Die Freie Aktive Schule ist auf der verzweifelten Suche nach einer neuen Unterkunft. Eine geplante Demo an diesem Freitag konnte wegen Corona nicht stattfinden.

Lokales: Armin Friedl (dl)

Seit 18 Jahren hat die Freie Aktive Schule in Leinfelden ihre feste Adresse an der Schönbuchstraße 4. Und seit fünf Jahren sucht sie nach einer neuen Bleibe, denn der jetzige Immobilienbesitzer hat andere Pläne. Das sollte eigentlich kein Problem sein: Die Schule ist staatlich anerkannt. Und mit gerade mal 50 Schülerinnen und Schülern ist sie nun wahrlich kein Großbetrieb, bei dem grölende Schülerhorten zu befürchten sind in den Pausen.

Doch alle Bemühungen blieben bislang vergeblich. Der Schulleiter David Löwe: „Wir sind häufig nah dran an einer Lösung. Doch dann scheitert es an Details. In Wohngegenden gibt es die bereits genannten Bedenken, in Gewerbegebieten wird am Ende die nötige Nutzungsänderung für den Schulbetrieb verweigert.“ Da zum Ende dieses Schuljahrs der Mietvertrag ausläuft, haben die Schüler für diesen Freitag eine Demonstration geplant vor dem Stuttgarter Rathaus. Wegen Corona mussten sie diese aber kurzfristig absagen. Löwe: „Diese Demonstration ist eine Verzweiflungstat. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand.“ Mit dem Leinfeldener Gemeinderat stehe man eh in einem intensiven Kontakt, leider bislang ohne erwünschtes Ergebnis.

Deshalb habe man sich inzwischen auch an die Bürgermeister im Stuttgarter Gemeinderat gewandt inklusive dem Oberbürgermeister Frank Nopper. „Ein Drittel davon hat uns inzwischen eine Absage gegeben, von den anderen warten wir noch auf Antworten.“ So wäre vielleicht auch diese Demo ein Weg gewesen, um Antworten zu bekommen. Denn die Schule muss in Stuttgart und dem unmittelbaren Einzugsgebiet bleiben, kann nicht irgendwo ins Grüne ausweichen. „Wir müssen schon darauf achten, dass die Schulwege nicht länger sind als eine Stunde mit dem öffentlichen Nahverkehr“, so Löwe.

Containerlösung wäre für einen Übergang möglich

Zufrieden wäre man auch schon fürs Erste mit einer Containerlösung – Unterricht eben in diesen Stahlquadern, bis eine bessere Lösung gefunden ist. „Im Prinzip wäre auch ein ganz normales Wohngebäude gut für uns, das wir dann innen für unsere Belange neu gestalten können“, sagt Löwe. Bausachverständige wurden auch schon zurate gezogen: „Wir benötigen eine Grundstücksfläche zwischen 600 und 900 Quadratmeter“, so Löwe. Die Finanzierung wäre nicht das große Problem. Löwe: „Unsere Schule ist staatlich genehmigt, die Banken haben uns grünes Licht gegeben für eine Investition.“ Ein Bauvolumen von drei Millionen Euro wäre finanzierbar.

Alleinstellungsmerkmal für Stuttgart

Löwe: „Ob es jetzt noch zu Aktionen in der Öffentlichkeit kommt, ist gerade schwierig einzuschätzen. Jetzt beginnen ja erst mal die Ferien.“ Immerhin hat Löwe vom Vermieter den Bescheid bekommen, dass der Mietvertrag noch einmal bis Ende Februar verlängert wird. Denn diese Freie aktive Schule ist ja schon ein Erfolgsmodell. Löwe: „Unsere Schule ist ein Alleinstellungsmerkmal für Stuttgart und die Region. In Baden-Württemberg gibt es nur zwei davon. Und erst kürzlich wurde unsere Schule wissenschaftlich untersucht“. Und bis jetzt hätten alle ihre Abschlussprüfungen bestanden.

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