Freiberg am Neckar So könnte das Zentrum in naher Zukunft aussehen

So stellen sich die Architekten das Zentrum vor: Vorne links ist die neue Oscar-Paret-Schule zu erkennen, in der Bildmitte vorne das alte Rathaus (beides in Weiß). Foto: Werner Kuhnle

Vieles ist noch Zukunftsmusik, aber eine Grundlage für das neue Zentrum von Freiberg gibt es nun. Das „identitätsstiftende“ Rathaus soll erhalten bleiben. Was sehen die Pläne sonst noch vor?

Digital Desk: Michael Bosch (mbo)

Vor einem Jahrzehnt hat sich die Stadt Freiberg aufgemacht, ihr Zentrum komplett umzumodeln. Die neue Oscar-Paret-Schule als zentraler Baustein steht, an einer neuen Sporthalle wird gebaut – und wie der Rest des Ortskerns einmal aussehen könnte, steht seit Donnerstag ebenfalls fest. Zumindest der grobe Rahmen.

 

In einem städtebaulichen Wettbewerb hat sich das Büro Pressel und Müller aus Frankfurt mit seinem Entwurf gegen sieben andere durchgesetzt. Gefragt waren unter anderem Lösungen für mehr Aufenthaltsqualität, höhere Nutzungsvielfalt, ein breiteres Wohnungsangebot und Ideen für künftige Anforderungen an Mobilität.

Der Siegerentwurf stellt lediglich eine Empfehlung dar. Auf dieser Grundlage muss der Gemeinderat entscheiden, wie es weitergehen soll mit dem Zentrum, das in den 1970er-Jahren als gemeinsame Mitte der drei Ortsteile gebaut wurde und bis heute gut genutzt wird. Damit das auch so bleibt, tragen die Pläne auch den Folgen des Klimawandels Rechnung. „Wir wollen das Zentrum so gestalten, dass es an heißen Sommertagen weiterhin ein Anziehungspunkt ist“, sagt Bürgermeister Dirk Schaible. In der ersten Phase des Wettbewerbs hatte sich herauskristallisiert, dass das alte Rathaus erhalten bleiben soll, was lange ein Streitpunkt war. Es könnte zum „Haus der Bürger“ umgebaut werden und die Bibliothek beherbergen. Die Verwaltung würde in einen Bau gegenüber ziehen, der an den neuen Busbahnhof grenzt. Kleiner fällt das „Haus der Kirche“ am südlichen Eingang zum Marktplatz aus. Durch eine Unterführung müsste man den Plänen nach dort nicht mehr.

Eine Kindertagesstätte ist an der Stelle geplant, an der sich die Post befindet. Sie soll einen Teil des Platzes nutzen, der derzeit Parkplatz ist, die Bäume könnten erhalten bleiben. Autos sollen statt überirdisch in einer großen Tiefgarage parken.

Ein Teil der Ladenzeile müsste abgerissen werden

Herzstück des Entwurfs ist ein großer Platz mit vielen Bäumen, der an die Streuobstwiesen, die es an der Stelle einst gab, erinnert. Eine Hälfte der Ladenzeilen mit dem charakteristischen Glasdach müsste dafür abgerissen werden; erhalten bleiben soll das Gebäude, in dem sich unter anderem eine Apotheke befindet. Den Mietern, die ihre Flächen verlieren könnten, würde man „attraktive Angebote“ unterbreiten, um sie am Marktplatz zu halten, so Schaible. Rund um den Platz sollen vor allem Einzelhandel und Gastro unterkommen, um ihn zu beleben. Dietrich Pressel wünscht sich darüber „passende Wohnungen für alle Freiberger Lebenslagen und Einkommen“.

Bleibt die Frage, was letztlich gebaut wird. Dass die Kommune einen Großteil der Flächen besitze, sei ein Vorteil, sagt Schaible. Dass sie nicht alles selbst bauen müsse, auch. Das könnte sie aufgrund der finanziellen Lage wohl auch nicht. Schaible ist überzeugt, dass sich Investoren für die Vorhaben, die gestaffelt werden, finden. „Es ist nach wie vor viel Kapital in der Region vorhanden.“ Da die Bauwirtschaft derzeit am Boden liege, sei der „ideale Zeitpunkt“ um weiter zu planen. „Müssten wir schon beauftragen, wäre das schlecht.“

Pläne werden im Prisma ausgestellt

Einen konkreten Zeitplan zur Umgestaltung gibt es nicht. Der Gemeinderat soll sich im kommenden Jahr erneut mit dem Zentrum befassen. Bis ein neuer Bebauungsplan beschlossen ist, dürften zwei oder drei weitere Jahre ins Land gehen. Es sei realistisch von einem weiteren Jahrzehnt auszugehen, bis die Ortsmitte ein neues Gesicht habe, so der Juryvorsitzende Jörg Aldinger. Werde das Zentrum wie vorgeschlagen umgestaltet, habe Freiberg „ein Alleinstellungsmerkmal in der Region“.

Einblicke Die Plänewerden vom 7. bis 10. Oktober im Prisma ausgestellt. Anzusehen sind sie am Samstag zwischen 8 und 13 Uhr, am Sonntag zwischen 14 und 17 Uhr, am Montag zwischen 14 und 18 Uhr sowie am Dienstag zwischen 13 und 16 Uhr.

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