleiden zu lassen, erweist sich als Bumerang. Denn eigentlich hätten die Edelstahlarbeiten vertragsgemäß bis Ende März fertig sein sollen. Noch aber ist die beauftragte Firma davon weit entfernt.

„Schöner Mist“, befand nicht nur Ingo Hagen (CDU). Auch seine Gemeinderatskollegen gaben sich zerknirscht. „Es ist schlimm, dass das so gelaufen ist“, meinte beispielsweise Susanne Weiß (FDP/FW). Letztlich, so die Quintessenz im Gremium, sei aber nichts zu machen. Die Saison müsse ausfallen.

Der Nichtschwimmerbereich ist das Sorgenkind

Das große Schwimmer- und Sprungbecken ist inzwischen zwar mit Edelstahl ausgekleidet. Sorgenkind ist aber der Nichtschwimmerbereich mit den Attraktionen Sprudelliege, Strömungskanal und Schaukelbucht. Mit diesem Becken sind auch die neuen Rutschen verbunden. Dort hat nicht nur die Witterung die Arbeiten zurückgeworfen, sondern es gab auch Lieferschwierigkeiten bei Einbauteilen, die unter dem Beckenboden liegen. Bestimmte Rohrbögen würden erst Ende Juni ins Werk des Herstellers geliefert, berichtete Bernhart. Bis die Anlage produziert, geliefert, eingebaut und abgenommen werden könne, werde es September. Dann ist die Freibadsaison vorbei.

Bernhart stellte den frustrierten Stadträten mehrere Varianten vor, wie es weiter gehen könnte. Darunter auch die Möglichkeit, den Boden im Nichtschwimmerbereich provisorisch ohne Attraktionen zu verschließen. Das könnte, wenn das Wetter ab jetzt mitspielt, bis Ende August, also kurz vor Saisonende, gelingen. Es würde aber Mehrkosten von etwa 30 000 Euro verursachen. Die Stadträte lehnten dankend ab.

Schultriathlon soll ermöglicht werden

Große Sorgen machten sich die Lokalpolitiker aber um den Göppinger Schultriathlon am 18. Juli. Dafür seien bereits 300 Schüler angemeldet, sagte etwa Heidrun Schellong (SPD): „Es wäre fatal, wenn der Schultriathlon abgesagt werden müsste“. Es aber wurde deutlich, dass es nicht so einfach ist, den Triathlon in ein anderes Bad zu verlegen, denn die Schwimmstrecke muss mit der Rad- und Laufstrecke abgestimmt sein. Die Forderung mehrerer Gemeinderäte: Die Stadtwerke müssen den Organisatoren zur Seite springen, um eine Lösung zu finden. Bernhart sagte zu, die Stadtwerke würden alles daran setzen, dass die Schülerinnen und Schüler am 18. Juli das Schwimmbecken auf einer ansonsten komplett abgesperrten Baustelle nutzen könnten, bevor die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden.

Prekär könnte die Situation in den Freibädern im Kreis werden, weil auch im Salacher Freibad, das an warmen Tagen sehr viele Besucher anzieht, die Saison gefährdet ist. Dort sind die Überflutungen vom vergangenen Wochenende schuld.

Barbarossa-Therma ist geöffnet

Ersatz
Damit die Badegäste, die nicht auf ein anderes Freibad ausweichen wollen oder können, nicht ganz auf den Schwimmbadbesuch verzichten müssen, soll wenigstens die Bade-Arena der Barbarossa-Thermen in Göppingen auch während des Sommers zur Verfügung stehen.

Aufschub
Eigentlich sollte im Hallenbad an der Lorcher Straße die Decke saniert und das Bad deshalb für einige Wochen geschlossen werden. Diese Arbeiten seien angesichts des Freibadproblems auf das kommende Jahr verschoben worden, heißt es seitens der Stadtwerke.

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