Max Fritz blickt auf erfolgreiche sechs Monate im Lego-Laden „Fritz Brickz“. Foto: Simon Granville
Max Fritz hat mit seinem Lego-Laden in Freiberg (Kreis Ludwigsburg) eine Marktlücke geschlossen. Wie er sich den Erfolg erklärt und warum man Legos bei ihm bald mieten kann.
Das Radfahren sei die einzige Tätigkeit, bei der er den Kopf frei bekomme, sagt Max Fritz. Keine ungewöhnliche Aussage für einen Menschen der beruflich stark eingebunden ist. Ungewöhnlich ist die Aussage aber wenn sie ein 19-Jähriger tätigt, der erst im Sommer mit dem Studium beginnt. Fritz ist bereits seit einem halben Jahr selbstständig.
In seiner Heimatstadt Freiberg hat er im Juni 2025 einen eigenen Laden für Lego-Bausteine eröffnet und das Geschäft hält ihn seither auf Trab. „Ich hätte selbst nicht gedacht, dass es so gut läuft“, sagt Fritz. Er bietet neben neuen Lego-Sets auch gebrauchte Sets an, hat aber seinen Online-Shop noch nicht ans Netz gebracht. Der Grund: Es läuft so gut.
Große Lego-Sets baut Max Fritz eigens für den Laden zusammen. Foto: Simon Granville
„In den nächsten Monaten soll der Online-Shop kommen, bislang war einfach nicht genug Zeit“, sagt Fritz. Auch das stationäre Geschäft laufe schon sehr gut. Nach dem Ansturm in den ersten beiden Monaten habe es sich etwas beruhigt, aber gerade zu Weihnachten habe er wieder alle Hände voll zu tun gehabt.
Es läuft sogar so gut, dass er mittlerweile nicht mehr alleine im Laden steht, sondern zwei Mitarbeiter auf Minijob-Basis beschäftigt. So kann er während der Öffnungszeiten im Lager arbeiten oder sogar mal ein paar Tage frei nehmen.
Lego-Fans strömen in Freiberger Laden
Von klein auf ist Fritz ein Lego-Fan und -Sammler, hat vor der Ladeneröffnung schon online Lego verkauft, aber nun mit dem stationären Geschäft offenbar eine echte Marktlücke entdeckt. Nicht nur Kinder kommen, um sich die ausgestellten Lego-Bauten anzuschauen und nach gebrauchten Steinen zu suchen.
Auch ältere Lego-Fans haben nun in Freiberg erstmals im Landkreis eine Anlaufstelle. Bei Großeltern steht der Shop nicht nur zu Weihnachten hoch im Kurs. Bei „Fritz Brickz“ soll vom absoluten Nerd bis zum Neueinsteiger jeder etwas finden.
Von Lego-Einzelsteinen bis Star Wars
Der kleine Laden zeigt die ganze Bandbreite des Lego-Angebots – von gebrauchten Einzelbausteinen, über kleine Sets für Kinder bis hin zu riesigen Gebilden, die man von Star Wars, Harry Potter oder Marvel kennt. Was Max Fritz nicht da hat, bestellt er.
Noch muss er das beim Großhändler tun, aber ein Laden mit seinem Umsatz hat in der Regel einen direkten Draht zu Lego und wird auch vom dänischen Unternehmen direkt beliefert. Fritz arbeitet daran.
Lego-Leidenschaft trifft Unternehmergeist
Überhaupt ist der Laden nicht nur Ausdruck seiner großen Lego-Leidenschaft sondern auch seines Unternehmergeists. Fritz feilt ständig an Verbesserungen. Neben dem Online-Shop will er demnächst eine Kooperation eintüten, die ermöglichen soll, dass Kunden sich Lego bei ihm mieten können.
„Die Nachfrage Lego-Sets zu mieten ist tatsächlich groß“, sagt Fritz. Viele Lego-Fans hätten Spaß am Bauen, aber nicht so viel Platz, die teilweise metergroßen Gebilde auch zu präsentieren. So ähnlich geht es Fritz in seinem Laden auch. Er würde gerne noch mehr aufgebaute Sets zeigen, dafür reicht der Platz aber nicht.
„Ich hätte selbst nicht gedacht, dass es so gut läuft.“
Max Fritz, Betreiber von „Fritz Brickz“
Man merkt, für Fritz ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht. Deshalb studiert er ab dem Sommersemester an der Fernuni Hagen Wirtschaft. Er will die praktische Erfahrung unterfüttern.
Angebot für kreative Lego-Fans
An Ideen mangelt es ihm aber jetzt schon nicht. Er plant bald mit einem Einzelstückverkauf von Neuware zu starten. Damit möchte er all jenen Lego-Enthusiasten helfen, die nicht nur nach vorgegebenen Sets bauen möchten. Dazu gehören auch etwa die „Klötzlebauer“, die ihre Werke immer wieder im Residenzschloss präsentieren. Die Ludwigsburger Stadtkirche gibt es eben nicht als Set von Lego.
Mit seinen Plänen zeigt Fritz auch, dass „Fritz Brickz“ kein vergängliches Projekt sein soll. „Zu Beginn hatte ich schon gedacht, dass ich den Laden jetzt erst einmal ein Jahr betreibe und dann schaue wie es weitergeht. Aber jetzt will ich ihn auf jeden Fall auf Dauer am Laufen halten und vielleicht sogar mal erweitern“, erklärt der 19-Jährige.
Kein Wunder also, dass der Laden einen Großteil seiner Zeit beansprucht und das Abschalten ihm schwer fällt. Trotzdem hat er noch längst nicht genug von Lego. Selbst privat baut er noch Lego-Sets zusammen.
„Ich habe schon viel Geld in Lego investiert“, sagt der Freiberger. „Auch deshalb hoffe ich, dass der Hype um Lego nicht so schnell aufhört.“ Die Erfahrungen mit seinem „Fritz Brickz“ haben ihm diesbezüglich aber Befürchtungen genommen.