Der Frühling ist da, das Fahrrad muss dringend an die frische Luft. Doch vor der ersten Radtour steht der Check: funktionieren Bremsen und Licht? Läuft die Kette wie geschmiert? Sind alle Schrauben fest gezogen? Unsere Anleitung für die Fahrrad-Inspektion hilft dabei, nichts zu vergessen.

Stuttgart - Wer sein Fahrrad aus dem Winterschlaf holt, sollte sich dafür Zeit nehmen. Im besten Fall dauert der Frühlingscheck nicht länger als eine halbe Stunde. Etwas mehr Zeit einzuplanen, schadet allerdings nicht. Möglicherweise stehen unvorhergesehene Reparaturen an. Werden Ersatzteile benötigt, ist es von Vorteil den Check durchzuführen, wenn die Läden geöffnet sind.

Das gehört bei einer Fahrrad Inspektion einfach dazu:

Schritt 1: Wie man sein Fahrrad richtig reinigt

An einem sauberen Rad erkennt man am besten, ob etwas kaputt ist. Dem gröbsten Dreck trocken mit Handfeger oder Bürste zu Leibe rücken – an schwer zugänglichen Stellen helfen eine alte Zahnbürste, Borstenpinsel oder Zahnstocher. Danach geht es weiter mit etwas lauwarmem Wasser und einem Schwamm oder einem strapazierfähigen Lappen. Von Hochdruckreinigern besser die Finger lassen, da diese Schmutz und Feuchtigkeit in die Lager pressen und somit beschädigen können. Zum Abschluss sollte das Fahrrad mit einem Tuch abgetrocknet werden.

Schritt 2: Fahrradkette ölen - so gehts

Alle beweglichen Teile, wie etwa die Schaltung, vertragen ab und zu etwas Ölschmierung, entweder klassisch in flüssiger Form oder als Sprühöl. Wer sein Rad im Winter bei Wind und Wetter benutzt hat, sollte vorab die Kette gründlich reinigen. Dazu Kettenreiniger auftragen und einwirken lassen. Anschließend die Kette – bei Kettenschaltungen problemlos rückwärts – durch einen trockenen Lappen oder ein altes Küchenhandtuch laufen lassen. Damit die Finger sauber bleiben, Gumminhandschuhe überstreifen.

Blitzt die Kette wieder, können Radfahrer an deren Innenseite auf jede einzelne Lasche ein entsprechendes Schmiermittel tröpfeln. Dabei aufpassen, dass es nicht über die Felgen tropft, da es sonst auf die Bremsbeläge gelangen könnte. Das Mittel etwas einwirken lassen und anschließend mit einem Lappen abreiben, da überschüssiges Schmiermittel neuen Schmutz anzieht. Frisch gepflegt sollten alle Gänge einwandfrei und exakt schalten. Ist das nicht der Fall, empfiehlt es sich gerade bei Kettenschaltungen, nur dann selbst Hand anzulegen, wenn man sich damit auskennt. Sonst Werkstatt oder Händler eures Vertrauens aufsuchen.

Schritt 3: Ist das Fahrrad verkehrssicher?

An allen tragenden Bauteilen wie etwa an Vorbau, Lenker, Kurbeln und Kettenblättern sollten die Schrauben auf ihren festen Sitz hin überprüft werden. Ein kurzes Anheben und Fallenlassen des Rades verrät geräuschvoll lockere Verbindungen am Velo.

Schritt 4: Wie man den Fahrradreifen richtig aufpumpt

Stand das Fahrrad den Winter über im Keller, haben die Reifen meist Luft verloren. Das ist normal und schnell behoben. Auf der Reifenflanke sind der zulässige minimale und maximale Luftdruck angegeben. Der richtige Reifendruck variiert von Rad zu Rad. Trekkingräder brauchen rund vier Bar, Rennräder sogar acht Bar, Stadträder kommen mit rund 2,5 Bar aus. Zum Aufpumpen prima ist eine robuste Standpumpe mit Manometer, die auch für hohen Reifendruck geeignet ist.

Aber Achtung: Ist der Reifen schon zu alt, hilft alles pumpen nichts: Abgefahrene oder spröde, rissige Reifen sind ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko.

Schritt 5: Wie muss man Fahrrad Bremsen und Felgen prüfen?

Vor der ersten Radtour unbedingt die Bremsen prüfen. Top ist, wenn sich diese leicht betätigen lassen und schnell und kräftig zugreifen. Sollte der Bremshebel bis zum Lenker durchgedrückt werden können, lässt sich dieses Spiel unter Umständen mit Rändelschrauben am Griff und am Bremskörper korrigieren. Sind die Querrillen an der Innenseite der Bremsklötze nicht mehr zu erkennen? Dann aus Sicherheitsgründen unbedingt austauschen. Sind die Bremszüge ausgefranst oder laufen nur schwer in den Hüllen? Wenn ein Tropfen Öl nicht hilft, heißt es neue Züge legen. Hydraulische Bremsen, die sich bis zum Anschlag durchziehen lassen, gehören entlüftet. Auf Scheibenbremsen lässt man im Zweifel den Fachmann einen Blick werfen, bei Felgenbremsen zeigen Kerben in den Bremsklötzen an, ob sie noch funktionieren. Zusätzlich auch die Felgen überprüfen. Bei den meisten Felgen zeigt eine Rille auf der Flanke den Verschleiß an. Ob die Speichen noch fest sind und unter Spannung stehen, sollte unbedingt gecheckt werden.

Beim Bremsencheck lässt sich feststellen, ob der Steuersatz ausgeschlagen ist. Dafür zieht man die Vorderbremse und bewegt das Rad bei eingeschlagenem Lenker vor und zurück. Am Lenker darf es dabei nicht ruckeln. Den Tausch des Steuersatzes übernimmt allerdings besser der Fachmann – ebenso wie Reparaturen der Antriebskomponenten bei E-Bikes.

Nicht vergessen vor der Fahrt: Sind alle Schrauben noch fest angezogen?

Schritt 6: Was ist bei der Fahrradbeleuchtung zu beachten?

Fast noch wichtiger als die eigene Sicht ist, dass man gesehen wird. Beim Fahrrad-Check daher unbedingt prüfen, ob der Dynamo fest und richtig positioniert ist bzw. die Akkus von Scheinwerfer und Rückleuchte geladen sind. Ein Blick auf die Lampengläser lohnt sich ebenfalls. Sind sie intakt und sauber? Und wie steht es um die Kabel? Sind alle eng am Rahmen verlegt und fest mit den Lampen verbunden?

Schritt 7: Fahrradhelm - wann muss er ausgetauscht werden?

Nicht nur das Fahrrad auch die Ausrüstung muss einer Prüfung standhalten. Dazu gehört der Fahrradhelm. Spätestens nach sechs bis acht Jahren sollte er ausgetauscht werden, rät die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Da die Hersteller ihre Helme kontinuierlich weiterentwickeln, gewährleistet ein neuer Kopfschutz aber nicht nur sichere Fahrt, sondern bedeutet oft auch ein Plus an Komfort.

Übrigens: Nach einem Sturz, bei dem der Helm auch gelitten hat, muss unbedingt ein neuer her.

Die Kleidung sollten Radfahrer am besten so wählen, dass sie nicht nur wärmt, sondern auch reflektiert.

 

Schritt 8: Fit in den Frühling?

Wie bringe ich mich selbst in Form? Sollte das Wetter im Frühjahr an manchem Tag nicht zum Radfahren einladen: Ein ausgiebiger Spaziergang oder ein Besuch im Schwimmbad stärkt Kreislauf und Muskulatur. So beugen Radfahrende Überlastungserscheinungen vor und sind, wenn die Saison endlich startet, mindestens genauso fit wie das durchgecheckte Rad.

Powered by Radsport Mayer