Frisch Auf Göppingen trumpft auf Auswärtscoup trotz fünf Siebenmeter-Nieten

Von Jürgen Frey 

Frisch Auf Göppingen landet mit dem 29:28 beim Spitzenteam SC Magdeburg den dritten Sieg in Serie und zeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Jetzt ist die Vorfreude groß auf zwei Heimspiele gegen grundverschiedene Gegner.

Umsichtiger Spielmacher beim Frisch-Auf-Sieg in Magdeburg: Josip Peric. Foto: Baumann
Umsichtiger Spielmacher beim Frisch-Auf-Sieg in Magdeburg: Josip Peric. Foto: Baumann

Magdeburg - In den vergangenen acht Pflichtspielen musste Frisch Auf Auf Göppingen siebenmal in fremden Hallen ran – zum Ende dieses Auswärtsmarathons gelang dem Handball-Bundesligisten eine Riesenüberraschung: Beim bisherigen Tabellenzweiten SC Magdeburg gab es ein 29:28 (15:15). „Das Team hat sich zerrissen und ein überragendes Kämpferherz gezeigt. Wir haben über 60 Minuten vieles gut gemacht, unser Tempospiel hoch gehalten, im Positionsangriff dann aber ruhig gespielt“, freute sich Trainer Hartmut Mayerhoffer über den dritten Sieg hintereinander. „Wir haben sehr gut im Training gearbeitet. Jetzt ernten wir die Früchte“, ergänzte Daniel Rebmann (24). Der Torwart bestätigte hinter einer äußerst beweglichen und aggressiven Deckung um Abwehrchef Jacob Bagersted seine derzeitige Hochform und zeigte eine Top-Leistung. Wobei auch SCM-Keeper Yannick Green eine gute Partie ablieferte.

Kozina bester Werfer

Viel hat allerdings nicht gefehlt und Frisch Auf hätte sich vor 6600 Zuschauern in der ausverkauften Getec-Arena trotz einer 25:21-Führung (51.) um den verdienten Lohn gebracht. Denn alle fünf Siebenmeter konnten nicht verwandelt werden. Kresimir Kozina zeigte genauso Nerven wie Marco Rentschler, sogar dreimal scheiterte Marcel Schiller vom Siebenmeterstrich, der Linksaußen brachte es aber auf fünf Feldtore. Bester Werfer war Kreisläufer Kozina (6), die halblinken Rückraumspieler Ivan Sliskovic und Sebastian Heymann trafen je viermal.

Peric führt klug Regie

Eine starke Partie zeigte auch Spielmacher Josip Peric. Der Bosnier, vor der Saison vom rumänischen Club AHC Dunarea Calarasi gekommen, spielte im Angriff durch, da Tim Kneule (bis auf einen Kurzeinsatz in der Abwehr) wegen Knieproblemen nicht spielen konnte und auch Allan Damgaard nicht zum Einsatz kam. Frisch Auf freut sich nun auf zwei Heimspiele kurz hintereinander in der EWS-Arena: Am 6. Dezember (19 Uhr) geht es gegen Schlusslicht Eulen Ludwigshafen, dann kommt am 8. Dezember (20.30 Uhr) Champions-League-Teilnehmer Rhein-Neckar Löwen zum mit Spannung erwarteten baden-württembergischen Derby. Eines steht dabei fest: Spätestens seit dem Göppinger Ausrufezeichen vom Donnerstagabend in Magdeburg wird der deutsche Vizemeister dieses Duell nicht auf die leichte Schulter nehmen. Oder anders ausgedrückt: sehr viel Respekt haben.

Wiedersehen im DHB-Pokal

Das gilt auch für den SC Magdeburg in Bezug auf das Wiedersehen mit Frisch Auf am 19. Dezember (19 Uhr): Dann folgt erneut in der Getec-Arena das Viertelfinal-Duell um den Einzug ins DHB-Pokal-Final-Four in Hamburg – und auch der nächste Frisch-Auf-Coup?