Freiwilliges Soziales Jahr Auf dem Sprungbrett in die berufliche Wirklichkeit

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Beim „BotschafterInnentag“des Wohlfahrtswerks für Baden-Württemberg im Bürgerzentrum West sollten FSJler üben, ihre Erfahrungen an andere junge Leute weiterzureichen. 90 Freiwilligendienstleistende aus allen Bereichen nahmen teil.

Kilian Berger, Sebastian Kißelbach, Anna-Luise Lukawec, Viktoria Avdeev Foto: privat
Kilian Berger, Sebastian Kißelbach, Anna-Luise Lukawec, Viktoria Avdeev Foto: privat

S-West - In der Notaufnahme lernt man, im Team zu arbeiten“, sag Sebastian Kießelbach. „Und das macht Spaß.“ Der 20-Jährige ist einer der zahlreichen jungen Leute, die für ein Jahr auf Tuchfühlung mit einer Arbeitswelt gehen, um zu sehen, ob sich die Wirklichkeit mit ihren Berufsvorstellungen deckt. Kießelbach verbringt sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) am Robert-Bosch-Krankernhaus. Er interessiert sich für Medizin: „Am Anfang ist es schwer, sich von der Schule an den stressigen Alltag in der Notaufnahme zu gewöhnen, aber es fällt mit der Zeit immer leichter.“ Er hat erfahren, dass er mehr Verantwortung übertragen bekommt, je motivierter er an die Arbeit geht. Und er hat die Dankbarkeit der Patienten gespürt.

Beim „BotschafterInnentag“des Wohlfahrtswerks für Baden-Württemberg im Bürgerzentrum West sollten FSJler wie Sebastian Kießelbach üben, ihre Erfahrungen an andere junge Leute weiterzureichen. Ziel dieser Veranstaltung war es, die aktuellen Teilnehmer am FSJ und am Bundesfreiwilligendienst für Öffentlichkeitsarbeit an Schulen und Messen vorzubereiten. Insgesamt 90 Freiwilligendienstleistende aus der Kinder-und Jugendarbeit, aus der Behindertenhilfe, aus Krankenhäusern und aus der Altenhilfe nahmen teil. Sie erarbeiteten eine Präsentation, die sie an ihrer ehemaligen Schule verwenden können, halfen bei den Werbeständen auf der Königsstraße, besuchten einen Rhetorik-Workshop und bildeten Projektgruppen zu unterschiedlichen Themen.

Erfahrungen fürs Leben

Kilian Berger beispielsweise arbeitete in einer Gruppe mit, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren will. Ihn hat gefreut, dass er beim „BotschafterInnentag“ so viele neue Leute mit verwandten Interessen kennen gelernt hat. Sein FSJ absolviert der 19-Jährige in der Notaufnahme des Rems-Murr-Klinikums in Winnenden. „Ich sammle dort Erfahrungen fürs Leben, da es in der Notaufnahme manchmal sehr chaotisch sein kann, man aber genau deswegen so viel lernen kann.“ Er sagt, die Mitarbeiter seien gefordert, mitzudenken und selbstständig zu arbeiten. Das gefalle ihm.

Anna-Luise Lukawec ist überwältigt von der Warmherzigkeit der Menschen, um die sie sich im Christopherusheim kümmert. „Sie geben viel zurück und sind dankbar. Meine Arbeit ist nicht umsonst!“ Die 17-Jährige hofft, dass das Jahr in der Welzheimer Einrichtung für Menschen mit Behinderung ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz verbessert. Eine Ähnliche Erfahrung macht Viktoria Avdeev im Kinder- und Familienzentrum Maichingen: „Die Kinder freuen sich, wenn sie mich sehen“, sagt die 20-Jährige, die sich von ihrem Einsatz in der Ganztagsbetreuung eine bessere Orientierung auf ihrem Berufsweg verspricht. Sie leitet in Maichingen eine Theater AG für die Schulkinder. Da sie auch privat Theater spielt, kann sie ihre Kenntnisse in die Arbeit einfließen lassen.

Schwerpunkt liegt bei der Behindertenhilfe

Beim Wohlfahrtswerk legt man großen Wert darauf, dass die Erfahrungen der jungen Leute für die nachfolgenden Jahrgänge nutzbar werden. „Mit über 170 neu geschaffenen Stellen im Bundesfreiwilligendienst konnte sowohl jungen als auch älteren Menschen ein Zugang zu gesellschaftlichem Engagement ermöglicht werden“, sagt die Pressesprecherin Katja Kubietziel. Dabei seien die meisten Freiwilligen im Bereich der Behindertenhilfe und in Kliniken eingesetzt. Es folgen Altenhilfe, Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie der Psychiatrische Bereich. Schwerpunkte seien der Großraum Stuttgart, Heilbronn, Hohenlohe und Main-Tauberkreis, die Rhein-Neckar-Region sowie der Bodenseeraum, Oberschwaben und der Schwarzwald.




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