Freie Evangelische Schule Stuttgart-Möhringen Schüler wollen die Welt ein bisschen besser machen

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Im Juli reisen acht Jugendliche aus Stuttgart-Möhringen nach Rumänien, um ein Haus für eine Roma-Familie zu bauen. Für die Neunt- und Zehntklässler ist das eine besondere Herausforderung.

Die Freie Evangelische Schule möchte Kindern christliche Werte vermitteln. Foto: Achim Zweygarth
Die Freie Evangelische Schule möchte Kindern christliche Werte vermitteln. Foto: Achim Zweygarth

Möhringen - Das Projekt komme nicht von ungefähr, sagt Bärbel Golze. Sie ist die Leiterin des Realschulzweigs an der Freien Evangelischen Schule (FES) und ergänzt: „Wir legen großen Wert darauf, altersentsprechend den Blick der Schüler für den Nächsten zu schärfen.“ Die Begegnung mit Menschen in schwierigen Lebenssituationen sei dabei oft eine besondere Herausforderung für die Jugendlichen und verändere deren Einstellung zu Arm und Reich.

Keine gewöhnliche Klassenfahrt

Darum hat die FES vor etwa vier Jahren ein Team unter der Überschrift „Be the Change“ gebildet. Übersetzt bedeutet das in etwa: Mach’ selbst den Unterschied. Dieses hat nun eine Reise nach Rumänien organisiert. Es ist alles andere als eine gewöhnliche Klassenfahrt. Im Juli machen sich acht Neunt- und Zehntklässler, drei Lehrer und ein Elternteil auf in ein kleines Dorf in Osteuropa. Dort helfen sie beim Bau eines Hauses für eine Roma-Familie. Die internationale Organisation Somebody cares, zu der die Schule Kontakt hat, organisiert das Projekt. Die Familie, die später in das Haus einzieht, muss dafür 200 Arbeitsstunden leisten. „Meistens tun die Familien das, indem sie selbst an ihrem Haus mitbauen“, sagt Peter Döbler. Der Lehrer begleitet die Jugendlichen gemeinsam mit seinen Kollegen Matthias Rommel und Klaus Stäudle.

Die Schüler zahlen nicht nur ihre Reisekosten selbst. Sie haben es sich auch zur Aufgabe gemacht, Spenden für Baumaterialien zu sammeln. 3500 Euro sind das Ziel, 2500 Euro haben sie bereits zusammen. So haben sie zum Beispiel mehrere Samstage geopfert, um in einem großen Supermarkt gegen einen kleinen Obolus die Einkaufstüten zu packen. In Rumänien werden sie auf Matratzen in einem einfachen Gemeindehaus übernachten – ohne Abwasser, Strom und Toilette. „So eine Reise verändert einen“, ist Golze überzeugt und fügt hinzu: „Wir wollen die Herzen der Schüler im wahren Wortsinn bewegen.“ Golze ist sich sicher, dass von den Reisenden eine Wirkung auf die ganze Schule ausgeht – und genau das sei das Ziel.

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