Früherer Bezirksvorsteher ausgezeichnet Ein „Zuffenhäuser Hirt“ für Wolfgang Meyle

Von Susanne Müller-Baji 

Der Zuffenhausener Bezirksvorsteher i. R. Wolfgang Meyle wurde am Samstag mit der Bürgermedaille für sein soziales und heimatgeschichtliches Engagement geehrt.

Christina Kolb hat Wolfgang Meyle  die  Medaille überreicht. Foto: /Susanne Müller-Baji
Christina Kolb hat Wolfgang Meyle die Medaille überreicht. Foto: /Susanne Müller-Baji

Zuffenhausen - Alle zwei Jahre würdigt der Bürgerverein Menschen, die sich besonders für den Stadtbezirk einsetzen. Am Samstag war es wieder soweit und die Vorsitzende Christina Kolb lud zur Verleihung der Bürgermedaille „Zuffenhäuser Hirt“ an Wolfgang Meyle. Von 1979 bis zu seinem Ruhestand 2008 hatte der die Geschicke Zuffenhausens als Bezirksvorsteher mitbestimmt, wirkt bis heute in zahlreichen Ehrenämtern und führt für die Volkshochschule immer wieder bei Themenspaziergängen durch seinen Stadtbezirk. Auch wenn er und Ehefrau Anna Wagner-Meyle ihre jeweiligen Engagements nun reduzieren, um mehr Zeit für den Enkel zu haben.

Erinnerungen an Reibereien

Zuffenhausen war und ist der unbestrittene Lebensmittelpunkt Meyles, wie die Präsentation alter Familienfotos bei der Ehrung auch zur großen Freude der Gäste belegte. Die Aufnahmen von der Einschulung in der Rosenschule riefen aber auch Erinnerungen an die Reibereien zwischen Alteingesessenen und den auf der Schlotwiese untergebrachten Heimatvertriebenen wach. Ein Punkt, der später in Meyles ehrenamtlichen Engagement noch eine Rolle spielen sollte.

Das Studium in den Fächern Volkswirtschaft, Öffentliches Recht und Politik führte ihn nach München und Freiburg. Nach seiner Rückkehr war es ein bis heute buchstäblich einschneidendes Bauvorhaben, das ihn in Kontakt mit der Kommunalpolitik brachte: Die B10/27 sollte ohne Lärmschutz nahe des elterlichen Hauses in der Friedrichshaller Straße vorbeiführen: „So schlimm würde es schon nicht werden, sagte man ihm, und einen besonderen Schutz bräuchte man auch nicht. Das ist heute ja noch genauso“, sagte Christina Kolb.

Wolfgang Meyle wurde bald zum Sprecher der Bürgerinitiative und sein Interesse war geweckt: 1979 wurde er erst in den Bezirksbeirat und noch im selben Jahr zum Bezirksvorsteher gewählt – „überraschend für die Öffentlichkeit“, wie er selbst sagt. Dass Dienst nach Vorschrift nie sein Ding war, belegen die Ehrenämter schon zu Amtszeiten: 25 Jahre lang war er im Vorstand des Fleckenfestvereins, später Heimatverein, regte das 2004 erschienene Heimatbuch und den Alfred-Beck-Saal im Kulturzentrum am Bahnhofsvorplatz an sowie die Gründung des Kultur- und des Kunstkreises.

Gedenkstein für Kriegsopfer

Bis heute ist er auch Vorsitzender des Fördervereins Mobile Jugendarbeit, war fünf Jahre lang im Kirchengemeinderat von St. Antonius und wurde auch in den Arbeitskreis christlicher Kirchen (ACK) delegiert. Ab 2008 war er im Leitungsteam des Altenclubs und wirkte im Heimatgeschichtlichen Arbeitskreis mit. Ein besonderes Anliegen ist ihm, an die Leiden der Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter und später der Kriegsflüchtlinge im Lager auf der Schlotwiese zu erinnern: Der Gedenkstein wurde 2018 errichtet.

Zu Ehren des „Sapines historicus, Schöngeists und Kümmerers Meyle“ reimte und sang Peter Juréwitz und überreichte dem alten Weggefährten überdies eine Bronze-Statuette des Zuffenhäuser Hirten. Christina Kolb verlieh danach die Bürgermedaille und hob auch das Engagement von Anna Wagner-Meyle hervor. Seiner Ehefrau galt denn auch Wolfgang Meyles besonderer Dank, ebenso seiner allzu früh verstorbenen Mutter, die ihm ein großes Vorbild gewesen sei.

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