Fridays for Future und Coronavirus Die Demonstrationen gehen wieder weiter

Fridays for Future will im Internet weiter für den Klimaschutz demonstrieren. Foto: dpa/Sina Schuldt
Fridays for Future will im Internet weiter für den Klimaschutz demonstrieren. Foto: dpa/Sina Schuldt

Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future muss sich auch den Corona-Einschränkungen beugen, will aber weiterhin demonstrieren. Dafür verlagern sie ihre Proteste ins Internet.

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Ulm/Stuttgart - Demonstration im Internet, bunte Plakate und Live-Schalten zu verschiedenen Orten: Trotz Corona-Einschränkungen will die Klimaschutzbewegung Fridays for Future wieder demonstrieren. Weltweit und auch in Baden-Württemberg ruft die Organisation für Freitag dazu auf, bemalte Plakate an eigenen Fenstern und in den Städten anzubringen und so unter Einhaltung der Kontaktbeschränkungen den Protest fortzuführen. Auf der Webseite soll es zusätzlich ein Streikprogramm mit Musik, Reden und Live-Schalten aus ganz Deutschland geben.

In Stuttgart wird laut einer Sprecherin der Bewegung zwischen 11.00 Uhr und 18.00 Uhr außerdem eine Spazier-Route angeboten. An verschiedenen Stationen sollen dabei Banner und Kreidebotschaften angebracht werden. Auch in anderen Städten wie Ravensburg und Ulm finden Aktionen statt.

Habeck begrüßt neue Online-Klimaproteste

Grünen-Chef Robert Habeck hat begrüßt, dass die Aktivisten von Fridays for Future auch in der Corona-Krise die Aufmerksamkeit auf den Klimawandel lenken wollen. „Es ist gut, dass Fridays for Future und die Umweltbewegung das Thema zurück auf die Agenda hieven“, sagte Habeck der Deutschen Presse-Agentur vor den für diesem Freitag geplanten Demonstrationen in vielen Ländern - die aber wegen der Pandemie überwiegend im Internet stattfinden sollen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) habe sich in der Corona-Krise an den Empfehlungen der Wissenschaft orientiert. „Wir erwarten auch beim Klimaschutz, dass sie dem Kompass der Wissenschaft folgt“, sagte er.

Es brauche jetzt „ein klares Versprechen der Bundeskanzlerin für mehr Klimaschutz“, forderte Habeck, „sowohl national als auch international“. Am Dienstag will Merkel beim Petersberger Klimadialog sprechen, einem jährlichen Ministertreffen zum Klimaschutz in Berlin, das diesmal aber als Videokonferenz stattfindet. Konkreter forderte Habeck, das Gesetz zum Kohleausstieg noch vor der Sommerpause zu verabschieden, die erneuerbaren Energien schneller auszubauen, eine „Agrarwende“ und ein „angeschärftes“ europäisches Klimaziel. Merkel habe als Gastgeberin des Klimadialogs eine besondere Verantwortung.

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