Freiwillige Feuerwehr Denkendorf Engagiert für die Jugend und die Feuerwehr

Engagierter Ehrenamtler: Als Jugendwart führt Rolf Müller den Nachwuchs der Denkendorfer Feuerwehr. Foto: Rainer Kellmayer

Rolf Müller führt seit 13 Jahren die Jugendabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Denkendorf. Neben feuerwehrtechnischen Übungen dürfen beim Nachwuchs Freizeitaktivitäten nicht fehlen.

Rolf Müller ist ein Feuerwehrmann, wie er im Buche steht. Vor vielen Jahren wurde er von einem Schulkameraden zu einer Übung der Denkendorfer Jugendfeuerwehr mitgenommen. Der Funke der Begeisterung sprang damals sofort über. „Mir hat die Kameradschaft und das gute Miteinander in der Wehr gefallen, und auch die moderne Feuerwehrtechnik faszinierte mich“, erinnert sich der 37-Jährige.

 

Heute ist er selbst eine der Stützen der Freiwilligen Feuerwehr Denkendorf. Über die Jahre hat er sich in der Wehr hochgedient. Zunächst war er im Jugendbereich als Betreuer engagiert, später wurde er zum stellvertretenden Jugendleiter gewählt. Und vor 13 Jahren übernahm er den Chefposten im Jugendbereich der Feuerwehr Denkendorf. „Die Wahl zum Jugendfeuerwehrwart durch die junge Mannschaft war für mich ein großer Vertrauensbeweis“, freut sich Müller noch heute. Damit nicht genug: Seit drei Jahren ist Müller, der als Versuchstechniker bei der Firma Festo arbeitet, im Kreisfeuerwehrverband Esslingen-Nürtingen auch stellvertretender Kreisjugendfeuerwehrwart.

Dass er seine Sache gut macht, zeigen der Zulauf an Nachwuchs und die hohe Qualität der feuerwehrtechnischen Ausbildung in der Feuerwehr Denkendorf. „Allein könnte ich die vielfältigen Aufgaben, die von der Organisation über die Ausbildung bis hin zur Planung der Freizeitaktivitäten reichen, nicht stemmen. Ich bin sehr dankbar, dass ich bei der Führung der Jugendabteilung von sechs engagierten Kameraden unterstützt werde“, zeigt Müller Teamgeist.

Man müsse sich immer etwas Neues einfallen lassen, um die Jugendlichen zu begeistern, erzählt Müller. „Wir machen auch mal Quatsch mit den Jungen und Mädchen“. Trotzdem steht die dem Alter angepasste feuerwehrtechnische Ausbildung des Nachwuchses – die Spanne reicht von neun bis 18 Jahren – im Vordergrund.

Ausflüge, Zeltlager und Freibadbesuche

Wenn die Jugendlichen die Prüfungen der Leistungswettbewerbe bestanden haben, gibt es die begehrte Feuerwehrspange. Doch ebenso wichtig sind Freizeitaktivitäten wie Ausflüge, Zeltlager und Freibadbesuche. Und gelegentlich wird den aktiven Feuerwehrleuten bei den Übungen über die Schulter geschaut. Kürzlich waren zwei Gruppen aus Denkendorf beim Kreisjugendfeuerwehrtag in Neuffen mit dabei. Im Wettbewerb mit anderen Jugendfeuerwehren mussten verschiedene Knoten geknüpft und Feuerwehrgerätschaften blind ertastet werden. Und auch der richtige Transport mit der Krankentrage stand auf der Aufgabenliste.

Immer wieder treffen sich die Jugendfeuerwehren aus Denkendorf und Ostfildern zu gemeinsamen Übungen. Bei der Begegnung im Mai bekämpfte man den fiktiven Brand einer Viehstallung am Ortsrand von Denkendorf. Ein Löschangriff wurde aufgebaut und eine Riegelstellung zum benachbarten Wald errichtet. Die über mehrere Stationen geführte Schlauchleitung brachte das Wasser an den Brandherd, der erfolgreich gelöscht wurde. Neben solchen praktischen Einsätzen sind die Übernachtungen im Feuerwehrhaus besonders begehrt. Da passt es gut, dass vor elf Jahren beim Neubau des Denkendorfer Feuerwehrhauses ein Jugendraum eingerichtet wurde.

„Wir sind hervorragend ausgestattet“, freut sich Jugendfeuerwehrwart Müller. „Wir können hier Filme zeigen, Tischfußball spielen oder einfach nur chillen“. Bei der Vielfalt an Aktivitäten verwundert es nicht, dass die Denkendorfer Jugendfeuerwehr guten Zulauf hat. Dies ist keineswegs selbstverständlich: Vielen Feuerwehren mangelt es an Nachwuchs. „Auch bei uns gab es schon Perioden der Flaute. Zeitweise war der Zulauf jedoch schon so stark, dass wir einen Aufnahmestopp verhängen mussten“, berichtet Rolf Müller.

Jugendfeuerwehr hat guten Zulauf

Der Jugendwart freut sich, dass die meisten der Nachwuchsfeuerwehrleute dabeibleiben: Etwa 85 Prozent der Jugendlichen werden später – nach dem bestandenen Grundlehrgang – in die aktive Wehr übernommen. „Wir vermitteln Werte, die für die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen wichtig sind: Kameradschaft, Toleranz und Pflichtbewusstsein“, betont der engagierte Jugendwart.

Sein Amt fordert etwa acht Stunden wöchentlich an Arbeitseinsatz – eine Zeit, die Rolf Müller gerne investiert: „Es ist viel zu tun, doch man bekommt auch etwas zurück. Die Arbeit mit den jungen Menschen macht großen Spaß und bringt mich auch persönlich ein Stück weiter“.

Gut aufgestellt: Die Freiwillige Feuerwehr Denkendorf

Historie
Die Feuerwehr Denkendorf kann auf eine stolze Geschichte zurückblicken, die bis ins Jahr 1863 zurückreicht. Seit mehr als 160 Jahren ist die Wehr fest in der Fildergemeinde verankert: Sie steht für eine Tradition der gelebten Nächstenhilfe und des ehrenamtlichen Engagements. Stark unterstützt wird die Feuerwehr von der Gemeinde Denkendorf.

Struktur
Die Feuerwehr ist untergliedert in vier Abteilungen: die Einsatzabteilung unter Führung des Kommandanten Frank Obergöker, die Jugendabteilung, die Musikabteilung und eine Altersabteilung. Die mehr als 60 Männer und Frauen der Einsatzabteilung sind an 365 Tagen im Jahr einsatzbereit. Pro Jahr wird die Wehr zu rund 70 Einsätzen gerufen: zu Bränden, Unfällen und technischen Notlagen.

Altersabteilung
Diese Abteilung ist ein lebendiger und wichtiger Bestandteil der Feuerwehrfamilie. Durch tatkräftige Mithilfe unterstützt die von Ehrenkommandant Walter Reber geführte Mannschaft die Feuerwehr bei Veranstaltungen und anderen Aktivitäten. Um auf dem Laufenden zu bleiben und sich über die neuesten Entwicklungen im Feuerwehrwesen zu informieren, werden gelegentlich Dienstabende der aktiven Feuerwehr besucht. Und natürlich spielt auch die Geselligkeit eine wichtige Rolle.

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