Freiberger Großprojekte Wann wird neue Kasteneckschule fertig?
Der Freiberger Gemeinderat hat das weitere Vorgehen in Sachen Neukonzeption der Grundschulen beraten. Wird die neue Kasteneckschule bis 2026 fertig? Was kostet das Vorhaben?
Der Freiberger Gemeinderat hat das weitere Vorgehen in Sachen Neukonzeption der Grundschulen beraten. Wird die neue Kasteneckschule bis 2026 fertig? Was kostet das Vorhaben?
Freiberg - W
ie soll die erweiterte und sanierte Kasteneckschule in Freiberg-Heutingsheim später aussehen? Soll das Gebäude offene, sogenannte Lernlandschaften haben oder lieber mehr geschlossene Räume? Wird die Schule zentral oder dezentral organisiert? Also beispielsweise mit einer großen Mensa oder lieber mit kleinen dezentralen Plätzen zum Essen? Soll es ein großes Lehrerzimmer geben oder mehrere kleine? Soll die Schule eine Inklusionsschule werden? Und wenn ja: was muss dann beim Neu- und Umbau beachtet werden? Alle diese und noch viele mehr Fragen müssten in der nächsten Zeit beantwortet werden, sagte der Bürgermeister Dirk Schaible jetzt im Gemeinderat, als es um das Thema „weiteres Vorgehen Grundschulen“ ging.
Von den drei Grundschulen wird die Flattichschule im Stadtteil Beihingen geschlossen. Das Gebäude der dortigen Flattichschule könnte später von der Jugendmusikschule oder von Vereinen genutzt werden. Nun werden die Pläne konkreter. Die Kasteneckschule soll um zwei Züge erweitert werden, dort sollen die Eltern zwischen Ganztags- und Halbtagsbetreuung wählen können. Erhalten und weiterentwickelt werden soll die Grünlandschule in Geisingen, die eine Halbtagsschule bleiben soll.
Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Sollen alle drei Grundschulen erhalten bleiben?
Jetzt in der Sitzung des Freiberger Gemeinderats hieß es, die Sanierung beziehungsweise der Neubau der Kasteneckschule werde wohl bis zum Jahr 2026 dauern und laut dem Bürgermeister „einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“ kosten. Die Verwaltung geht von zwei Jahren Planungszeit und zwei weiteren Jahren Bauzeit aus.
Der Bürgermeister Dirk Schaible versprach, dass alle bei den Planungen mitgenommen werden sollen, die Eltern, die Lehrer, die Hausmeister, die Stadträte. Wenn alle Fragen beantwortet sind, werde ein Raumkonzept aufgestellt. Noch in diesem Frühjahr soll eine Info-Fahrt mit den Freiberger Stadträten zu „einer guten, modernen Grundschule“ stattfinden. Geklärt werden müsse auch, wie die Sport-, Freizeit- und Freianlagen der Schule aussehen sollen. Zur Beantwortung dieser Frage würden auch die Freiberger Vereine eingebunden.
Der Neubau der Kasteneckschule im Ortsteil Heutingsheim sei beim Regierungspräsidium Stuttgart angekündigt, die Stadt hofft auf satte Zuschüsse im Rahmen der Schulbauförderung. Gedanken machen müssen sich die Kommunalpolitiker auch über eine mögliche Interimslösungen für der Bauzeit. Ferner, sagte der Freiberger Bürgermeister Schaible, müsse das Thema Verkehr besprochen werden, die Zahl der Autos rund um die neue, alte Schule solle nämlich „minimiert“ werden.
Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Oscar-Paret-Schule – eine Schule mit gigantischen Ausmaßen
Das Neubauprojekt ist der zweite kostspielige Schulneubau in Freiberg. In den kommenden Monaten soll der Neubau der Oscar-Paret-Schule (OPS) abgeschlossen werden, der inklusive Sporthalle und Außenanlagen rund 87 Millionen Euro kosten dürfte. Diese beiden Neubauprojekte sind für die finanziell nicht auf Rosen gebettete Kommune eine wahrer Kraftakt.
Die Freiberger Stadträte haben jetzt in ihrer Sitzung auch den Haushaltsplan 2022 verabschiedet. Laut der Leiterin der Kämmerei, Sandra Horvarth, kann der Etat nicht ausgeglichen werden. Zum Jahresende rechnet die Stadt mit einem Defizit von 4,3 Millionen Euro – was den Schuldenstand auf 44,6 Millionen Euro anhebt. Die Stadt müsse weiter Kredite aufnehmen. Dafür sind 16 Millionen Euro eingeplant.
Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Freiberg reißt seine Mitte ein
In ihren Haushaltsreden, die wegen Corona nur schriftlich vorgelegt wurden, haben sich die Stadträte auch mit dem Thema Schulen befasst. Für die CDU müsse das Grundschulthema noch in dieser Legislaturperiode „final auf den Weg“ gebracht werden. Die Grünen wollen „im Grundsatz Sanierung vor Abriss“. Die SPD bittet die Verwaltung die Neubauplanung „mit höchster Dringlichkeit“ anzugehen. Ganz ähnlich die Aussage der Freien Wähler: „Der Umbau und die Sanierung der Grundschulen muss nun entschieden vorangetrieben werden.“