Frisch-Auf-Spieler Victor Klöve (li.) ist in Berlin bester Göppinger Werfer und packt in dieser Szene in der Abwehr gegen Mathias Gidsel beherzt zu. Foto: IMAGO/Contrast
Göppinger Bundesliga-Handballer verlieren nach 17:17-Halbzeitstand beim deutschen Meister Füchse Berlin mit 29:42. Trainer Ben Matschke spricht von einer „fürchterlichen Sequenz“.
Marcel Schiller spielt in seiner zwölften Saison bei Frisch Auf Göppingen, und mit seiner ganzen Routine brachte der 34-Jährige nach der 29:42-Niederlage des Handball-Bundesligisten bei den Füchsen Berlin das Geschehen in der Max-Schmeling-Halle am Dyn-Mikrofon auf den Punkt: „Alles war in der zweiten Halbzeit schlecht, was in der ersten Halbzeit gut war.“
17:17 hatte es zur Pause vor den 9000 Zuschauern im ausverkauften Fuchsbau gestanden. Kurz darauf ging Frisch Auf durch Rechtsaußen Tim Goßner sogar mit 18:17 in Führung. Was danach folgte, war ein Komplettabsturz sämtlicher Systeme beim Team von Trainer Ben Matschke. Mit einem 10:1-Lauf drehten die Füchse die Partie und lagen mit 27:19 (40.) in Führung – die Entscheidung war früh gefallen.
Auch danach waren die Göppinger nur ein Spielball des amtierenden deutschen Meister. Die Grün-Weißen liefen nicht mehr diszipliniert genug zurück, gingen in der Abwehr viel zu zaghaft zur Sache und nahmen sich vorne regelmäßig unvorbereitete Würfe. Zudem lief der eingewechselte Füchse-Keeper Lasse Ludwig zur Höchstform auf. Am häufigsten überwand ihn Frisch-Auf-Rückraumspieler Victor Klöve (7), gefolgt von Linksaußen Schiller (5/1). Für die Berliner trafen Welthandballer Mathias Gidsel (8) und Nationalspieler Nils Lichtlein (7) am besten.
Enttäuschung bei Frisch Auf und Trainer Ben Matschke. Foto: IMAGO/Jan Huebner
„Wir haben in der ersten Halbzeit guten Handball gezeigt, dann folgt eine fürchterliche Sequenz, in der wir alles vermissen lassen, was Handball ausmacht. Das ist brutal hart. Wir müssen uns schütteln, die Pause tut nun jedem gut“, sagte Matschke. „So wie wir uns nach der Halbzeitpause präsentiert haben, das geht absolut nicht. So etwas muss man aufarbeiten. Jetzt kann keiner von uns mit einem guten Gefühl in die EM-Pause gehen“, ergänzte Schiller. Bei einem zugegebenermaßen sehr schweren Programm holte Frisch Auf zuletzt nur 1:13 Punkte hintereinander. Dementsprechend stehen nach einem starken 14:10-Punkte-Start zum Jahresschluss nur 15:23 Zähler zu Buche.
Nach der EM-Pause geht es für Frisch Auf am 10. Februar (19 Uhr) weiter: Dann kommt GWD Minden in die EWS-Arena, und der Druck ist groß, im Heimspiel gegen den Aufsteiger die Negativserie zu beenden. Spielmacher Ludvig Hallbäck wird dann nicht mehr dabei sein. Der Schwede saß in Berlin 60 Minuten lang auf der Bank und wechselt zum 1. Januar 2026 zum Ligarivalen VfL Gummersbach. Von den Oberbergischen kommt im Gegenzug Ole Pregler sofort nach Göppingen. Die Füchse setzen unterdessen auf Kontinuität: Vor dem Spiel gab der Club bekannt, dass die Eigengewächse Nils Lichtlein, Matthes Langhoff, Tim Freihöfer und Lasse Ludwig ihre Verträge bis mindestens 2030 verlängert haben.