Friedensgebet in Filderstadt Gemeinsam für den Frieden einstehen

Hier sind die Vertreter verschiedener Religionen zum gemeinsamen Friedensgebet vereint. Foto: /privat

An diesem Freitag veranstaltet die katholische Kirchengemeinde Filderstadt zusammen mit der muslimischen und der alevitischen Gemeinschaft eine interreligiöse Feier in der Liebfrauenkirche in Bonlanden.

Lokales: Armin Friedl (dl)

So klingt Gottvertrauen: „Beim Vormittag / und bei der Nacht, wenn alles still ist! / Dein Herr hat dich weder verlassen noch verabscheut.“ Oder auch so: „Der Herr ist mein Hirte,/ mir wird nichts mangeln. / Er weidet mich auf einer grünen Aue / und führet mich zum frischen Wasser.“ Hierzulande ist eher das zweite Zitat vertraut als Beginn eines der zentralen Psalmen aus der Bibel mit der Nummer 23.

 

Das erste Zitat stammt aus dem Koran, dort ist es die Sure 93. Gemeinsam ist beiden Zitaten das Bekenntnis zum Glauben und die Gewissheit, dass das geschehen wird, von dem hier berichtet wird. Und das ist eine ideale Klammer für die Veranstaltung „Interreligiöses Friedensgebet“, die an diesem Freitag, 17. Mai, um 18 Uhr in der Bonlandener Liebfrauenkirche (Plattenhardter Straße 45) stattfindet. Es wird gemeinsam veranstaltet vom interreligiösen Gesprächskreis Filderstadt, der alevitischen Gemeinde, der muslimischen Frauengemeinschaft und der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Filderstadt. Aktuelle Anlässe für solch eine gemeinsame Aktion gibt es ja nun erschreckend viele. Auch deshalb ist es für viele ein wichtiges Anliegen: „Miteinander und voreinander vom Frieden sprechen, um Frieden beten – und in der Begegnung Frieden leben. In je eigener Weise, je eigenen Worten und in der islamisch-sunnitischen, christlichen und alevitischen Tradition wollen wir für Frieden einstehen. Miteinander wollen wir singen und uns hineinnehmen lassen in die Gebete der einzelnen Religionen“, so der Einladungstext.

Maria verbindet

Dazu sagt der Gemeindeseelsorger und Pastoralreferent Reinhold Walter: „Die Texte werden in der Originalsprache sowie auf Deutsch vorgetragen, die Lieder werden erklärt.“ Dazu gibt es einen Projektchor, der zur Einleitung und zum Abschluss singt. Als letzteres den bekannten Choral „Großer Gott, wir loben dich“, den es inzwischen in verschiedenen Übersetzungen gibt. Aus der alevitischen Gemeinde Filderstadt kommt ein Musiker, der Saz spielt, ein arabisches Saiteninstrument.

So eine interreligiöse Feier hat es bereits mit viel Erfolg im vergangenen Jahr in der Liebfrauenkirche gegeben, deshalb wird dies nun gerne wieder aufgegriffen. Walter erinnert sich: „Damals war Maria das Bindeglied. Denn auf Jesus haben Christen und Muslime ja jeweils eine eigene Sicht. Bei Maria herrscht da mehr Einigkeit“. Denn darum geht es überhaupt in dem interreligiösen Gesprächskreis: „Wir suchen das Verbindende und nicht das, was trennt“, so Walter. Denn diese Kräfte gibt es schon reichlich in der Gesellschaft.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Esslingen Frieden Filderstadt Muslime