Frisbee Die Pflichtaufgabe heißt Viertelfinale

Von Luca Kraus 

Drei Nationalspieler der TSF Ditzingen weilen momentan bei der Weltmeisterschaft in Japan.

Die Zielgenauigkeit von Philipp Haas (vorne) ist bei der WM gefragt. Foto: Andreas Gorr
Die Zielgenauigkeit von Philipp Haas (vorne) ist bei der WM gefragt. Foto: Andreas Gorr

Ditzingen/Sakai(Japan) - Seit dem 7. Juli findet im japanischen Sakai die Weltmeisterschaft im Open Ultimate-Frisbee statt. Mit dabei sind auch die drei Nationalspieler Ellen Obenland, Marcel Klingel (beide Mixed) und Philipp Haas von der im vergangenen Jahr neu gegründeten Frisbee-Abteilung der TSF Ditzingen. „Ich bin sehr gespannt, auch was das Kulturelle betrifft, zum Beispiel was es dort zum Frühstück gibt. Aber natürlich freut man sich vor allem auf die Duelle mit den großen Nationen wie den USA“, gab Haas noch vor den Titelkämpfen zu Protokoll. Und gegen die Amerikaner gab es, nach einem 17:7-Sieg gegen Italien, eine deutliche Niederlage: Nach einer aus deutscher Sicht vielversprechenden ersten Halbzeit (6:9) drehten die US-Boys richtig auf und siegten mit 17:8. Die nächsten Gegner heißen Singapur und Südafrika.

Der 24-jährige Philipp Haas träumt dennoch von einer Medaille, sieht aber zumindest die Runde der letzten acht als Pflichtaufgabe. Doch: „Im Vergleich zu den Favoriten fehlt es uns vor allem an der Breite, denn wir können nur aus einem viel kleineren Pool fischen“, sagt er. Der Sport sei in Deutschland zu unbekannt und die Liga auf einem schwächeren Niveau, gibt der U 20-Europameister von 2007 zu bedenken. Der Korntaler, der im achten Semester Sonderschulpädagogik in Reutlingen studiert, kam vor zehn Jahren über einen Verwandten zum Frisbee-Sport und leitete im Anschluss eine Arbeitsgemeinschaft am Korntaler Gymnasium.

Über diese fand auch Marcel Klingel Gefallen am Sport mit der Plastikscheibe. „Die Kombination aus Schnelligkeit, Athletik, Cleverness und Spiel mit dem Kopf hat mich fasziniert“, sagt der 26-Jährige, „anders als zum Beispiel im Fußball ist die Belastung kurz, aber extrem, dann hat man eine Erholungsphase.“ Gemeinsam mit Ellen Obenland und dem Mixed Team der Universität Stuttgart-Vaihingen wurde er 2009 Deutscher Meister.

Mehr als 50 Prozent der momentan 1000 Aktiven sind Studenten. Wegen der im Winter schlechten Trainingsbedingungen begab sich das Vaihinger Uni-Team auf die Suche nach einem Kunstrasen und wurde 2011 bei den TSF Ditzingen fündig. Seitdem verlagerte sich der Trainingsbetrieb teilweise in die Lehmgrube. Montags und mittwochs trainieren dort die Erwachsenen, in Vaihingen zusätzlich noch dienstags und donnerstags. Hinzu kommt einmal im Monat ein Trainingslager mit der Nationalmannschaft. Seit dem Frühjahr findet ebenfalls am Mittwoch (18.30 Uhr) das Jugendtraining in Ditzingen statt.

„Derzeit haben wir rund 20 Jugendliche, die mit Begeisterung bei der Sache sind“, sagt der Jugendtrainer Ferdinand Haas. Leider gebe es kaum Jugendspielbetrieb, sodass es bisher nur beim Training bleibe. Dennoch lernen die Zwölf- bis 18-Jährigen schnell. „Die Grundtechnik, die Scheibe mit viel Rotation aus dem Handgelenk zu werfen, haben sie in wenigen Monaten erlernt“, erklärt Ellen Obenland, „schwierig wird es, so bald man unter Zeit- und Gegnerdruck die Frisbeescheibe zum Mitspieler werfen muss.“

Genau darauf kommt es auch in Japan an. „Wir waren schon auf einigen Turnieren, aber das ist noch einmal ein anderes Kaliber. Das Viertelfinale ist das Mindestziel“, sagt Obenland.