Freiburg und Tübingen planen Städte planen neue Rathäuser

Das historische Rathaus in der Freiburger Innenstadt ist viel zu klein geworden. Foto: StZ
Das historische Rathaus in der Freiburger Innenstadt ist viel zu klein geworden. Foto: StZ

Die Grünen OB Dieter Salomon und Boris Palmer haben angekündigt, dass sie neue Rathäuser wollen. Die Gemeinderäte müssen noch abstimmen.

Baden-Württemberg: Heinz Siebold (sie)
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Freiburg - Nicht miteinander abgesprochen, aber dennoch gleichzeitig haben die beiden Grünen Oberbürgermeister Dieter Salomon (Freiburg) und Boris Palmer (Tübingen) am Mittwoch angekündigt, dass sie neue Rathäuser wollen, weil die alten in die Jahre gekommen und nicht mehr zeitgemäß seien. Den Vorhaben müssen die Gemeinderäte der beiden Universitätsstädte noch zustimmen. In Tübingen soll darüber am 14. Mai, in Freiburg am 22. Mai beraten und entschieden werden.

Die Pläne sehen unterschiedlich aus. In Tübingen ist geplant, das 500 Jahre alte Rathaus am Markt zu sanieren und umzubauen. Hierfür sollen rund acht Millionen Euro investiert werden. Die Arbeiten sollen – wenn der Gemeinderat zustimmt – bereits im September dieses Jahres beginnen und rund zweieinhalb Jahre dauern. Ziel der Sanierung ist, den Energieverbrauch zu halbieren. Zudem soll das Rathaus durch den Umbau besucherfreundlicher werden.

Der Freiburger OB will in der Fehrenbachallee neu bauen

In Freiburg plädiert die Rathausspitze um den Oberbürgermeister nach einer längeren Phase der Abwägung unter anderem in einer Bürgerdiskussion jetzt für den Bau eines zentralen Rathauses. Derzeit gibt es zwei Hauptstandorte der Verwaltung, einer in der Altstadt mit zwei historischen Gebäuden und einer westlich der Eisenbahnlinie, wo 1971 in der Fehrenbachallee das sogenannte Technische Rathaus errichtet wurde. Insgesamt gibt es in der Stadt verstreut 16 Amtsstellen. Diese Zersplitterung soll der Neubau am Technischen Rathaus beheben. Der dortige Pavillon müsse sowieso abgerissen und neu gebaut werden, weil er nicht sanierungsfähig sei, teilte die Freiburger Stadtverwaltung gestern mit.

Der Ersatzbau koste auf jeden Fall um die 17 Millionen Euro, die Vermeidung weiterer Sanierungen spare 14 Millionen ein. Durch Verkäufe in Höhe von acht Millionen und eingesparte Mietausgaben reduziere sich demnach das Investitionsvolumen von 59 Millionen Euro für einen Neubau „theoretisch“ auf 20 Millionen Euro. So die Rechnung der Verwaltung.

Ob der Gemeinderat dieses Konzept gutheißen wird, muss sich am 22. Mai zeigen. OB Dieter Salomon hat die Prämisse vorgegeben, dass der Neubau „im Endeffekt nicht mehr kosten darf als die momentane Situation der verstreuten Verwaltung mit hohen Miet- und Bewirtschaftungskosten“. Der Oberbürgermeister will im Mai zunächst die erste Baustufe zur Abstimmung vorlegen, nach der bis 2016 rund 800 städtische Mitarbeiter in das neu zu bauende zentrale Rathaus in der Fehrenbachallee einziehen sollen. Drei Jahre später sollen in der zweiten Baustufe weitere 500 Beschäftigte dazukommen.

Das Standesamt bleibt im historischen Gebäude

Was in der dritten Stufe, also bis 2022, mit dem Rathaus in der Innenstadt passieren wird, ist nach Auskunft von Salomons Sprecher Walter Preker „noch völlig offen“. Wahrscheinlich würden die beiden historischen Gebäude zu repräsentativen Zwecken genutzt, vielleicht wird auch das Oberbürgermeisterbüro in der Stadt bleiben, möglicherweise würden Gebäudeteile vermietet. Auch das heutige Sozialamt am Ende der Fußgängerzone steht dann stadtplanerisch zur Disposition. Eine äußerst wichtige Einrichtung soll auf jeden Fall im historischen Rathaus bleiben: das Trauzimmer für Hochzeitspaare.

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