Friedhof in Stuttgart-Wangen Trauergäste stehen bald nicht mehr im Regen

Von Alexander Müller 

Der Gemeinderat bewilligt 50 000 Euro für Teilverglasung der Feierhalle auf dem Friedhof.

Seit Jahren ist die Unterstehhalle auf dem Friedhof ein Ärgernis: Bei einer großen Trauerfeier haben einige Besucher keinen überdachten Platz – das soll sich  nun ändern. Foto: Alexander Müller
Seit Jahren ist die Unterstehhalle auf dem Friedhof ein Ärgernis: Bei einer großen Trauerfeier haben einige Besucher keinen überdachten Platz – das soll sich nun ändern. Foto: Alexander Müller

Stuttgart-Wangen - Gerade in der kalten Jahreszeit sorgt die Feierhalle auf dem Wangener Friedhof für Ärger bei Trauergästen. Bei Nieselwetter und Sturm werden sie im Regen und in der Kälte stehen gelassen. Das soll sich nun ändern. Der Gemeinderat hat 50 000 Euro für eine Teilverglasung der Aussegnungshalle bereit gestellt. Der Unterstehraum auf dem Wangener Friedhof bewegt die Gemüter seit Jahren. Für eingefleischte Einwohner ist sie schlicht ein Dauerärgernis.

Vielfach hatten die Bezirksbeiräte ihren Unmut mit entsprechenden Anträgen zum Ausdruck gebracht. Beim Stadtbezirks-Rundgang wurde auch den Bürgermeistern Peter Pätzold und Werner Wölfle der unwürdige Zustand vorgeführt. „Die Feierhalle gleicht einfach einer Bushaltestelle statt einem ansprechenden Raum, um von geliebten Menschen Abschied zu nehmen“, sagt die Bezirksvorsteherin Beate Dietrich.

50 000 Euro für eine neue Teilverglasung bereit gestellt

Das Problem: Für manche Beerdigung oder auch für die Aussegnung und für Trauerreden nach dem Gottesdienst in der Michaelskirche, versammeln sich die Trauernden in dem, auf einer Seite geöffneten, Unterstehbereich auf dem Friedhofsgelände. Dabei sind sie Regen, Schnee, Wind und Kälte ausgesetzt. Zudem ist die Akustik verheerend. In den hinteren Reihen sind die Trauerworte kaum noch zu verstehen. Mehrfach wurde die Problematik auch bei Bürgerversammlungen angesprochen. Die Halle „sei lediglich eine bessere Garage für Fahrzeuge“, so die vernichtende einhellige Meinung. Sie „ist nicht nur hässlich, sondern erfüllt auch nicht die eigentliche Aufgabe, dass Trauergäste trocken bleiben“, sagt Dietrich.

Ein Neubau kommt aufgrund der zu erwartenden immensen Kosten nicht in Frage. Auch angesichts der geringen Anzahl an Trauerfeiern, die in der Unterstehhalle pro Jahr stattfinden. Laut dem technischen Referat waren dies sechs an der Zahl in 2017, noch etwas geringer fällt die Zahl für die Jahre zuvor aus. „Aber jeder Gast, der im Regen stehen muss, ist einer zu viel“, so Dietrich. Nun werden zumindest die „notwendigen Verschönerungen vorgenommen“, freut sich die Bezirksvorsteherin, „endlich“.

Nach Jahre langer Wartezeit hat der Gemeinderat im Doppelhaushalt 2018/2019 auf Antrag der CDU und der Freien Wähler nun 50 000 Euro für eine neue Teilverglasung beschlossen. Angedacht ist eine Glasfont auf der bislang offenen Längsseite des Unterstehraums. Diese soll mit Schiebetüren ausgestattet sein, die je nach Bedarf geöffnet oder geschlossen werden können. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist eine Umsetzung der Maßnahme bereits in diesem Jahr möglich. Damit die Trauergäste nicht mehr im Regen stehen müssen.

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