Hundeschwimmen ist ein tierisches Vergnügen, dass viele Freibäder zum Saisonende ermöglichen. Im Kreis Esslingen öffnen Wernau und Neuffen am 21.September für Vierbeiner.
Mit dem Hund ins Freibad – das ist eigentlich tabu. In Deutschlands Badeanstalten ist Herrchen und Frauchen der Zutritt mit ihrem Vierbeiner in der Regel ausdrücklich verboten. Aber es gibt Ausnahmen: Zum Ende der Saison bieten immer mehr Freibäder einen Hundebadetag an. Am Sonntag, 21. September, öffnen im Kreis Esslingen zwei Schwimmbäder für diesen tierischen Wasserspaß: Wernau und Neuffen.
Wernaus Bürgermeisterin Christiane Krieger schwärmt noch immer von der gelungenen Premiere im vergangenen Jahr: Da war das Freibad der Kleinstadt zum ersten Mal für drei Stunden den Fellnasen vorbehalten – und Dutzende Hundehalter nutzten begeistert das Angebot. Für Krieger stand noch am selben Tag fest: „Es spricht nichts gegen eine Wiederholung.“ Die findet nun am kommenden Sonntag von 14 bis 17 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. Eingelassen werden jedoch nur Tiere mit Hundemarke und gültigem Impfschutz, die Halter müssen zudem eine Hundehalter-Haftpflichtversicherung vorweisen.
Am Hundebadetag wird auf Chlor im Wasser verzichtet
Das Höhenfreibad in Neuffen lädt schon zum dritten Mal zum Hundeschwimmen ein, bevor es in die Winterpause geht. Am Sonntag dürfen Labrador, Pudel und Co. wieder ins große Schwimmbecken springen und im Kinderbecken planschen. Der Eintritt kostet 50 Cent pro Pfote. Für den Hundebadetag verzichtet man hier – wie in allen anderen Freibädern übrigens auch – auf den Einsatz von Chlor im Wasser und die Umwälzungsanlage wird abgeschaltet.
Im Neckarfreibad in Esslingen und im Freibad im Stadtteil Berkheim hingegen müssen Hunde weiterhin draußen bleiben. Einen Badetag lehnen die Stadtwerke Esslingen (SWE) kategorisch ab. Obwohl der Wunsch danach laut dem SWE-Sprecher Holger Koller „gelegentlich“ an die Freibadbetreiberin herangetragen werde, gebe es „derzeit keine dahingehenden Überlegungen“, teilt er auf Anfrage mit. Schon im Jahr 2019 sei ein Hundebadetag im Verwaltungsausschuss der Stadt thematisiert worden – „und ein entsprechender Antrag für erledigt erklärt“, berichtet Koller. An den Gründen für die Ablehnung habe sich seither nichts geändert.
Zum einen würden laut den Stadtwerken „bautechnische Gründe“ gegen das Hundeschwimmen in den beiden Bädern sprechen. Wie Koller erläutert, gibt es einen Höhenunterscheid von 50 Zentimetern zwischen Beckenrand und Wasser, die Becken sind mit einer Folie ausgekleidet. „Infolgedessen kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Hunde beim Verlassen des Schwimmbeckens die Folienauskleidung beschädigen.“
SWE: Für Hundebadetag ist der Personalaufwand zu hoch
Zudem müsse für eine solche Veranstaltung Personal bereitgestellt werden – neben Kassierern und einer Wasseraufsicht bräuchte man für das abschließende Saubermachen, insbesondere der Sanitäranlagen, auch noch Reinigungskräfte. Diese Mitarbeiter habe man jedoch nicht, so Koller. Denn in Esslingen beginnt mit dem Ende der Freibadsaison gleich die Hallenbadsaison, sagt Koller.
Die ist am 15. September gestartet. Und jetzt, nach zweijähriger Sanierungspause, steht auch wieder das Merkel’sche Schwimmbad zur Verfügung. Dieser nahtlose Übergang sei „eine Herausforderung“, die das Team der Esslinger Bäder bewältige, betont Koller und fügt in aller Deutlichkeit hinzu: „Die Freibäder nach dem Beginn der Hallensaison mit einem zusätzlichen Hundebadetag in den Freibädern zu fordern, ist aus unserer Sicht wegen des erforderlichen Personalaufwandes zu viel.“
Hund im Freibad: Hygienische Bedenken unbegründet
Ähnlich sieht es in Nürtingen aus. Dort endete am vergangenen Sonntag die viermonatige Freibadsaison, die Mitarbeiter wechselten umgehend ins Hallenbad, das seit Dienstag mit seiner Bäderlandschaft und der Sauna geöffnet ist. Der reguläre Betrieb bindet das vorhandene Personal. In Kirchheim liegt die Schwierigkeit, einen Hundebadetag zu organisieren, vor allem in der Unplanbarkeit: Die Freibadsaison endet nicht zu einem festen Datum, sondern variiert je nach den Wetterbedingungen und kann bis Ende September dauern. Noch haben die Betreiber keinen Schlusstag benannt.
Übrigens: Hygienische Bedenken sind nach Ansicht der Initiative „Hund im Freibad“ unbegründet. Beim Hundeschwimmen gebe es „keinen Unterschied zu menschlichen Badegästen“, heißt es in einer Mitteilung. Die Vierbeiner würden in etwas genauso viele Haare verlieren wie die Zweibeiner. „Die Filteranlagen werden daher nicht zusätzlich belastet.“ Für die Badegäste würden sich keine Nachteile ergeben, denn eine DIN-Norm schreibe die Komplettreinigung der Schwimmbecken inklusive aller Filter mindestens einmal im Jahr vor.
Hundebadetage in der Region
Organisation
Die Initiative „Hund im Freibad“ setzt sich seit 2014 bundesweit für spezielle Hundeschwimmtage am Ende der Badesaison ein und unterstützt die Betreiber bei der Organisation. Eigenen Angaben zufolge fanden im vergangenen Jahr über 260 Hundebadetage statt.
Termine
In der Region Stuttgart machen laut der Initiative folgende Freibäder bei der Aktion mit. Am Samstag, 20. September: Böblingen (11-15 Uhr) und Bietigheim-Bissingen (11-17 Uhr). Am Sonntag, 21. September, laden neben Wernau und Neuffen die Freibäder in Fellbach (10-17 Uhr), Kernen-Stetten (10-14 Uhr), Murrhardt (12-16 Uhr) und Backnang (12-17 Uhr) ein. Am Samstag, 27. September, ist Hundebadetag in Sindelfingen (10-15 Uhr). Alle Termine findet man online unter: www.hundimfreibad.de