Freizeitgestaltung des Kreisjugendrings Spaß und Ablenkung trotz Auflagen

Von Petra Pauli 

Ob verlässliche Ganztagesbetreuung oder einfach locker abhängen – der Kreisjugendring hat sich mächtig ins Zeug gelegt, um trotz Corona-Auflagen ein abwechslungsreiches Ferienprogramm zu bieten.

Trotz Corona gibt es auch in diesem Jahr ein Ferienprogramm des KJR. Foto: oh
Trotz Corona gibt es auch in diesem Jahr ein Ferienprogramm des KJR. Foto: oh

Kreis Esslingen - Lange Zeit sah es so aus, als ob in diesem Sommer sämtliche Ferienprogramme Corona zum Opfer fallen würden. Noch bis Mitte Juni war unklar, wie es weitergehen wird. Jetzt kann der Kreisjugendring Esslingen (KJR) 538 Tagesangebote mit 7363 Teilnehmerplätzen und 62 Wochenangebote mit 2284 Plätzen im Landkreis anbieten. „Familien leiden besonders unter den Lasten der Krise, Kinder und Jugendliche sind da oft zu kurz bekommen“, sagt der KJR-Vorsitzende Michael Medla. „Uns war es deshalb wichtig, mit Maß und Mitte Angebote zu ermöglichen“. Der KJR hatte früh darauf gedrungen, dass der Nachwuchs eine Perspektive bekommt, und beklagte gegenüber der Politik fehlende Planungssicherheit.

Die im Juli in Kraft getretene Corona-Verordnung gibt nun einen neuen Rahmen vor, der mehr ermöglicht, als man lange zu hoffen wagte. „Wir sind uns bewusst, dass wir ein hohes Maß an Verantwortung haben für die Gesundheit der Kinder und unserer Mitarbeiter“, betont Ralph Rieck, der pädagogische Geschäftsführer des KJR. Dem Nachwuchs „spaßmachende Angebote“ zu machen und gleichzeitig die notwendigen Hygienemaßnahmen einzuhalten, sei eine große Herausforderung gewesen. Dass es dem Kreisjugendring dennoch gelungen ist, ein breites Programm vorlegen zu können, liegt auch daran, dass er trotz anfänglicher Unsicherheiten rasch mit den Vorbereitungen begonnen hat. „Wir haben jetzt viele unkonventionelle Angebote, da kann der Landkreis wirklich stolz darauf sein“, sagt Rieck. Viel Unterstützung habe es von den Kommunen gegeben, lobte er. Einerseits war es dem Kreisjugendring wichtig, verlässliche Angebote mit Ganztagesbetreuung zu machen, um die Familien zu entlasten. Es gibt aber andererseits auch viele offene Angebote für Jugendliche, die abhängen wollen. Wie gut das angenommen wird, berichtet Magdalena Kugler vom Jugendhaus Cube in Altbach: „Wir haben jeden Abend volles Haus.“ Neben einem Ferienspecial für Jugendliche in der ersten August-Woche mit Aktionen wie einem Escape Room, wird es in den letzten drei Ferienwochen ein Ganztagesprogramm für Grundschüler mit flexiblen Abholzeiten geben. Jede Woche steht unter einem Motto wie „Kreativ“ oder „Detektiv“. Große Ausflüge wird es nicht geben, stattdessen wird die Umgebung erkundet. In der Natur-Woche wird man Insektenhotels bauen oder einen Waldtag machen. Maximal 20 Kinder können sich anmelden. Ohne Hygienemaßnahmen wie häufiges Händewaschen und Niesetikette geht es auch im Ferienprogramm nicht. Für Magdalena Kugler kein Hindernis: „Für die Kinder und Jugendlichen ist das ja nichts Neues, sie kennen das aus der Schule.“ Für seine Mitarbeiter und Ehrenamtlichen hat der KJR eigens eine Corona- Schulung angeboten, in der die Teilnehmer Spiele kennengelernt haben, die man auf Abstand machen kann. Da das Ansteckungsrisiko im Freien geringer ist, erweist es sich jetzt als Vorteil, dass beispielsweise das Jugendkulturzentrum Areal in Leinfelden-Echterdingen kein eigenes Haus hat und die meisten Aktionen draußen stattfinden: In den ersten beiden Ferienwochen können Jugendliche ab 12 Jahren unter dem Motto StyLE aus Angeboten wie Klettern, HipHop oder Adventure-Golf auswählen. „Jeder soll sich wiederfinden und den Tag nach seinen Bedürfnissen und seinem Geschmack gestalten“, sagt Leiter Joe Metzger.

Häufig sind Ferienprogramme rasch ausgebucht. „Auch hier versuchen wir flexibel zu reagieren und Angebote eventuell zu wiederholen oder auf Plätze in den Nachbarkommunen zu vermitteln“, berichtet Rieck. „Das setzt aber sehr engagierte Mitarbeiter voraus, viele waren sogar bereit, ihren Urlaub zu verschieben“, lobt er. Auch um diese Teams, zu denen viele Ehrenamtliche gehören, bei der Stange zu halten, sei es wichtig gewesen, dass Ferienangebote stattfinden. „Es ist wichtig, dass wir diese Strukturen ins nächste Jahr retten.“ Die Corona-Verordnung erlaubt inzwischen auch Übernachtungsfreizeiten, allerdings nur, wenn ein sogenannter Präventions- und Ausbruchsmanager benannt wird. Auch hier ist der KJR in die Bresche gesprungen und hat für Jugendhäuser und -verbände eine Schulung für dieses Amt angeboten. Das kam so gut an, dass es als Online-Angebot sogar landesweit angeboten wurde.

Ansprechpartnerin für die Ferienprogramme des KJR ist Karin Swoboda, Telefon 01 79 / 2 43 21 81 oder E-Mail katrin.swoboda@kjr-esslingen.de




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