Freibadstart in Fellbach 1000 Besucher dürfen im F3 baden gehen

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Der Freibadbetrieb im Fellbacher Badetempel startet erst am 18. Juni wieder – deutlich später als in anderen Schwimmbädern. Begrenzt wird der Besuch auf drei Zeitfenster mit Registrierung. Eine Saisonkarte wird es in diesem Jahr nicht mehr geben.

Eintauchen in kühle Fluten: Für den Freibadbesuch gelten in Corona-Zeiten besondere Hygieneregeln, dichtes Aufschwimmen oder Überholen sind nicht erlaubt. Foto: dpa/Uli Deck
Eintauchen in kühle Fluten: Für den Freibadbesuch gelten in Corona-Zeiten besondere Hygieneregeln, dichtes Aufschwimmen oder Überholen sind nicht erlaubt. Foto: dpa/Uli Deck

Fellbach - Seit Mitte März ruht der Schwimmbetrieb im Fellbacher Badetempel F3, nun soll die Freizeiteinrichtung nach und nach wieder eröffnen. Den Anfang macht am kommenden Donnerstag in einem ersten Schritt das Freibad.

Der Zutritt ist streng geregelt

Das unter Dach untergebrachte Spaßbad sowie die Saunen sollen Ende Juni beziehungsweise Anfang Juli folgen. „Den Betrieb herunterzufahren war definitiv einfacher, als ihn mit all den Vorgaben zu Hygiene und Abstandsgeboten jetzt wieder hochzufahren“, sagt Christopher Probst, der gemeinsam mit Marcus Eichstädt als Geschäftsführer des F3 fungiert. Während die Stuttgarter und beispielsweise auch das Waiblinger Freibad bereits kommenden Montag die Pforten öffnen und das Wunnebad in Winnenden sogar schon Mitte dieser Woche geöffnet hat, wählt das Fellbacher Bad einen späteren Start.

Der Zutritt ist streng geregelt. Es gibt drei Zeitfenster, während derer sich zunächst jeweils maximal 1000 Besucher - die Zahl kann auf 1600 erweitert werden - im Bad aufhalten dürfen. Nach jedem Zeitfenster wird desinfiziert und gereinigt. Im Becken ist die Zahl der Schwimmer auf 149 Personen begrenzt, dies wird streng mit der Ausgabe von Armbändchen überwacht. Ins Kinderplanschbecken dürfen höchstens 19 Personen gleichzeitig.

Das Freibad ist der erste Testlauf für die Öffnung des gesamten F3-Bads

Das Schwimmbecken hat je einen festgelegten Ein- und Ausstieg, zum Teil sind Schwimmbahnen abgegrenzt. Ein Abstand von 1,5 Metern sei sowohl außerhalb als auch im Becken unbedingt zu wahren, sagt Marcus Eichstädt. Deshalb ist innerhalb der Bahnen weder dichtes Aufschwimmen noch Überholen erlaubt. „Wir appellieren an die gegenseitige Rücksichtnahme“, sagt Eichstädt. Die innen liegenden Dusch-räume dürfen die Freibadbesucher nicht nutzen, für sie stehen lediglich die Kaltwasser-Außenduschen zur Verfügung. Im Eingangsbereich des Bades muss Mund-Nasenschutz getragen werden.

Das Freibad ist der erste Testlauf für die Öffnung des gesamten F3-Bads. An Konzepten für die Öffnung der Innenbereiche und Saunen wird noch gefeilt. Beispielsweise dürfen laut der momentan gültigen Verordnung lediglich drei Personen einen Duschraum von 20 Quadratmetern gleichzeitig nutzen – was im Saunabereich in der Praxis bedeutet, dass immer nur eine Person in der Dusche sein darf. „Diese Vorgaben legt die Landesverordnung fest, sie können sich künftig immer wieder ändern und werden an die jeweilige Situation der Corona-Pandemie angepasst“, sagen die Badbetreiber.

Der Einzeleintritt für erwachsene Personen soll angehoben werden

Ein saurer Apfel für alle Schwimmer sind die Eintrittspreise. Eine Saison- oder Zehnerkarten wird es in diesem Jahr im Freibadbereich nicht geben. Bereits gekaufte 10er und Jahreskarten fürs gesamte Bad können jedoch eingelöst werden. Wer sommers gerne täglich schwimmt, für den addieren sich die Einzeleintritte schnell in beachtliche Höhen. Jeder Besucher muss sich zunächst online registrieren, alle relevanten Daten werden so erfasst und nach vier Wochen wieder gelöscht. Der Einzelticketpreis ist entweder online oder an der Kasse möglichst bargeldlos zu entrichten.

Eine für dieses Jahr geplante Preiserhöhung der Freibadeintritte haben die Badbetreiber zwar angesichts fehlender Duschmöglichkeiten und eingeschränkten Nutzungszeiten kurzfristig noch zurückgenommen. Der Einzeleintritt für erwachsene Personen sollte beispielsweise von 3,80 Euro auf 4,10 Euro angehoben werden. Andere Bäder in der Region zeigen sich mit ihren „Corona-Tarifen“ jedoch deutlich kulanter. So wird in den Stuttgarter Freibädern lediglich der Abendtarif verrechnet (3,30 Euro), auch Waiblingen hat einen Sonderpreis von drei Euro eingerichtet. Im Schorndofer Ziegeleibad gilt immerhin für die regelmäßigen Frühschwimmer zwei Stunden lang eine Saisonkarte für 52 Euro. Selbst das Backnanger Wonnemar bietet für Frühschwimmer einen günstigen Tarif zu drei Euro an.

Das alles scheint in Fellbach nicht möglich zu sein. „Wir haben durch all die Auflagen immense Kosten“, begründet Christopher Probst die Preiskalkulation. Während der vergangenen drei Schließmonate haben die Mitarbeiter Kurzarbeitergeld bezogen, zusätzlich erhielt das Bad „eine kleine Unterstützung vom Land“, so Christopher Probst. Jetzt bei der Wiedereröffnung sei trotz beschränkter Besucherzahlen eine hohe Personaldichte erforderlich, hinzu kämen die Kosten für Desinfizierung und zusätzlichen Aufwand.

Während viele Freibäder in der Region von der Kommune betrieben werden, hat die Stadt Fellbach vor sieben Jahren das F3-Bad zwar erbaut, die Betriebsleitung jedoch in die Hand der G1-Gruppe gelegt und ihr das Bad langjährig verpachtet. Ein Mitspracherecht hat die Stadt gleichwohl - über die Städtische Holding Fellbach GmbH. Dies kommt beispielsweise bei der Preisgestaltung im Sportbereich zum Tragen, bei Erlebnisbad und Sauna überlässt die Stadt dem Bad die Kalkulation. Info: Das F3-Freibad hat ab 18. Juni von 7.30 bis 19 Uhr geöffnet. Verfügbar sind drei Zeitfenster: 7.30 bis 9.30 Uhr, 10 bis 14 Uhr und 15 bis 19 Uhr. Badeschluss ist immer s 15 Minuten vor Ende des jeweiligen Zeitfensters. Ohne eine vorherige Reservierung ist der Zugang nicht möglich.




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