Friedhöfe in Plieningen und Birkach Rasengräber brauchen kaum Pflege

Rasengräber wie hier auf dem Hauptfriedhof in Cannstatt wird es bald auch in Plieningen und Birkach geben. Foto: Rebecca Stahlberg
Rasengräber wie hier auf dem Hauptfriedhof in Cannstatt wird es bald auch in Plieningen und Birkach geben. Foto: Rebecca Stahlberg

Im Zuge eines Gesamtkonzepts für alternative Bestattungsformen in Stuttgart sollen auf den Friedhöfen Plieningen und Birkach Rasengräber eingerichtet werden. Für viele Menschen eine attraktive Alternative zu Erd- oder Urnengräbern.

Filderzeitung: Sandra Hintermayr (shi)
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Filder - Das städtische Friedhofsamt ist derzeit mit der Ausarbeitung eines Gesamtkonzepts für alternative Bestattungsformen in Stuttgart beschäftigt. Im Zuge dieses Konzepts sollen die Friedhöfe Birkach und Plieningen Rasengräber bekommen. Die Vorlage wird dem Umwelt- und Technikausschuss im Frühjahr zur Abstimmung vorgelegt. „Es wurde uns bereits zugesichert, dass es die Rasengräber auf unseren Friedhöfen geben wird“, sagt Andrea Lindel, die Bezirksvorsteherin von Plieningen und Birkach.

Die Bezirksbeiräte haben sich im vergangenen Sommer die Möglichkeit zu alternativen Bestattungsformen auf den Friedhöfen Plieningen und Birkach gewünscht. Sie sprachen sich in ihrem Antrag für Kolumbarien aus, also für Wände mit Urnennischen. Sie denke aber, dass auch Rasengräber Zuspruch bei den Bürgern finden, sagt die Bezirksvorsteherin. „Sie sind ebenfalls eine schöne, pflegeleichte Form der Bestattung. Es geht vielen Menschen doch in erster Linie darum, ihren Angehörigen nach ihrem Tod nicht zur Last zu fallen.“

Der Rasencharakter bleibt erhalten

Plieningen und Birkach seien Teil der Gesamtkonzeption, alternative Bestattungsformen in ganz Stuttgart anzubieten, erklärt Harald Aust von der Abteilung Friedhöfe im Friedhofsamt. Diese Friedhöfe hätten sich „räumlich und gestalterisch angeboten, Rasengräber zu integrieren“, erklärt Aust.

Bei Rasengräbern sind Grabeinfassungen oder Bepflanzungen nicht gestattet, denn der „Parkcharakter“ der Anlage soll gewahrt werden. Die Rasengräber sind im Gegensatz zu den klassischen Erd- und Urnengräbern für die Angehörigen gar nicht zeitaufwendig. Die Urnen der Verstorbenen werden in den Rasen eingelassen. „Angehörige können auf Wunsch und auf eigene Kosten einen maximal 45 mal 45 Zentimeter großen Stein fertigen lassen, der den Namen, das Geburts- und Sterbedatum des Verstorbenen sowie ein Symbol enthalten kann“, so Aust. Diese Steine werden dann bodenbündig auf das Gras gelegt. „Der Rasencharakter bleibt durch diese Liegesteine erhalten“, sagt er.

Die Pflege übernimmt das Garten-, Friedhofs- und Forstamt

Die Pflege und den Unterhalt eines Rasengrabes übernimmt die Stadt Stuttgart. „Viele sehen das als Vorteil einer solchen Bestattungsform“, sagt Harald Aust. Und es gibt aus Sicht mancher Angehörigen einen weiteren: Ein Rasengrab gilt als ein sogenanntes Urnenwahlgrab, das heißt, die Nutzungsdauer von 20 Jahren kann nach Ablauf verlängert werden. Bei Reihengräbern ist das nicht möglich.

Die Kosten für ein Rasengrab liegen mit 2280 Euro für 20 Jahre etwas über den Kosten für ein Erdwahlgrab mit 1960 Euro und denen eines Urnenwahlgrabes mit 1740 Euro. „Die Mehrkosten sind darin begründet, dass wir uns um die Pflege der Rasengräber kümmern“, sagt Aust.

Wie groß die Grabfelder jeweils werden, kann der Verwaltungsvertreter noch nicht abschätzen. Und auch wann mit der Einrichtung der Rasengräber begonnen werden kann, weiß er noch nicht. „Wenn der Umwelt- und Technikausschuss dem Gesamtkonzept zustimmt, werden wir noch in diesem Jahr so vieles davon umsetzen wie möglich.“ Spätestens nächstes Jahr soll es die neuen Gräber definitiv auf den Friedhöfen von Plieningen und Birkach geben.

Alternative Bestattungsformen

Pläne:
Bislang gibt es nach Angaben der Stadt auf neun der 42 Stuttgarter Friedhöfe alternative Bestattungsmöglichkeiten. Im Rahmen des Gesamtkonzepts sollen auf Friedhöfen im ganzen Stadtgebiet alternative Bestattungsmöglichkeiten eingerichtet werden.

Baumgräber:
Auf sieben Friedhöfen gibt es Baumgräber, unter anderem auf dem Waldfriedhof und dem Buchrainfriedhof. Die Urnen werden dabei in unmittelbarer Nähe eines Baums beigesetzt.

Kolumbarien:
Dabei handelt es sich um Wände mit Urnennischen, in denen die eingeäscherten Überreste der Verstorbenen Platz finden. Angehörige können auf eigene Kosten eine Steinplatte fertigen lassen, um die Nischen abzudecken. Ein Kolumbarium gibt es auf dem Pragfriedhof, auch in Degerloch ist eine Urnenwand geplant.

Rasengräber:
Bislang gibt es Rasengräber in Stuttgart auf dem Hauptfriedhof in Cannstatt, dem Pragfriedhof und dem Friedhof Wangen.

Grabpflege:
Die Bestattungsformen sind pflegefrei, das heißt, das städtische Friedhofsamt kümmert sich um die Pflege der Gräber.




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