Frida Karlsson Eine Langläuferin in ihrer eigenen Welt
Zwei Gold- und eine Silbermedaille hat die schwedische Langläuferin schon gewonnen: Nun startet Frida Karlsson als Favoritin in die ultimative olympische Herausforderung.
Zwei Gold- und eine Silbermedaille hat die schwedische Langläuferin schon gewonnen: Nun startet Frida Karlsson als Favoritin in die ultimative olympische Herausforderung.
Ganz am Ende der Winterspiele kommt es zu einer letzten, ultimativen Herausforderung. Erstmals in der olympischen Geschichte starten die Langläuferinnen am Sonntag (10 Uhr) in ein 50-Kilometer-Rennen. Früher lag die größte Distanz bei 30 Kilometern. „Es wird hart“, sagt Per Nilsson, „sehr hart!“
Der Schwede weiß, wovon er spricht. Denn Nilsson ist nicht nur Frauen-Bundestrainer, sondern auch der Coach der Favoritin. Frida Karlsson ist jetzt schon die erfolgreichste Langläuferin der Spiele, und es wäre eine große Überraschung, wenn sie nicht noch eine dritte Goldmedaille holen würde. „Frida ist in einer anderen Welt unterwegs“, sagt ihre Teamkollegin Ebba Andersson, „das ist wirklich herausragend.“
Auch Andersson hat die Wettkämpfe in Tesero geprägt – auf ihre Weise. Im Skiathlon und über zehn Kilometer wurde sie mit deutlichem Abstand Zweite hinter Karlsson, dann kam die Staffel. Andersson stürzte, lief eine Minute lang mit einem kaputten Ski unterm Arm und war untröstlich, weil das schwedische Quartett wegen ihr nur Silber holte. Dieser Sieg fehlt nun auch Karlsson (28). Ansonsten lief jedoch alles nach Plan.
Die Schwedin hatte ihre Vorbereitung voll auf die Olympischen Spiele ausgerichtet. Um in der Höhe trainieren zu können, verzichtete sie im Januar auf einige Weltcuprennen, nun präsentiert sie sich in absoluter Topform. „Es ist fantastisch zu sehen, wie sie es genießt, in dieser Verfassung zu sein“, sagt Per Nilsson, „das kommt im Leben nicht so oft vor.“
Seit fast zehn Jahren ist Nilsson der Coach von Frida Karlsson, als er im Mai 2022 die deutschen Frauen übernahm, wurde er zu einer Art „Ferntrainer“. Er steuert weiterhin die Trainingsplanung der Olympiasiegerin, sieht sie auch bei der einen oder anderen Einheit im Sommer oder während seines Weihnachtsurlaubes. „Doch hauptsächlich trainiere ich sie am Telefon“, sagt er, „das reicht, denn sie ist eine sehr unabhängige Athletin, die weiß, was zu tun ist.“ Auch wenn mal nicht alles glatt läuft.
Von Oktober 2023 bis Februar 2025 setzte ein Stalker der Langläuferin stark zu. Karlsson fühlte sich nicht mehr sicher, schaltete die Polizei ein. Mittlerweile ist der 65 Jahre alte Mann verurteilt worden. Karlsson, die sich für Stalking-Opfer einsetzt, fühlt sich befreit. „Ich war noch nie so verliebt in das Skifahren wie heute“, sagt die Schwedin, die auch Peter Schlickenrieder beeindruckt. „Sie ist“, sagt der Chefbundestrainer, der dank Per Nilsson Einblick in die Daten von Frida Karlsson hat, „in einer außergewöhnlichen Verfassung.“
Diese will sie nun auch zum Abschluss der Spiele zeigen. In einem knüppelharten 50-Kilometer-Rennen.