Am Sonntag schließen fast alle Freibäder im Kreis Esslingen. Die Besucherzahlen liegen in den meisten Bädern leicht über dem Durchschnitt – trotz der Wetterkapriolen.

Wahrscheinlich bringt Christoph Ballhaus von den Stadtwerken Nürtingen das Problem der jetzt endenden Freibadsaison 2025 im Kreis Esslingen auf den Punkt: „Lange Hitzeperiode, lange kühle Regenzeit, nichts dazwischen.“ Die Besucherzahlen, so der Leiter der Bäderabteilung, seien im Nürtinger Freibad deshalb „sehr schwankend“ ausgefallen – auf die ganze Saison betrachtet aber „mit 135 000 Badegästen fast ausgeglichen.“

 

Noch keine endgültige Bilanz kann Bürgermeister Thomas Matrohs für Deizisau ziehen, denn das älteste Freibad im Kreis Esslingen ist zugleich das mit der längsten Saison: Während in fast allen anderen Bäder im Kreis Esslingen das derzeit untertemperierte Badefinale an diesem Sonntag in die Zielgerade biegt, schließt Deizisau erst in zwei Wochen, am letzten Septembersonntag, Pforten und Becken. Bis dahin, hofft Matrohs, könnte die Besucherflaute um den verregneten Ferienbeginn noch etwas kompensiert werden.

Ein Symbolbild, das die Freibadsaison im Kreis Esslingen auf den Punkt bringt. Foto: dpa

Ähnliche Bilanzen in den Freibädern im Kreis Esslingen

Für die Esslinger Bäder vermeldet Stadtwerke-Sprecher Holger Koller im Vergleich mit dem Vorjahr konstante Besucherzahlen: 90 000 im Neckarfreibad, 43 000 im Berkheimer Freibad bis Anfang September. Die endgültige Zählung folgt nach Saisonschluss. Im Reichenbacher Freibad im Grünen lag der Zuspruch wetterbedingt „leicht unter dem Niveau der Vorjahre“, teilt Falk Knobloch von der Gemeindeverwaltung mit. Ins Denkendorfer Freibad kamen 80 000 Menschen – so viele wie im Vorjahr, sagt Gemeindesprecherin Birgit Krattenmacher.

Freibad in Kirchheim hat noch eine Weile offen

Überm Schnitt liegen die 56 000 Bädegäste im Wernauer Quadrium-Freibad. Auch im Neuhausener Bädle stieg die Besucherzahl leicht an auf 30 000 – trotz unbeheiztem Wasser. In Kirchheim gibt man sich zufrieden mit dem Publikumsandrang. Laut Stadtsprecherin Vanessa Palesch kamen ungefähr so viele Leute wie in den vergangenen Jahren. Nur im Juli zwangen die Niederschläge die Gästeziffer in die Knie, aber die Hitzeperioden hoben sie in die Höhe. Und vielleicht geht ja noch was in der verlängerten Saisonkurve, denn Kirchheim zählt zu den Freibad-Langstreckenläufern im Landkreis. Hier darf noch bis übernächsten Sonntag geplanscht und geschwommen werden.

Apropos: Wie wär’s mit einer generellen Ausdehnung der Saison nach vorn und nach hinten, wo doch der Klimawandel möglicherweise schon im April Hitze und eventuell noch im Oktober Hochdruck beschert? In Reichenbach werde das regelmäßig geprüft, sagt Knobloch, eine Entscheidung liege jedoch derzeit nicht vor. Er verweist auf „Faktoren wie Personalverfügbarkeit, Betriebskosten und Wirtschaftlichkeit“. Die anderen Bäder erteilen einer Saisonverlängerung deshalb gleich eine Absage. Birgit Krattenmacher begründet das für Denkendorf auch mit dem enorm steigenden Energie- und Ressourceneinsatz für die Beckenheizung, wenn die Nachttemperaturen unter zehn Grad Celsius sinken.

Rutsche im Neckarfreibad Esslingen wird saniert

Für Esslingen käme bei entsprechendem Wetter allenfalls, wie in der Vergangenheit praktiziert, ein Zuschlag um eine Woche infrage, sagt Holger Koller. Und in Deizisau ist „eine noch längere Saison aus wirtschaftlicher Sicht nicht vorstellbar“, erklärt Bürgermeister Matrohs. Vielmehr müsse es darum gehen, das auf jährlich 260 000 Euro angestiegene Defizit zu verringern und gleichzeitig die Attraktivität des Bades zu erhalten. Immerhin hat die Gemeinde vor der diesjährigen Saison zusätzliche 400 000 Euro in die Sanierung der Sanitäranlagen gesteckt.

In Kirchheim wurde zum Saisonstart das neue Kinderplanschbecken fertig. Im Esslinger Neckarfreibad erfreuen neue Kinderspielgeräte die kleinen Gäste, in Berkheim wurde ein neues Klettergerüst errichtet. „Wir beobachten, dass die Familienbereiche sehr gut angenommen werden“, sagt Koller. Vor der Saison 2026 wird die allseits beliebte Rutsche im Neckarfreibad saniert.

Und wie stand es mit der Sicherheit? Keine besonderen Vorkommnisse, melden die Bäder. Die üblichen Regelverstöße konnten in aller Regel vom Personal geregelt werden, nur in wenigen Einzelfällen musste die Polizei eingreifen. Allerdings treffen einige Bäder Vorsorge und setzen an Tagen mit Hochbetrieb Sicherheitspersonal ein; laut dem Nürtinger Betriebsleiter Ballhaus zur Abschreckung – und zur Unterstützung derjenigen, die im Freibad vielleicht den meisten Belästigungen ausgesetzt sind: der Bademeisterinnen und Bademeister.