„Froggy Night“ im Renitenztheater Denis Scheck - Literaturkritiker und Illusionist

Von Bianca Feddersen 

Denis Scheck ist am 20. Dezember zu Gast bei der „Froggy Night“ im Stuttgarter Renitetenztheater. Ein Literaturkritiker und ein Illusionist, der auf Effekte und Täuschung setzt – da scheinen auf den ersten Blick zwei Welten aufeinanderzuprallen.

Literaturkritiker Dennis Scheck.  Foto: dpa
Literaturkritiker Dennis Scheck. Foto: dpa

Herr Scheck, wie kamen Sie zu der Einladung in die „Froggy Night“ und was reizt Sie daran?

Ich durfte mit Topas einmal auf der Bühne stehen, und aus diesem schönen Abend ist die Idee geboren. Aber wie kommen Sie darauf, Literaturkritik und Zauberei seien zwei getrennte Welten? Ich sehe sie eher als zwei Seiten einer Medaille: die zersägte Jungfrau oder die hinter den Ohren hervorgeholten Goldstücke – das alles gehört zum festen Repertoire der deutschen Literaturkritik seit Alfred Polgar und Alfred Kerr. Denken Sie nur an den Satz des Theaterkritikers Kerr: „Als ich um zehn Uhr auf die Uhr sah, war es halb neun.“ Diese Art von Wer-hat-an-der-Uhr-gedreht-Zauberei verbindet Magie und Kritik.

Haben Sie privat schon einmal eine Zaubershow besucht?

Ich hatte mal einen Regisseur, der nebenbei professioneller Bühnenzauberer war. Ansonsten habe ich mein Leben lang aus guten Gründen vor Siegfried-und-Roy-artigen Darbietungen das Weite gesucht.

Sie werden an diesem Abend auch ein paar Zaubertricks lernen. Haben Sie bereits welche ausprobiert?

Die Verwandlung von Wein in Wasser gelingt mir seit vielen Jahren perfekt. Was darüber hinaus auf uns zukommt, überlasse ich gerne Topas.

Wird es bei der „Froggy Night“ auch um Literatur gehen?

Da Literatur mein Lebenselixier ist, wird davon sicher auch die Rede sein. Von Thomas Mann, dem Zauberer, über Edgar Wallace’ „Hexer“ bis zu Professor Zamorra.

Im Hinblick auf Literatur: Welches Buch ist Ihr persönlicher Geschenktipp zu Weihnachten?

Ein Bilderbuch für Kinder und Erwachsene des englischen Dichters Robert Macfarlane: „Die verlorenen Wörter“ erzählt von Reiher, Lerche, Eisvogel und Brombeere – Tieren und Pflanzen, die früher ganz selbstverständlicher Teil jeder Kindheit waren und heute mehr und mehr „verloren“ gehen. Durch einen poetischen Akt der Magie lässt Macfarlane sie in seinen Gedichten wieder Wirklichkeit werden. Jackie Norris hat das genial illustriert.

„Froggy Night“: 20. Dezember, 20 Uhr, Renitenztheater, Tickets 07 11 / 29 70 75