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Friedrichsbau Varieté Stuttgart „Grande Revue“: Nicht von dieser Welt

Von Petra Mosbacher-Dix  

Im Friedrichsbau Varieté Stuttgart wird die „Grande Revue“ ins Hier und Jetzt geholt. Die Wintershow spielt ab dem 16. November am Puls der Zeit.

Anastasiia Potorochenko    Foto: Veranstalter
Anastasiia Potorochenko Foto: Veranstalter

Es begann in Frankreich: Die Revue erblickte Ende des 19. Jahrhundert in den Cabarets das Licht der Welt, ihren Höhepunkt sollte sie in den Zwanzigern erreichen – an Orten wie dem Moulin Rouge. Das liebten auch die Briten. Sie nannten diese Form, bei der sich Musik-, Tanz- und Wortbeiträge mischten, „Extravaganza“.

Dessen hat sich Ralph Sun, Künstlerischer Leiter des Friedrichsbau Varietés Stuttgart, schon einmal in den Neunzigern angenommen. Nun taucht er wieder in das Extravagante ein. Allerdings schwelgt der Regisseur nicht in den guten alten Zeiten, sondern klopft das Genre auf Aktualität ab und transferiert es mit „Grande Revue“ ins Jetzt.

Opulente Bilder

„Unsere Wintershow spielt ganz am Puls der Zeit“, so Sun. „Das Reizvolle an diesem Format sind die opulenten Bilder, die man erschaffen kann. Und für unsere Produktion am Ende des Jahres wollte ich einerseits diese Fülle kreieren, andererseits in diesen Zeiten der Sinnüberreizung eine klare Aussage treffen. ,Grande Revue‘ birgt keine Fragezeichen: Das Publikum weiß, was zu erwarten ist.“

Aber eben nicht im klassischen Sinne: Sun bürstet die Revue gegen den traditionellen Strich und setzt sie zeitgenössisch um. Musikalisch begibt er sich beispielsweise auf die Fährte des Pop, tänzerisch spürt er zeitgenössischen Formen nach. Als gewaltige Stimme hat er die australische Sängerin Cassie McIvor gewonnen, die unter anderem schon auf der Bühne mit Madonna und Mariah Carey stand. Und auch die Vegas Showgirls zeigen mit ihren Kostümen und Tanzschritten, wie Revue anno 2018 funktioniert: mit der jeweils richtigen Prise Modern, Jazz, Stepp und Hip-Hop. Einen „kontrastreichen Spagat der Oberflächen“ verspricht Sun auch in Sachen Bühnenbild.

„Weich und hart, roter Samt und Betonästhetik“, beschreibt er die Liaison der Architekturelemente. Die Beleuchtung tue ein Übriges. „Wir werden vor allem auch mit Licht und Schatten außergewöhnliche Räume auf der Bühne schaffen.“

Ballett, Gesang und Akrobatik

Dort ist neben Ballett und Gesang auch Akrobatik zu erleben. Das Adagio von Indra & Alex ist nicht nur erotisch, sondern auch voller fordernder Balancen. Die Kukharenko Brothers erstaunen mit ihrem Doppel-Leiter-Act, Kontorsionistin Anastasiia Potorochenko verbiegt sich am Boden und in der Luft, nur gehalten von einem Tuch. Und Amit Kenig treibt das klassische Genre Jonglage zu neuen Höhen. Für den Zusammenhalt der Nummer sorgt Comedy-Host Hot Mr. C.

Wer einmal in das Antlitz des Clowns geblickt hat, gibt Sun recht: „Er ist surreal, liebenswert, mitreißend.“

„Grande Revue“: Premiere 16. November, 20 Uhr; weitere Termine bis 23. Februar, Friedrichsbau Varieté, Tickets 07 11 / 2 25 70 70