Auch eine XXL-Hai-Rutsche gehört zu Roy Sperlichs Hüpfburgenpark, der momentan in Plüderhausen aufgebaut ist. Foto: Gottfried Stoppel
Roy Sperlich nimmt an der TV-Show Ninja Warrior Germany teil und ist bekannt für seine sportlichen Leistungen. Mit seinem mobilen Erlebnispark tourt er derzeit durch die Region.
Ein Junge im roten T-Shirt klettert eine aufblasbare Palme hinauf. Oben angekommen, streckt er lächelnd den Daumen nach oben. Dann klettert er schnell wieder hinunter. Den letzten Meter zum Boden überwindet er mit einem Salto – und rennt direkt weiter.
Nebenan überwinden Kinder einen Ninja Parcours. Sie springen über die Hindernisse und versuchen, möglichst schnell ans Ende zu kommen. Immer wieder wechseln sie die Station, probieren Neues aus. Ungebremst und voller Freude laufen sie hin und her. Unter einem großen blau-weiß gestreiften Zelt in der Mitte sitzen Eltern entspannt im Schatten und behalten das Geschehen im Blick. Am Gänswasen in Plüderhausen im Rems-Murr-Kreis ist noch bis zum 10. Mai der Hüpfburgenpark „Happy Wonderland“ aufgebaut. Betrieben wird die Anlage vom 30-jährigen Roy Sperlich, seiner 26-jährigen Frau Melanie und seinem Schwager. Sein fünfjähriger Sohn Dwayne und sein acht Monate alter Sohn Keno sind auch immer mit dabei.
„Ich komme aus einer Zirkusfamilie“, erzählt Roy Sperlich. Schon als Kind ist er mit dem Zirkus von Ort zu Ort gereist. Vor dem Zelt hatten seine Eltern damals einen großen Kinderspielplatz mit Hüpfburgen aufgebaut. Er kann sich noch gut daran erinnern, wie sehr die Kinder das liebten. „Die wollten manchmal gar nicht in die Show, sondern lieber draußen bleiben.“
Vom Start mit sechs Hüpfburgen zum Erfolg mit 30 Attraktionen
Da entstand die Idee, einen eigenen Hüpfburgenpark zu betreiben. Vor rund acht Jahren begannen die Betreiber mit sechs Hüpfburgen, inzwischen gehören rund 30 Hüpfburgen zum Bestand. Je nach Größe des Standorts werden sie unterschiedlich kombiniert. In Plüderhausen stehen aktuell 13 Stück.
Neben Hüpfburgen mit Spiderman-, Piratenschiff-, Prinzessinnen- und Monstertruck-Motiv gibt es auch eine Kletterpalme, eine XXL-Hai-Rutsche, einen Kleinkinderbereich, einen Ninja-Parcours und vieles mehr. „Wir achten darauf, dass für jeden etwas dabei ist“, sagt Roy Sperlich. Kinder, die häufiger vorbeikommen, werden dabei einbezogen – sie dürfen sagen, welche Attraktionen sie sich für das nächste Jahr wünschen.
Keine Höhenangst: Dwayne Sperlich ist fünf Jahre alt und klettert eine aufblasbare Palme hoch. Foto: Gottfried Stoppel
Erwachsene entdecken im „Happy Wonderland“ ihr inneres Kind
Auch Erwachsene dürfen mithüpfen – ein Alterslimit gibt es im „Happy Wonderland“ nicht. „Oft trauen sie sich erst nicht richtig. Aber dann merkt man, wie sie Spaß haben und lachen, wie sie auch mal wieder Kind sein können“, erzählt Roy Sperlich. Gleichzeitig ist das Gelände so aufgebaut, dass Eltern ihre Kinder vom Zelt in der Mitte aus gut im Blick behalten können. Das gesamte Areal ist zudem ringsherum eingezäunt.
Roy Sperlich selbst tritt seit vielen Jahren bei der TV-Show Ninja Warrior Germany an. Ziel ist es, sechs bis zehn Hindernisse zu bewältigen und am Ende den Buzzer zu drücken. Wer die Strecke schafft, kommt Runde für Runde weiter. Die Parcours werden dabei zunehmend anspruchsvoller. Der Gewinner erhält 300 000 Euro.
Das Halbfinale hat Roy Sperlich bisher jedes Mal erreicht. Vor zwei Jahren machte er seiner Frau Melanie nach einem erfolgreichen Lauf direkt vor der Kamera einen Heiratsantrag. In dem Jahr schaffte er es auch ins Finale. Am 18. Mai beginnen die nächsten Aufzeichnungen, dafür fährt er wieder nach Köln. Zur Vorbereitung trainiert er in Ninja-Hallen, etwa im Active Garden in Waiblingen.
So viel Zeit für das Training bleibt gerade allerdings nicht. Denn der Hüpfburgenpark bedeutet viel Arbeit und geht für den Betreiber vor. „Im Geschäft steckt so viel Herzblut drin“, sagt er. Einige der Attraktionen hat die Familie selbst gestalten lassen. Darunter auch die 45 Meter lange Ninja-Parcours-Hüpfburg – mit Hindernissen zum Springen und Klettern sowie einer großen Rutsche zum Abschluss.
So viel kostet das „Happy Wonderland“
„Uns geht es darum, Freude zu bereiten“, sagt Sperlich. Wenn Familien sich den Eintritt nicht leisten könnten, werde auch mal ein Auge zugedrückt. Menschen mit Behinderung haben freien Eintritt. Kinder kosten zehn, Erwachsene fünf Euro. Dafür gibt es eine Tageskarte, mit der Besucher das Gelände beliebig oft verlassen und wieder betreten können.
Essen und Getränke dürfen Familien selbst mitbringen. Wer möchte, kann sich aber auch vor Ort versorgen – etwa mit Pommes, Popcorn, Slush-Eis, Bratwurst, roter Wurst, Chicken Nuggets oder Zuckerwatte sowie Eiskaffee und Eisschokolade.
„Wir leben dafür“: Sperlichs reisen mit Hüpfburgenpark
Von Ostern bis Oktober, je nach Wetter auch bis November, ist die Familie mit ihrem Hüpfburgenpark unterwegs. In dieser Zeit zieht sie von Ort zu Ort und wohnt in einem Wohnwagen direkt am Standort. „Wir leben dafür“, sagt Melanie Sperlich. Im Winter folgt dann der Weihnachtszirkus in Waiblingen, bei dem die gesamte Familie mit anpackt.
Dass sich der Aufwand für das „Happy Wonderland“ lohnt, zeigt sich für die Betreiber im Alltag. „Das Schönste ist, wenn die Leute sich wirklich wohl fühlen und Spaß haben“, sagt Melanie Sperlich. Viele Besucher kommen mehrfach, einige erkundigen sich schon jetzt, wann der Hüpfburgenpark das nächste Mal in die Stadt kommt.
In Plüderhausen ist der Freizeitpark bereits zum fünften Mal zu Gast. „Das wird von Jahr zu Jahr besser angenommen“, erzählt Roy Sperlich. Eine Rückkehr im kommenden Jahr ist bereits geplant.
„Happy Wonderland“ in Plüderhausen
Auf einen Blick Der Hüpfburgenpark „Happy Wonderland“ steht am Gänswasen in Plüderhausen. Geöffnet ist montags bis freitags von 14 bis 19 Uhr sowie samstags und sonntags von 12 bis 19 Uhr, bei schlechtem Wetter bleibt die Anlage geschlossen. Der Park ist noch bis 10. Mai vor Ort. Kinder zahlen zehn Euro, Erwachsene fünf Euro. Menschen mit einer Behinderung haben freien Eintritt.