Das zweitgrößte historische Gebäude Herrenbergs wird barrierefrei saniert, um Raum für Kunst, Kultur und ein lebendiges Miteinander zu schaffen. Dafür steht Geld zur Verfügung.
Mit der Sanierung des Fruchtkastens entsteht in Herrenberg ein Multifunktionshaus, offen für alle Altersgruppen. Mit einem Budget von insgesamt 20 000 Euro will die Stadt Bürgerinnen und Bürger motivieren, sich mit der Geschichte, der Gegenwart und der Zukunft des prägenden Gebäudes auseinanderzusetzen. Ziel ist es, den Dialog rund um den Fruchtkasten zu fördern. Fünf Projekte kommen inzwischen zum Zug, die Stadt hofft auf Nachahmer.
Lyrik, Slam-Poetry bis hin zu Mundart
Den Zuschlag bekommen hat inzwischen Anne Abelein, die freie Literatur- und Kunstwissenschaftlerin sowie Autorin unserer Zeitung setzt sich lyrisch mit Herrenberger Orten, der Stadtgeschichte, Persönlichkeiten und dem Fruchtkasten auseinander. Gedichte veröffentlicht sie auf dem hierfür eingerichteten Instagram-Account @fruchtkastenlyrik_anne.abelein. Zudem bietet sie am 18. April und 16. Mai von 17 bis 21 Uhr eine Literatur-Werkstatt im Klosterhof an, wo von Lyrik über Slam-Poetry bis hin zu Mundart alles geschaffen werden kann.
Weiter soll die Geschichte Herrenbergs mit einer interaktiven Medieninstallation erlebbar gemacht werden. Hierfür lädt Daniel Gührer Bürgerinnen und Bürger ein, private Fotos aus ihrem Leben in Herrenberg an ihn unter post@studio-nische.de einzureichen und die dazugehörigen Geschichten zu erzählen. Diese werden eingesprochen und per Kopfhörer abspielbar gemacht.
Kostümiert durch das Gebäude
Im Rahmen eines Kunstprojekts wird die Ballettschule Tabea drei Künste vereinen: Musik, Tanz und bildende Kunst. Die Bilder der Künstlerin Isabelle Hannemann werden dabei „in Bewegung“ präsentiert und durch eine Live-Band sowie tänzerische Darbietungen ergänzt und in Szene gesetzt.
Zudem ist eine Workshop-Reihe „Wer lebt denn da auf der Streuobstwiese?“ geplant. Der Workshop verbindet Naturerfahrung mit künstlerischem Ausdruck: Auf der Streuobstwiese erleben Kinder mit allen Sinnen, was dort lebt und wächst. Als fünftes Projekt ist geplant, dass Schülerinnen und Schüler des Andreae-Gymnasiums selbstständig Inhalte für Kostümführungen zum Fruchtkasten erarbeiten.
Fördermittel stehen noch zur Verfügung. Interessierte können sich daher mit ihrer Projektidee beim Fruchtkasten-Team noch bis Ende 2026 melden. Infos gibt es unter www.herrenberg.de/fruchtkasten/förderprogramm.