„Fridays-for-Future“-Sommerkongress „Wir leben in einem Horrorfilm“

Von Siri Warrlich 

Die Schülerstreik-Bewegung trifft sich zum ersten bundesweiten Kongress in Dortmund. Demo, Party, Seitan-Chilli - wir zeigen das Treffen im Video.

Aus ganz Deutschland kamen die jungen Menschen zum „Fridays-for-Future“-Sommerkongress. Foto: Marius Becker/dpa
Aus ganz Deutschland kamen die jungen Menschen zum „Fridays-for-Future“-Sommerkongress. Foto: Marius Becker/dpa

Dortmund - Nur einen zerfledderten Zettel hält die junge Frau in der Hand. Für ihre Rede macht das keinen Unterschied. Schnell wird deutlich, wie wichtig ihr die Sache ist: „Wir leben in einem fucking Horrorfilm. Wenn es so weitergeht, werden wir in eine Zukunft sehen, die ich, die wir alle nicht erleben wollen.“ Kurz darauf setzt sich der Demo-Zug in Bewegung. Es ist Freitag, und in Dortmund gehen heute besonders viele Jugendliche auf die Straße, weil sie aus ganz Deutschland zum „Fridays-for-Future“-Sommerkongress hier her gekommen sind.

Um ein Grad Celsius hat sich die Erde seit Beginn des industriellen Zeitalters nach Befunden des Weltklimarats bereits erwärmt. Es darf nur noch maximal ein weiteres Grad hinzukommen. Das Ziel von höchstens zwei Grad durchschnittlicher Erderwärmung gilt als äußerste Grenze, um katastrophale Klimafolgen abzuwenden.

CO2-Ausstoß steigt wieder

Viele Wissenschaftler warnen schon bei plus 1,5 Grad bis Ende des Jahrhunderts vor für die Menschheit kaum tragbare Folgen: Schmelzen der Eiskappen, Anstieg der Meeresspiegel, mehr Wetterextreme.

Anstatt den CO2-Ausstoß drastisch zu reduzieren, passiert derzeit aber genau das Gegenteil: Nach drei relativ stabilen Jahren sei der weltweite CO2-Ausstoß 2017 wieder gestiegen. Das stellte das UN-Umweltprogramm im sogenannten „9. Emissions Gap Report“ vor, der im vergangenen Winter veröffentlicht wurde. Wenn die Staaten so weiter machen wie bisher, werde sich die Erdtemperatur demnach um etwa 3,2 Grad im Vergleich zur Zeit vor der Industrialisierung erhöhen - und dann noch weiter steigen.

Auch junge Menschen aus dem Südwesten vor Ort

Die Jugendlichen, die in Dortmund zusammengekommen sind, fürchten um ihre Zukunft. „Ich persönliche denke nicht mehr über das Jahr 2030 hinaus“, sagt zum Beispiel die 20-jährige Lucia Parbel aus Stuttgart. Sie ist wie etwa 160 andere junge Menschen aus Baden-Württemberg nach Dortmund zum „Fridays-for-Future-Sommerkongress“ gefahren.

Was passiert bei dem Kongress im Revierpark Wischlingen in Dortmund? Was fordert „Fridays for Future“? Wie kriegt man 1500 junge Leute mit einer Feldküche satt? Und welche Hoffnungen haben die Aktivisten für die Zukunft? Wir zeigen den Sommerkongress im Video.