Freilichtmuseum Beuren räumt das Depot Historische Sammlungsgegenstände werden verkauft

Mit dem Verkaufserlös soll dieser alte Ausflugsschlitten restauriert werden. Foto: Christine Reinhold

Schnäppchenjäger aufgepasst: An diesem Sonntag findet im Museumsdorf des Kreises Esslingen wieder ein Flohmarkt statt. Angeboten werden Dinge, die nicht mehr für die Vermittlungsarbeit benötigt werden.

Reporter: Elke Hauptmann (eh)

Einen Blick hinter die Kulissen der eher im Verborgenen stattfindenden Museumsarbeit gewährt das Freilichtmuseum Beuren am Sonntag, 2. Juni: Von 11 bis 17 Uhr sind Interessierte zu Vorträgen, Führungen und Mitmachaktionen eingeladen. Ein Höhepunkt des Tages ist der Verkauf von historischen Gegenständen aus der umfangreichen Sammlung, die das Museum im Zuge ihres Umzuges aussortiert hat. Dazu gehören zum Beispiel Heu- und Leiterwagen, eine Dreschmaschine, diverse Schlitten und Beschläge. Angeboten werden diese Dinge von 14 bis 16 Uhr im Schafstall.

 

Bunker werden geräumt

Der Umzug des Museumsdepots läuft inzwischen auf Hochtouren. Die 33 Bunker des ehemaligen Bundeswehr-Munitionslagers im Tiefenbachtal zwischen Nürtingen und Beuren, die das Freilichtmuseum seit der Jahrtausendwende zur Lagerung des rund 75 000 Objekte umfassenden Sammlungsbestands nutzt, müssen bis zum Jahresende 2025 geräumt sein. In Beuren wurden eigens Ersatz-Hallen angemietet, doch dem Museum für ländliche Kultur des Landkreises Esslingen steht künftig deutlich weniger Lagerfläche zur Verfügung. Deshalb wird nun gründlich aufgeräumt.

„Die Einzelobjekte wurden hinsichtlich ihres Verbleibs in den Sammlungen sorgfältig von einem Sachverständigengremium geprüft und entweder aus dem Bestand ausgegliedert oder dauerhaft eingelagert“, erklärt die Museumsleiterin Steffi Cornelius. Vor gut drei Jahren wurde mit der Bewertung der vielen Alltagsgegenstände begonnen. Das, was nicht mehr in der Vermittlungsarbeit des Freilichtmuseums eingesetzt werden kann und für das auch keine andere museale oder gemeinnützige Verwendung gefunden werden konnte, steht zum Verkauf. Der Erhaltungszustand der nun angebotenen Gegenstände ist nach Angaben der Museumsleiterin recht unterschiedlich, sie werden „ohne Gewährleistung für Vollständigkeit und Funktionstüchtigkeit“ abgegeben.

Erlös fließt in die Museumsarbeit

Der gemeinsam mit dem Förderverein des Freilichtmuseums Beuren und Mitgliedern des Esslinger Kreistages organisierte Flohmarkt findet bereits zum zweiten Mal statt. Die Organisatoren rechnen mit einem ähnlich großen Interesse wie bei der Premiere im Juli 2022, zu der mehr als 1000 Menschen kamen. Ein Großteil der damals präsentierten rund 300 alte Gebrauchsgegenstände war schon 45 Minuten nach Veranstaltungsbeginn verkauft. Auch diesmal sollen möglichst viele Dinge „im Privatbereich ein drittes Leben finden“, hofft Petra Naumann, die Sachgebietsleiterin Forschung und Vermittlung des Museums. Der Erlös der diesjährigen Verkaufsaktion wird in den Erhalt der Museumssammlung und in die Restaurierung eines historischen Ausflugsschlittens fließen.

Zugleich können die Museumsgäste an diesem Sonntag viel Interessantes über die Museumsarbeit erfahren. An Info-Stationen wird über den Auszug der Sammlung berichtet: Welche Objekte wurden bewegt und vor welche Herausforderungen stand die Projektgruppe? Gezeigt wird auch, wie verschiedene Gegenstände verpackt und eingelagert werden. Am Stand „Das Ding vom Bunker“ werden kuriose Objekte mit ihrer Geschichte und die Bestandspflege der Objekte vorgestellt. Bei den Führungen warten in den Museumshäusern sonst nicht gezeigte Dinge auf Entdeckung. Anne Bergner, Professorin an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, widmet sich in Impulsvorträgen dem Upcycling von Alltagsgegenständen in Verbindung mit Kunst.

Die Verkaufsaktion findet auf dem Museumsgelände statt, es muss der reguläre Eintritt bezahlt werden. Große Gegenstände können aus Sicherheitsgründen am Veranstaltungstag nicht mitgenommen werden. Für die Abholung werden beim Kauf verbindliche Termine vergeben. Es wird gebeten, von der Anfahrt mit einem Anhänger abzusehen.

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