Freibäder in Stuttgart Welche Bäder sind besonders familienfreundlich?

Die meisten Kinder sind kleine Wasserratten, weshalb Freibäder beliebte Ziele für Familienausflüge sind. Foto: Frank May/dpa

Badelustige Familien finden in Stuttgarts Freibädern vielfältige Angebote. Wo fühlen sich Eltern von Kleinkindern besonders wohl – und welches Freibad ist für ältere Kinder besonders attraktiv? Ein Überblick.

Endlich Sommer, endlich Sonne! In Stuttgart gibt es für heiße Tage viele schöne Orte zum Runterkühlen. Allen voran die fünf städtischen Freibäder. Dabei hat jedes seine Besonderheiten. Die einen bieten wilde Attraktionen für ältere Kinder, die anderen punkten mit besonders attraktiven Kleinkindbereichen. Hinzu kommt das Mineralbad Leuze, das mit seinem großzügigen Außenbereich auch in diesen Monaten eine gute Adresse ist. Wir geben Tipps, welches Freibad für welchen Familientyp das Richtige ist.

 

Im Inselbad Untertürkheim führen gleich zwei große Rutschen ins Nichtschwimmerbecken. Foto: Stuttgarter Bäder/z

Eines für alle – das Inselbad

Das kleine Kind füllt im seichten Bereich Wasser in ein Kübelchen, das größere saust im Nichtschwimmerbecken nebenan die Wellenrutsche herunter. Der Vater sitzt dazwischen unter einem Baum im Schatten und hat beide gut im Blick. Das Inselbad in Untertürkheim bietet für Kinder jeden Alters etwas, vor allem im Kleinkindbereich direkt hinter dem Eingang, der großzügig angelegt ist und sich über zwei miteinander verbundene Becken erstreckt. Für Krabbelkinder gibt es ein extra Bassin in Form einer Schnecke, in der das Wasser nur handbreithoch steht. In den Schwimmpausen geht es zum Klettern und Buddeln auf den sich anschließenden Spielplatz.

So arbeitet man sich als Familie mit den Jahren immer tiefer ins weitläufige Gelände vor, das direkt neben dem Neckar liegt. Im Nichtschwimmerbecken, das in einen Schwimmerbereich übergeht, gibt es neben der Wellen- auch eine 90 Meter lange Röhrenrutsche. Außerdem einen Wildwasserkreisel. Daneben können die Eltern ihre Bahnen ziehen. Im hinteren Teil des Bades warten das große Becken und ein weiteres mit Startblöcken, Ein-Meter-Brett und der Sprungturm. Von 3, 5, 7,5 und 10 Metern kann man sich in die Tiefe stürzen. Und wenn die Kinderzeit dann vorbei ist, gibt es für Erwachsene auch einen FKK-Bereich.

Für alle Ost-Bezirke gut erreichbar gelegen, ist das Inselbad häufig sehr voll und vor allem bei Teenagern beliebt. Man erreicht es deshalb am besten mit der U4 bis zum Bahnhof Untertürkheim, Parkplätze gibt es nur wenige direkt vor dem Bad.

Der sicherlich schönste Fünf-Meter-Sprungturm Stuttgarts steht im Höhenfreibad Killesberg. Foto: Stuttgarter Bäder/Thomas Wagner

Eine Oase am Rande des Höhenparks – das Höhenfreibad Killesberg

Gerade Familien mit kleinen Kindern fühlen sich im Höhenfreibad Killesberg pudelwohl. Das Planschbecken für die Kleinen mit Bodenblubbern und einer Drachenrutsche ist hier besonders großzügig angelegt – und der buntgekachelte Wasserspielplatz für die ganz Kleinen unterm Sonnensegel natürlich ein großer Spaß. Es gibt viele Schatten spendende Bäume, Liegestühle, einen Spielplatz mit Schiff und eine große Spielwiese. Was will man mehr?

Was viele Familien ebenso schätzen dürften: die räumliche Trennung zwischen klein und größer. Denn zwischen dem großen Mehrzweckbecken und dem Bereich für die kleineren Kindern liegt ein Hügel. Als wären es zwei Bäder in einem. Das ist ein Vorteil – kann für manche Familie aber auch ein Nachteil sein. Wer sehr unterschiedlich alte Kinder hat, muss sich entscheiden, wo er sein Lager aufschlägt und ob die großen schon so selbstständig sind, dass man sie alleine ins 50-Meter-Mehrzweckbecken lässt.

Das große Becken punktet unter anderem mit dem sicherlich schönsten Fünf-Meter-Sprungturm Stuttgarts (die klassischen Drei- und Ein-Meter-Bretter gibt es natürlich auch), einem Nichtschwimmerbecken (das aber tiefer ist als auf der anderen Seite des Hügels), einem Strömungskanal und mit mehr Platz für Schwimmer als zum Beispiel im Möhringer oder Sillenbucher Freibad. Auf der großzügigen Wiese kann man auch auf Feldern Volleyball oder Badminton spielen. Und beim Schwimmen hört man – ein absolutes Alleinstellungsmerkmal – immer mal das Pfeifen der kleinen Dampfeisenbahn aus dem Höhenpark. Der ist ja auch immer einen Ausflug wert.

Wer nicht um die Ecke wohnt, dürfte eher das Auto nehmen, um zum Höhenfreibad zu gelangen. Ein großer Parkplatz liegt direkt vorm Bad. Wer öffentlich anreist, fährt bis zur Haltestelle Maybachstraße und geht etwas mehr als 700 Meter die Heidestraße bergauf. Der Weg ist mit Kinderwagen nicht ohne, aber danach kann man sich ja abkühlen.

Das 50 mal 21 Meter große Mehrzweckbecken in Möhringen bietet einige kleine Attraktionen. Foto: 7aktuell.de/ Gruber

Das Möhringer Freibad ist bei Familien besonders beliebt

Wer kleine Kinder hat, ist im Freibad Möhringen an der Hechinger Straße genau richtig. Weil das Gelände vergleichsweise überschaubar ist, ist es bei Familien besonders beliebt, weshalb der Nachwuchs meistens schnell Spielgefährten findet. Das liebevoll gestaltete Kinderparadies mit Elefantenrutsche und Sonnensegel liegt etwas abseits, sodass man vom großen Getümmel nicht ganz so viel mitbekommt. Auch der Spielplatz mit Piratenschiff, Wasserpumpe und Matschbereich ist bei Mädchen und Jungen überaus beliebt. Wenn es hinterher zum Duschen geht, bevorzugen viele Familien dafür die Warmbadehalle – eine solche gibt es in Stuttgart nur im Möhringer Freibad.

Doch auch wer Kinder im Grundschulalter hat, ist im Möhringer Freibad noch gut aufgehoben. Dann ist das 50 mal 21 Meter große Mehrzweckbecken, das von einem Nichtschwimmer- in einen Schwimmerbereich übergeht, ein Vorteil, weil man beides gleichzeitig überblicken kann. Beim Wasserpilz können sich die Mädchen und Jungen nassregnen lassen. Außerdem gibt es einen Sprungturm mit einem Ein-, Drei- und Fünf-Meter-Brett. Zum Austoben und Wieder-Warm-Werden steht eine Multifunktionssportanlage zur Verfügung.

Für ältere Kinder hat das Möhringer Freibad dann aber nicht mehr ganz so viel zu bieten. Denn weitere Extras wie zum Beispiel eine große Wasserrutsche gibt es nicht. Ein Nachteil ist zudem, dass es an einem heißen Wochenende schnell sehr voll werden kann – auch in dem dann vergleichsweise kleinen Mehrzweckbecken, sodass ans Schwimmen kaum mehr zu denken ist.

Das Möhringer Freibad ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die entsprechende Haltestelle der U-Bahn-Linien U6 und U6 befindet sich in unmittelbarer Nähe, die Haltestelle Lohäckerstraße der Buslinie 72 ist direkt vor der Tür. Wer das Auto nehmen möchte, kann auf dem großen Parkplatz gegenüber dem Haupteingang parken.

Das große Nichtschwimmerbecken hat einiges zu bieten, im Sportbecken nebenan kann man derweil in Ruhe seine Bahnen ziehen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Viel Action im Freibad Rosental in Vaihingen

Wer ältere Kinder hat und auf den Fildern wohnt, wählt gerne das Vaihinger Freibad an der Rosentalstraße. Dort ist die 100 Meter lange Röhrenrutsche mit insgesamt zehn Metern Gefälle die Attraktion schlechthin. Um einmal hinunterzusausen, nehmen Kinder und Jugendliche oft bibbernd lange Wartezeiten in Kauf. Die Rutsche führt ins großzügige Mehrzweckbecken, das mit einer Wasserfläche von 1450 Quadratmetern einiges zu bieten hat. Die Kinder können auf kleine Inseln klettern oder in den Rundungen im Randbereich durch intensives Im-Kreis-Laufen einen Wasserstrudel erzeugen. Wer als Elternteil entspannen will, ergattert eine der Unter-Wasser-Massagedüsen.

Während es im Mehrzweckbecken stets hoch hergeht, können Mama oder Papa im 21 mal 50 Meter großen Sportbecken in Ruhe ihre Bahnen ziehen. Dort befindet sich auch der Sprungturm mit dem Ein-Meter-Brett und der Fünf-Meter-Plattform. Ältere Kinder und Jugendliche überzeugt das Vaihinger Freibad vor allem auch durch seine großzügigen Sportanlagen, neu in dieser Saison ist die Boulebahn. Ein Vorteil ist auch, dass man in Vaihingen selbst an ganz heißen Tagen meistens noch ein schattiges Plätzchen auf der riesigen Liegewiese findet.

Natürlich gibt es auch im Freibad Rosental für die Kleinen ein Planschbecken mit Mini-Rutsche und einen Spielplatz mit Matschbereich. Tendenziell kommen aber eher Familien mit älteren Kindern und auch viele Jugendliche nach Vaihingen, es ist insgesamt um einiges aufregender als das Freibad Möhringen. Ein Minuspunkt ist, dass im Vaihinger Freibad auch Nilgänse sehr gerne baden gehen.

Das Freibad Rosental ist nicht ganz so gut an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden. Die Haltestelle Vaihinger Bahnhof ist knapp einen Kilometer entfernt, dafür halten dort aber viele S- und U-Bahnlinien. Wer den Bus nimmt, fährt mit den Linien 82, 86, 751 bis Haltestelle Vaihingen Bahnhof oder mit den Linien 81 und 84 bis Haltestelle Krehlstraße. Hinter dem Freibad gibt es aber auch einen großen Parkplatz.

Das Sillenbucher Bädle hat einen attraktiven Kleinkindbereich. Foto: Stuttgarter Bäder/Thomas Wagner

Klein, aber fein – das beschauliche „Bädle“ in Sillenbuch

Es ist das kleinste der Stuttgarter Freibäder: Das „Bädle“ in Sillenbuch dürfte primär von Menschen besucht werden, die auch in dem Stadtbezirk wohnen. Hier geht es familiär zu. Obwohl es keine rasante Rutsche und keinen Sprungturm zu bieten hat, ist es bei Eltern und ihren Kindern sehr beliebt, weil es so überschaubar ist. Von der Dusche bis zum Becken oder zur Liegewiese, auf der genug Platz ist und wo man sich auch unter schattige Bäume legen kann, sind es nur wenige Schritte.

Während Mama oder Papa ihre Bahnen in dem 25-Meter-Becken schwimmen, können sich die Kinder im angrenzenden Nichtschwimmerbereich austoben und spielen, sie wären Delfine oder Haie. Man hat sich hier immer gut im Blick. Für Babys und Kleinkinder sowie ihre Eltern gibt es, geschützt durch ein Sonnensegel, noch ein kleines Extra-Becken, von dem man die größeren Kinder ebenfalls perfekt im Blick hat. Und dort können die Kleinen sogar von zwei Seiten aus rutschen und sich unter ein Wasserspiel stellen.

Für die Abkühlung vom Alltag ist das „Bädle“ komplett ausreichend. Tischtennisplatten und ein Kiosk runden das Angebot ab. Wer öffentlich anreist, fährt bis zur Haltestelle Silberwald und läuft dann 600 Meter bis zum Ziel an der Trossinger Straße 2A. Hin geht es bergab, zurück leicht bergauf.

Das Mineralbad Leuze ist auch im Sommer eine gute, obgleich etwas teurere Adresse. Foto: Stuttgarter Bäder/z

Premiumbaden im Mineralbad Leuze

Das Leuze ist so etwas wie der Porsche unter den Stuttgarter Bädern, was nicht nur daran liegt, dass sich sein Wasser aus den mineralischen Quellen (Insel-, Leuze-, Mombachquelle) speist. Im Stuttgarter Osten an der Brücke nach Bad Cannstatt gelegen, hat das Leuze einen ebenso großen Innen- wie Außenbereich.

Vor allem für kleinere Kinder bietet das Bad einiges. Drinnen gibt es ein „Kinderland“ mit Plansch- und Nichtschwimmerbecken, Düsen, Sprudeln, Rinnen und einer Rutsche. Außerdem extra Familienduschen und -kabinen. Nachteil: Der Kinderbereich ist von den Schwimmerbecken ein gutes Stück entfernt, Eltern und aufsichtsbedürftige Kinder können also nicht in getrennten Becken nebeneinander baden.

Im Sommer klappt das besser: Auf der Freifläche mit Blick auf den Neckar liegt der Kinderbereich mit Wasser- und Trockenspielplatz neben den Heilwasserbecken. Für schwimmsichere Kinder gibt es einen Erlebnisaußenbereich mit Düsen und Wasserfällen und ein Spiel- und Sportareal mit einem Beachvolleyballfeld und einem Multifunktionssportfeld.

Achtung: Auch das nahe gelegene Bad Berg ist ein Mineralbad, aber für Kinder nur bedingt geeignet. Die Badegäste suchen hier vor allem Ruhe und Entspannung. Kinder unter drei Jahren dürfen die Wasserbecken nicht benutzten. Bis einschließlich 15 Jahren brauchen sie die Begleitung eines Erwachsenen. Ins Bad Berg gehen Eltern am besten, um eine kinderfreie Zeit zu genießen.

Das Leuze ist von Montag bis Sonntag von 6 bis 21 Uhr geöffnet. Das Tagesticket kostet 14 Euro. Kinder bis sechs Jahre sind frei, zwischen sieben und 17 Jahren zahlen sie 11,20 Euro. Es gibt auch Zwei-Stunden-Tickets und eine Elferkarte für je zwei Stunden.

Eintrittspreise und Öffnungszeiten

Eintritt
Der Einzeleintritt kostet für alle Bäder (Ausnahme Das Leuze) 4,50 Euro. Kinder bis sechs Jahre sind frei, von sieben bis 17 Jahren kostet der Eintritt 2,70 Euro. Außerdem gibt es Familien-Dauerkarten ab 144 Euro (ein Erwachsener und ein Kind).

Öffnungszeiten
Die Stuttgarter Freibäder (Ausnahme Das Leuze) haben in den Sommermonaten Montag bis Freitag, von 7 bis 20.30 Uhr geöffnet, Samstag und Sonntag von 9 bis 20.30 Uhr.

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