Freizeitpark erweitert Tripsdrill baut zwei neue Achterbahnen

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Vier Überschläge frei hängend oder lieber eine kleine Rückwärtsschussfahrt mit Tempo 60? Nach der abgelaufenen Jubiläumssaison setzt der Vergnügungspark bei Heilbronn auf neue waghalsige Attraktionen. Aber wie lange kann das Wachstum noch weiter gehen?

Auf dem Ausweichparkplatz wird seit Monaten kräftig gebaut. Foto: Tripsdrill
Auf dem Ausweichparkplatz wird seit Monaten kräftig gebaut. Foto: Tripsdrill

Cleebronn - Für echte Fans, die regelmäßig Freizeitparks bereisen und dort jede bauliche Aktivität genau verfolgen, ist es eigentlich keine Überraschung: Schon seit Monaten wird in den einschlägigen Foren darüber diskutiert, dass auf dem neuen Erweiterungsfeld des Freizeitparks Tripsdrill bei Cleebronn (Kreis Heilbronn) für eine normale Achterbahn eigentlich ein paar Fundamente zu viel angelegt worden sind. Jetzt hat die Eigentümerfamilie Fischer das Geheimnis gelüftet. Im Jahr 2020 werde es nicht eine, sondern gleich zwei neue Achterbahnen geben, hieß beim Saisonabschluss.

Ursprünglich war bereits zum Beginn der vergangenen Jubiläumssaison die Eröffnung einer neuen Großattraktion angekündigt worden. Da hatte „Deutschlands erster Freizeitpark“, wie sich Tripsdrill wegen seines hohen Alters selbst bezeichnet, seinen 90. Geburtstag gefeiert. Doch es wurde nichts daraus. Das Bebauungsplanverfahren stocke, hieß es offiziell. Vermutlich dürften aber Umplanungen für die Verzögerung eine Rolle gespielt haben. Die neue Idee: In die neue Achterbahn sollte eine zweite Achterbahn verwoben werden. Das Konzept sei einzigartig, heißt es bei Tripsdrill stolz. „Die Streckenverläufe der neuen Bahnen kreuzen sich mehrfach, es entsteht ein atemberaubender Wettstreit.“

Modelle noch unter Verschluss

Wie die neuen Bahnen aussehen werden, ist noch geheim. Die entsprechenden Miniaturmodelle, die sich die beiden Geschäftsführer Helmut und Roland Fischer im Vorfeld anfertigen lassen, sind noch unter Verschluss. Allerdings nennt das Unternehmen bereits die technischen Daten. Demnach handelt es sich beim ersten Baustein der Doppelanlage um eine Familien-Achterbahn des Typs „Family Boomerang“ der niederländischen Firma Vekoma. Sie ist 500 Meter lang und 22 Meter hoch. Dabei bewegen sich die Wägen mit bis zu 60 Kilometern pro Stunde.

„Wir wollten auch wieder eine Attraktion für die etwas jüngeren Besucher schaffen“, sagte der Unternehmenssprecher Birger Meierjohann. Allerdings dürfte auch der Family Boomerang nichts für schwache Nerven sein, schließlich wird die Bahn laut Ankündigung nicht nur vorwärts, sondern auch im Rückwärtsschuss unterwegs sein. Noch stärkere Adrenalinschübe erhoffen sich die Parkbetreiber allerdings vom so genannten „Suspended Thrill Coaster“, einer 30 Meter hohen Hängeachterbahn. In der Luft hängend müssen die Passagiere bei Tempo 80 insgesamt vier Überschläge bewältigen. Es handele sich um einen weltweit einzigartigen Prototypen, erklärte Meierjohann.

„Wir müssen mitziehen“

Für Tripsdrill bedeutet der Neubau, der auf der Fläche des ehemaligen Ausweichparkplatzes entsteht, eine kräftige Erweiterung. Die Zahl der Achterbahnen erhöht sich von vier auf sechs. Dabei konkurriert zumindest der „Suspended Thrill Coaster“ mit den beiden bisherigen Flaggschiffen, der Holzachterbahn Mammut und der Katapult-Achterbahn Karacho. Das Parkgelände wächst um einen Hektar. Die Investitionssumme liegt im siebenstelligen Bereich. „Die Erwartungen sind hoch. Die Medien fragen ja nicht, ob wir neue Attraktionen haben, sondern nur welche wir haben“, sagte Meierjohann. „Wir müssen mit den Mitbewerbern mitziehen. Nur durch ständige Neuheiten können wir die Besucherzahlen halten.“

In der abgelaufenen Saison hat dies gut geklappt. Nach einer vorläufigen Bilanz dürfte die Besucherzahl inklusive Wildpark von 765 000 auf 780 000 gestiegen sein. Allerdings wird Tripsdrill neue Attraktionen künftig wohl innerhalb der Parkgrenzen realisieren müssen. „Der Park ist komplett von Schutzgebieten umgeben“, sagte der Cleebronner Bürgermeister Thomas Vogl (parteilos). „Wasserschutz, Vogelschutz, Natura 2000, FFH – da kann man nichts mehr machen.“ Allerdings sei er zuversichtlich, dass die Betreiber damit zurecht kämen. Schließlich sei die Einbettung in die wunderbare Landschaft mit ihren Wäldern und Rebhängen das große Plus von Tripsdrill.

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