Friedrich-Ebert-Schule in Esslingen Wenn ein Roboter Tic Tac Toe spielt

Präsentation der Ergebnisse: Musa Sultan, Zorbey Gül und Nertil Kastrati stellten ihr Projekt vor. Foto: Roberto Bulgrin

Drei Projekte wurden an der Esslinger Friedrich-Ebert-Schule zusammen mit den Bildungspartnern Festo und Balluff umgesetzt. Unter den Arbeiten ist auch ein Tic-Tac-Toe spielendes Gerät.

Der Roboter ist clever. Ein Überflieger aber ist er nicht. Er kann zwar die einzelnen Spielsteine auf das Tic-Tac-Toe-Feld legen – doch mit dem Zurückbringen hapert es gewaltig. Der Schlauberger bemerke nicht, wenn die Rutsche für die Spielsteine voll sei und lege immer weiter noch welche hinzu, erklären die Schüler der Friedrich-Ebert-Schule in Esslingen bei ihrer Präsentation. Und der Kollege mit dem robusten Greifarm bemerke beim Abräumen auch nicht, auf welchem Feld noch ein Stein liege und auf welchem nicht. Doch das sind Kinderkrankheiten, an denen gearbeitet wird. Die Steuerung und die Entwicklung des Roboterarms war eines von drei Projekten, das die jungen Erwachsenen der zwölften Klasse des Technischen Gymnasiums zusammen mit den schulischen Bildungspartnern, den Firmen Balluff und Festo, umgesetzt haben. Nun präsentierten sie die Ergebnisse.

 

„Viele Experten hätten das gar nicht für möglich gehalten“, ruft ihm eine der Lehrkräfte der Friedrich-Ebert-Schule im Vorbeigehen zu. Doch Wolff Hannemann von der Firma Balluff weiß es besser. Die Schüler hätten die schwierige Nuss natürlich geknackt. Seit vielen Jahren bestehe die Bildungspartnerschaft zwischen seiner Firma und der Schule – und die gestellte Aufgabe ergebe sich meist aus der Arbeit mit den Balluff-Azubis. Schon lange liege eine Sensorprüfmaschine im Unternehmen herum, die in eine Fräsmaschine für die Lehrlingswerkstatt umgebaut werden sollte. Die jungen Erwachsenen der Friedrich-Ebert-Schule hätten das Gerät modernisiert, und es könne künftig von den Azubis in seinem Unternehmen genutzt werden.

Lernende werden zu Lehrenden

Die Schülerinnen und Schüler seien zunächst in der Materie geschult worden, berichtet Wolff Hannemann. Danach hätten sie auch mit Balluff-Lehrlingen und Praktikanten an dem Projekt gearbeitet. Der Rollentausch habe sich bewährt. Azubis würden so von Lernenden zu Lehrenden – und diese Erfahrung komme den meisten von ihnen im Laufe ihres weiteren Berufslebens zu Gute. Er sei immer wieder erstaunt, wenn er den Schwung, die Motivation und die Begeisterung der Schüler erleben dürfe. Sie würden lange Stunden die Schulbank drücken und würden sich auch deswegen für handwerkliches, praktisches Arbeiten begeistern: „Sie bringen einen riesigen Schub Energie mit.“ Meist einmal in der Woche würden die Schülerinnen und Schüler über das ganze Schuljahr hinweg zu ihm in die Firma kommen.

Nach der Präsentation der Projektarbeiten hat Lehrer Marius Fischer das kalte Buffet eröffnet. Innerhalb kürzester Zeit ist es bis auf eine Orangenschale ratzeputz leer geräumt. Das haben sich die Schülerinnen und Schüler verdient. Die Projektarbeiten, erklärt der Pädagoge, stehen im Fach „Projektmanagement“ auf dem Stundenplan und werden auch benotet. Das Teamwork mit den örtlichen Unternehmen bezeichnet Marius Fischer als Win-Win-Situation, von der beide Seiten profitieren würden. Den Schülern verhelfe die Erfahrung zu Berufsorientierung, Projekt- und, Praxisarbeit sowie Kontakten zu möglichen Arbeitgebern. Und: „Wir sind ein technisches Gymnasium – da ist es logisch, dass auch technische Projekte durchgeführt werden.“ Die Unternehmen könnten durch die Bildungspartnerschaft die Fühler nach möglichen Azubis ausstrecken und schauen, wer zu ihrem Betrieb passe. Dieses berufspraktische Arrangement habe sich bewährt.

Roboter mit kleinen Schwächen

Auch Michael Kurfiß von Festo ist von der Bildungspartnerschaft überzeugt. Eine Null-Bock-Haltung würde es bei den Schülerinnen und Schülern nicht geben. Der Großteil arbeite sehr gerne mit. Nur die Terminkoordination könne sich manchmal schwierig gestalten, weil die jungen Erwachsenen auch schulisch viel um die Ohren hätten. Aber mit der Steuerung und Entwicklung des Tic Tac Toe spielenden Roboterarms ist er hochzufrieden. Der Schlauberger werde künftig bei Tagen der offenen Tür bei Festo zum Einsatz kommen. Außerdem könnten Praktikanten und Azubis mit ihm hantieren. An den ein, zwei Macken, die das Gerät habe, könne noch gefeilt werden. Der Roboter sollte dann auch erkennen können, wann die Rutsche mit den Spielsteinen voll ist. Das Schummeln aber soll ihm nicht beigebracht werden.

Die Friedrich-Ebert-Schule

Schule
 Die Friedrich-Ebert-Schule ist eine berufsbildende Schule in Trägerschaft des Landkreises Esslingen. Unter ihrem Dach gibt es auch ein Technisches Gymnasium, Berufskolleg, Berufsfachschule, Technikerschule oder Berufsschule.

TG
 Auf das Technische Gymnasium kommen die Schülerinnen und Schüler nach der zehnten Klasse meist von der Realschule oder den Gymnasien. In drei Jahren können sie am TG das Abitur erwerben. 

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